openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Das Gehirn vom Informationsmüll befreien

11.11.201016:21 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Das Gehirn vom Informationsmüll befreien
Bilder einer ANOVA-Analyse, die die Aktivierung der funktionellen Aktivität unterschiedlicher anatomischen Regionen untersucht.
Bilder einer ANOVA-Analyse, die die Aktivierung der funktionellen Aktivität unterschiedlicher anatomischen Regionen untersucht.

(openPR) Neuromarketing ist ein Trend, der bei Werbekampagnen Einzug hält. Es ist ein noch junges Forschungsgebiet, das versucht die Erkenntnisse und Einsichten vieler wissenschaftlicher Disziplinen in einem alltagstauglichen Modell zu vereinen. So spielen zum Beispiel Psychologie, Neurologie und Anatomie eine Rolle. Der Naturwissenschaftler Frank Beckmann war viele Jahre im Vertrieb und Marketingbereich verschiedener Pharmafirmen tätig. Er ist Gründer von Neurotrain und berät zum Beispiel die Fachagentur DNS multimedia factory im Bereich Neuromarketing.




Herr Beckmann, was ist das Ziel von Neuromarketing?

Frank Beckmann: Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis der Zustände und Prozesse im menschlichen Gehirn und dadurch eine Ableitung über die tatsächlichen Werte, Erwartungen, Bedürfnisse und Interessen von Konsumenten zu erfahren.

Was im Hirn passiert, lässt sich durch Scans, also bildgebende Verfahren, feststellen. Reicht das aus?

Frank Beckmann: Die Aufnahmen erfolgen unter Laborbedingungen, der Konsument befindet sich mit einer Brille in einen Kernspintomographen, der sehr laut ist. Diese Bedingungen sind weit von der Realität entfernt. Wir wissen inzwischen, dass die Gestimmtheit eine wesentliche Rolle bei Kaufentscheidungen darstellt. Außerdem sehen wir immer nur eine Momentaufnahme beziehungsweise lokale Sauerstoffanreicherungen die eine verstärkte Aktivität in bestimmten Gehirnarealen anzeigen. Warum das so ist und inwiefern Stimmung, Prädisposition oder Prägung eine Rolle spielen, lassen sich durch die reinen PET- oder fMRT-Scans nicht bestimmen. Daher ist die Interpretation auf Basis von „bunten Bildern“ immer mit Vorsicht zu genießen. Wichtig ist die Berücksichtung der neuropsychologischen und neurofunktionalen Faktoren.

Wie kann ich mir das vorstellen?

Frank Beckmann: Das Ziel jeder Kampagne ist ja möglichst viele Menschen zu erreichen, Denkmuster zu implementieren und bestimmte Handlungen auszulösen. Voraussetzung ist aber, dass die Botschaften möglichst leicht die Filter im Gehirn passieren und intensiv verarbeitet werden. Werden hier Fehler gemacht, dann “verweigert” das Gehirn schlicht die Annahme. Das heißt, die Kampagne hat nur mittelmäßigen oder keinen Erfolg. Ein typischer Fehler, den man im Übrigen auch bei großen Agenturen wiederfindet, ist das Senden zu vieler Botschaften auf einmal. Man kann davon ausgehen, dass zwischen 30 bis 60 Prozent der Anzeigen Informationsmüll beinhalten, die vom Gehirn als überflüssig und anstrengend in der Verarbeitung bewertet werden.

Gibt es eine Faustregel, wie Kampagnen erstellt sein sollten, damit sie erfolgreich wirken?

Frank Beckmann: Eigentlich gibt es mehrere Faustregeln. Wir haben mit DNS multimedia factory einen Kriterienkatalog entwickelt, der zumindest Fehler in der Botschaftsvermittlung vermeiden lässt. Der Katalog bezieht sich auf die neuropsychologische Ebene. Ein wichtiges Kriterium ist zum Beispiel, dass möglichst alle Sinne gleichzeitig angesprochen werden. Auch die, die wir gerne “übersehen”.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Frank Beckmann: Der Geruchsnerv zieht seine Bahn von außen direkt in das limbische Sytem, in dem bekanntermaßen unsere Emotionen generiert werden. Gerüche sind daher in der Lage Emotionen auszulösen. Wird unsere Nase an eine Zahnarztpraxis erinnert, löst das zum Beispiel bei vielen Menschen Ängste aus.

