(openPR) Blinden- und Sehbehindertenverband gründet Thüringer Herzbewegung
Erfurt, 02. Juni 2005
Mit der Kampagne „Ein Herz für jeden Abgeordneten“ protestiert der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e.V. gegen die geplante Abschaffung des Landesblindengeldes im Freistaat. Dafür hat die Selbsthilfeorganisation nun die Thüringer Herzbewegung gegründet: „Die Herzbewegung sammelt symbolische Spenderherzen für Thüringer Abgeordnete. Sie sollen den Politikern helfen, sich in der Abstimmung ein Herz zu fassen und gegen die Gesetzesnovelle zu votieren“, erklärt Peter Och, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e.V., das Konzept der Kampagne.
"Die Landesregierung behandelt das Blindengeld wie ein Almosen, das sie je nach Kassenlage verteilt. Es geht aber gar nicht um Mitleid sondern um Rechte." Zwischen Blindengeld und Chancengleichheit auch für Blinde bestehe ein Zusammenhang. Die Landesregierung spare nicht einfach, sie verabschiede sich von Werten, die diese Gesellschaft zusammenhalten. "Das ist die Dimension, um die es geht. Dafür steht das Herz. Damit fragen wir die Abgeordneten im Landtag ganz persönlich, ob sie das verantworten wollen." Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit auf die Dimension dieser Entscheidung aufmerksam gemacht werden. "Die Blinden helfen den Herzlosen und jeder kann uns dabei unterstützen." Die gesammelten Spenderherzen gelangen auf unterschiedlichen Wegen zu den Politikern. Geplant ist beispielsweise ein Stand vor der Staatskanzlei, an dem Blinde „Herzballons“ an Passanten verkaufen. Auch eine Website der Thüringer Herzbewegung wird es geben: Hier können den Abgeordneten Herz-Mails gespendet werden.
Hintergrund der Aktion ist ein Entwurf der Landesregierung zur Änderung des Blindengeldgesetzes: Das einkommens- und vermögensunabhängige Blindengeld soll künftig faktisch durch die Blindenhilfe ersetzt werden. „90% der rund 5.000 Blinden im Freistaat werden nach der Umstellung keine Leistungen mehr erhalten“, sagt Peter Och. Das Blindengeld sei kein zusätzlicher Bonus, um reich zu werden, sondern ein angemessener Ausgleich für blindheitsbedingte Nachteile. Mit dem Geld könnten Blinde trotz ihrer Behinderung ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben führen. Mit dem neuen Landesblindengesetz wäre das für viele nicht mehr möglich. Außerdem fürchtet der Verband einen Anstieg der Altersarmut unter seinen Mitgliedern.
Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V. (BSVT)
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V. wurde 1990 in Erfurt gegründet und versteht sich als Selbsthilfeorganisation der Blinden und Sehbehinderten des Freistaates. Der Verband ist Mitglied im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV), Landesverband Thüringen. Der BSVT vertritt in Thüringen rund 19.000 Blinde und Sehbehinderte.









