(openPR) Kürzlich ist im Onlineshop akpool.de eine Ansichtskarte aufgetaucht mit dem Titel "Prozess Harden" (Bildlink: static. akpool.de/ images/cards/13/136890.jpg). Die alte Ansichtskarte aus dem Jahre 1912 karikiert den einst größten Skandal des deutschen Kaiserreiches unter Kaiser Wilhelm II.
Bei der berühmten Affäre handelt es sich um den Streit zwischen den Journalisten Maximilian Felix Ernst Harden und den Fürsten Philipp zu Eulenburg Hertefeld.
Fürst Philipp zu Eulenburg Hertefeld war auf den Schloss Liebenberg beheimatet und pflegte dort vor allem die Männergesellschaft: gemeinsame Jagd, Literatur und Musik gehörten zu den wichtigsten Bestandteilen des Liebenbergers Zirkels.
Der Publizist Maximilian Harden zweifelte an den Führungsqualitäten des deutschen Kaiserreiches und betonte in seinen Publikationen, u. a. in seiner wöchentlich erschienen Zeitung "Die Zukunft", dass die Politik unter dem Kaiser Wilhelm II. sich nicht genug behaupten könnte. Der damalige Gast des Liebenberger Kreises, Harden, erkannte schnell inwieweit es Zusammenhänge zwischen der Politik und den persönlichen Verbindungen der Liebenberger Gesellschaft gab. Maximilian Harden verschärfte die Situation dieser Gesellschaft. Mit der Veröffentlichung
weiterer Artikel prangerte er angebliche homosexuelle Beziehungen der Mitglieder des Liebenberger Kreises an. Die Vermutung war nahe liegend, dass der Fürst Philipp zu Eulenburg ein Verhältnis mit Kaiser Wilhelm II. habe. Es war bekannt, dass die Männerfreundschaften des Liebenberger Zirkels eine homoerotische Tendenz hatten. Die Dissonanzen zwischen dem Publizisten und dem Fürsten spitzten sich zu. M. Harden war der Meinung, dass Homosexualität in der Politik keinen Zuspruch finde. Es seien verweichlichte sowie verzogene Persönlichkeiten, die in der Politik keine Macht ausüben könnten.
Aufgrund weiterer Beschuldigungen seitens des Journalisten und des Verdachtes auf Homosexualität wurde der Fürst zu Eulenburg am 08. Mai 1906 verhaftet. Der nun größte Skandal im Bereich Homosexualität im Zusammenhang mit Politik war entstanden.
Weitere Informationen zum Thema: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41136365.html