Was raten Sie Kreativen und Werbungtreibenden, bei der Kampagnenkonzeption?

Frank Beckmann: Die Arbeitsweise vieler Agenturen wird oft von Gestaltern und Textern dominiert. Daher steht häufig die Gestaltung über der Funktion, also der Botschaftsvermittlung. Im Ergebnis sehen viele Kampagnen auf den ersten Blick ganz ansprechend aus, aber eben nur oberflächig. Beim näheren Betrachten fällt auf, dass der Wald – das Informationsrauschen – nicht aber der Baum – die eigentliche Botschaft – im Vordergrund steht.

Das heißt für die Wirkung?

Frank Beckmann: Eine besondere neuropsychologische Wirkung ist nicht zu erwarten. Vielfach hat man das Gefühl, dass Kampagnen aus dem Bauch heraus geboren werden, mehr zufällig. Das ist für die erste Phase der Ideenfindung auch richtig, aber die nachfolgende Realisierung wird häufig pauschal durchgestaltet. Unser Credo ist daher, dass nach der ersten Ideenfindung bei jeder Entwicklungsstufe einer Kampagne daraufhin überprüft werden sollte, inwieweit die “Hirngängigkeit” berücksichtigt ist.

Sehen Sie einen Trend, dass mehr Agenturen auf Neuromarketing setzen?

Frank Beckmann: Amerikanische Agenturen sind von der Methode begeistert. Sie sind überzeugt, dass positive Assoziationen einen Markenwert bestimmen – und nicht der Geschmack oder die Qualität. Auch Marketingstrategen großer Unternehmen sehen hier ungeahnte Möglichkeiten. Ford, General Motors und auch Daimler Chrysler haben Neuromarketing bereits ansatzweise in ihre Marktforschung integriert.
Im Bereich Digital Signage scheint sich der Trend Neuromarketing auch durchzusetzen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 484978
 1860

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Das Gehirn vom Informationsmüll befreien“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Neurotrain Frank Beckmann

