(openPR) EINZELAUSSTELLUNG BEI BERLIN ART PROJECTS
NIHAT KEMANKASLI: NIHAT’S WORLD
NOVEMBER BIS DEZEMBER 2010
ERÖFFNUNG FREITAG | 19. NOVEMBER 2010 | 19 - 21 UHR | PROJECT SPACE | AUGUSTSTRAßE 50 B | 10119 BERLIN
Berlin Art Projects freut sich sehr, Sie zur Eröffnung der Einzelausstellung von Nihat Kemankasli am Freitag, 19. November, 19 – 21 Uhr, einzuladen. Unter dem Titel „Nihat’s World“ präsentiert die Galerie die erste Einzelausstellung des jungen türkischen Künstlers in Deutschland.
Die Malerei von Nihat Kemankasli fällt auf – durch ihre intensiven, knalligen Farben und das Frontale ihrer Szenen, die die Flächigkeit des Bildes verstärken. Seine großformatigen Leinwandarbeiten zeigen eine vollkommen unverstellte Sicht auf die alltäglichsten Dinge: Landschaften und Strandszenen, Strandhäuser und Boote, Interieurs (mit Bügelbrett und WC), Stühle, Kleider – und immer wieder Betten und liegende Frauenfiguren. In den Arbeiten, die in der Ausstellung zu sehen sein werden, schafft der Künstler mit Hilfe einfachster bildlicher Elemente „Schlafzimmerszenen“, in denen das Surreale mit dem Kindlichen, das Dekorative mit dem rein Geometrischen verschmilzt. Das Bett, dargestellt aus der Draufsicht, ist das Objekt, das in jeder Arbeit die Fläche der Leinwand dominiert und organisiert. Dieses Bett, manchmal besetzt, manchmal leer wird von dekorativen, ornamentalen Elementen umgegeben, welche in ihrer Wiederholung das Traumhafte intensivieren. Die Intimität und das Erotische, die das Objekt Bett begleiten, werden nicht direkt erwähnt, sondern durch Playboy Ikonen angedeutet.
Doch geht es bei Kemankasli nicht allein um die Illustration des Bettes. Vielmehr untersucht er in seinen Schlafzimmerszenarien die Malerei, bzw. die Darstellung des Raumes auf der Leinwand. Der Raum scheint in seinen Werken flach zu sein, doch kann der Betrachter mehrere Schichten entdecken. Wie in einer komprimierten Perspektive verweist jede geometrische Form auf eine Ebene, hinter der die nächste versteckt ist. So wird das Weiß der Leinwand nie Hintergrund; die schwarze Linie bringt es nach vorn und wird dadurch Figur. Auch in seiner Rolle als Katalysator zwischen Realität und Fiktion, ähnelt das Bett der Leinwand. In einer einzigen künstlerischen Geste schafft der Künstler durch die Einfachheit der Linie, Fläche und Farbe eine Projektionsfläche der Wünsche und verweist gleichzeitig auf die Geschichte der Malerei selbst. Aus der orientalischen Formensprache, deren Einfluss ihn umgibt, zitiert er die arabeskenhafte Linie und die flächige Organisation des Raumes. Seit Matisse, der durch die Anwendung der reinen Farbe eine räumliche Wirkung erzielte und ihr so einen autonomen Charakter verlieh, ist der flächig-dekorative und ornamentale Einsatz der Farbe auch in der abendländischen Malerei zu finden. Nihat Kemankasli zeigt anhand seiner Bilder, dass die Kunstgeschichte keine lineare Geschichte ist, sondern eher die Geschichte von Zitaten, Aneignungen und Auseinandersetzungen.
Kemankasli (*1971 in Balikesir, Türkei) studierte an der Universität für bildende Kunst von Hacettepe. Er absolvierte sein Studium unter Prof. Veysel Gnays in 1999. Er lebt und arbeitet in Istanbul, wo er u.a. Griechische Mythologie, Graphik Design und bildende Kunst unterrichtet.












