(openPR) Trotz des Scheiterns der Lebensmittelampel im EU-Parlament im Frühjahr 2010, bleibt das Thema Kennzeichnung brisant. So entbrannte „Die aktuelle Diskussion: Lebensmittel-Kennzeichnung. Was kann sie bringen? Ampel oder GDA-System?“ aus Sicht der Wissenschaft auch bei der gemeinsamen Tagung von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) vom 4. bis 6. November 2010 in Berlin. Die Tagungsreferenten machten bei Diskussion um die Lebensmittelkennzeichnung deutlich, dass es bisher kein wissenschaftlich fundiertes Modell gibt. Bei einem Farbsystem unterliegen die Grenzwerte, die den Übergang von einer Farbe zur anderen bestimmen, einer zu großen Bandbreite. Bei der Kennzeichnung auf Basis der europäischen GDA (Guideline Daily Amounts = Richtlinie für die Tageszufuhr) weichen die Bezugsgrößen von den Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ab und die Portionsgrößen schränken eine Vergleichbarkeit verschiedener Produkte ein. Strittig ist für die Wissenschaftler auch welche Nährstoffe in die Kennzeichnung aufgenommen werden sollen. Neben den bisher aufgeführten vier oder acht Nährstoffen (Big 4 oder Big 8) sind auch gesundheitsfördernde Stoffe wie z.B. Vitamin D, Jod und Omega-3-Fettsäuren, die häufig in unzureichender Menge aufgenommen werden, wichtig. Entscheidend für ein ausgereiftes Kennzeichnungsmodell ist aus Sicht der Wissenschaft ein Wirksamkeitsnachweis, der eindeutig belegt, dass die gewählte Kennzeichnung tatsächlich zu einem gesünderen Ernährungsverhalten führt.