Bild: Dauerhaft motivierte Mitarbeiter - Realität oder Traum?Bild: Dauerhaft motivierte Mitarbeiter - Realität oder Traum?
Dauerhaft motivierte Mitarbeiter - Realität oder Traum?
Die Wirklichkeit in Deutschlands Arbeitswelt sieht düster aus: Nach einer Studie des Wirtschaftsinstituts Gallup (2009) verrichten 67% der Mitarbeiter ihren Job nur nach Vorschrift, weitere 20% empfinden Ihre Arbeit als Demütigung und leiden unter Angst und Frustration. Dementsprechend sind die Mitarbeiter selten eine Quelle von Innovation und gegenseitiger Motivation. Der wesentliche Grund für diese Haltung ist, dass die Gestaltungsspielräume, welche die Persönlichkeit eines Mitarbeiters widerspiegeln denkbar eng sind. Hieraus folgt, dass ke…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: GenerationenHochschule zum Thema Neuro-KommunikationBild: GenerationenHochschule zum Thema Neuro-Kommunikation
GenerationenHochschule zum Thema Neuro-Kommunikation
… 2009, stattfand, einen Platz in der Liste der am stärksten besuchten Vorlesungen. Prof. Dr. Kristian Folta sprach zum spannenden Thema „Die perfekte Illusion – Wie unser Gehirn lernt, die Wirklichkeit zu konstruieren“. Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann konnte sich daher nicht nur über ein bis auf den letzten Platz gefülltes AudiMax freuen, …
"EWA Award 2018": Jury erweitert, Einreichungsfrist verlängert
"EWA Award 2018": Jury erweitert, Einreichungsfrist verlängert
… dass bei all der crossmedialen Aktivität die einzelnen Medien auch mit relevanten Nachrichten gefüllt werden – ansonsten produzieren sie lediglich viel Informationsmüll. Anderseits schreckt zu viel Old-School-Kommunikation insbesondere Nachwuchskräfte ab. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass gedruckte, haptische Medien in der Nachhaltigkeit vermittelter …
Bild: So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen könnenBild: So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen können
So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen können
… Lernen im Alter ist kein Problem. Allerdings gibt es hier einige Dinge zu beachten. Zusammen mit Neurowissenschaftlerin Julia Düttmann hat sie vier Tipps, wie das Gehirn fit bleibt. Christa-Marie Münchow begleitet Angestellte und Führungskräfte seit mehr als zwei Jahrzehnten. Ihre Erfahrung: Manchmal glauben Menschen, dass sie ab einem gewissen Alter …
Das Gehirn mag es scharf - Tipps für einen fitten Kopf
Das Gehirn mag es scharf - Tipps für einen fitten Kopf
… lesen oder das Telefon auf die andere Seite des Schreibtisches stellen. Das sind Beispiele, wie man alte Gewohnheiten durchbrechen kann, denn immerwiederkehrende Verhaltensweisen schläfern das Gehirn ein. Wenn alles nach demselben Schema abläuft, strengen sich die grauen Zellen nicht mehr an. Alles geht automatisch, nach "Schema F" und lässt das Gehirn …
Bild: Rhythmische Bewegungen helfen dem GehirnBild: Rhythmische Bewegungen helfen dem Gehirn
Rhythmische Bewegungen helfen dem Gehirn
Lichtblick in der Selbsthilfe bei Autismus, Demenz und anderen Erkrankungen des Gehirns. Lindenberg, 04. Dezember 2019. Eine Mutter schaukelt ihr autistisches Kind mit sanften rhythmischen Bewegungen. Damit will sie dem Gehirn des Kindes bei seiner Entwicklung helfen. Auch bei Alzheimer-Demenz soll es hilfreich sein. Dazu gibt es inzwischen wissenschaftliche …
Diderot statt Wikipedia – Internet-Enzyklopädie als Medium des Okkultismus
Diderot statt Wikipedia – Internet-Enzyklopädie als Medium des Okkultismus
… über das gesamte Jahr hinweg auf Platz sechs der Suchwörter. Die Idee der totalen Wissensproduktion von anonymen Hobbyautoren führt dabei zu einem gigantischen Haufen an Informationsmüll. Das Verhältnis zwischen Suchbegriffen und Ursprung der Information scheint dabei immer mehr aus dem Ruder zu laufen. Die Seite „Ufo“ etwa ist über drei Doppelklicks …
Bild: Stroh im Kopf? - Der Klassiker in der 50. AuflageBild: Stroh im Kopf? - Der Klassiker in der 50. Auflage
Stroh im Kopf? - Der Klassiker in der 50. Auflage
„Alle Menschen sind Gehirn-Besitzer, aber nicht alle Menschen sind Gehirn-Benutzer. Erziehung, Schule und Ausbildung hinterlassen Spuren. Resultat: Viele Menschen überlassen das Denken dem Zufall“, so Vera F. Birkenbihl. Seit 40 Jahren beweist die bekannte Management-Trainerin, dass man Wissen abwechslungsreich, interessant und effizient vermitteln …
Bild: GehirnforschungBild: Gehirnforschung
Gehirnforschung
Bis vor wenigen Jahren ging man davon aus, dass das Gehirn ein fertiges Produkt ist, das mit der Zeit degeneriert und im Alter natürlicherweise schrottreif wird. Tatsache ist, dass diese These falsch ist! In den letzten zehn Jahren gab es in der Gehirnforschung eine Revolution, die mit allem aufräumte, was bisher an Thesen zum Thema Gehirn aufgestellt …
Schlafe, schwitze und schlemme Dich schlau!
Schlafe, schwitze und schlemme Dich schlau!
… ein Musikinstrument zu lernen oder sich in ein neues Computerprogramm einzuarbeiten als mit 40? „Meistens ja, aber man kann auch mit Ü40 und Ü50 das eigene Gehirn so fördern, dass es sich zum besten Gehirn des ganzen persönlichen Lebens entwickelt“, meint Gehirntrainerin Kirsten S. Andrä. Denn obwohl die Geschwindigkeit von Denkprozessen mit dem Älterwerden …
Bild: Die geistige Leistungsfähigkeit steigernBild: Die geistige Leistungsfähigkeit steigern
Die geistige Leistungsfähigkeit steigern
Um in Stresssituationen und im Alter geistig agil zu bleiben, muss das Gehirn mit den notwendigen Stoffen versorgt werden. Nur so kann es optimal arbeiten. Denn ebenso wie die geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen gesteigert werden kann, verringert sich diese bei nachlässigem Umgang. Das Gehirn: Ein wahres Leistungswunder Obwohl unser Gehirn in …
Sie lesen gerade: Das Gehirn vom Informationsmüll befreien