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Ressort: Gesundheitsredaktionen
Jeder Versicherte erhält einen „Krankheitsstempel“
Siemens-Betriebskrankenkasse warnt vor „Morbi-RSA“: Ab 2007 zahlreiche Nachteile für Versicherte bei deutlichem Kostenanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung
München, 19. Mai 2005 - Der geplante morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich („Morbi-RSA“) wird dazu führen, dass ab 2007 jährlich alle über 70 Millionen GKV-Versicherte anhand individueller Verordnungs- und Diagnosedaten einer Risikoklasse zugeteilt werden. Der Patient selbst erfährt nicht aufgrund welcher Daten er in welche Risikoklasse eingestuft wird. Wechselt er seine Krankenkasse, müssen diese Morbiditätsdaten von der alten Kasse an die neue Kasse gemeldet werden. Auch hiervon erfährt er nichts. „Jeder Versicherte erhält somit einen Krankheitsstempel, von dem er nichts wei?, sagt Dr. Hans Unterhuber, Vorstand der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK). Neben dieser umfassenden Datenverwertung von Krankheiten, die einen enormen administrativen Aufwand verursacht, führt dies zu der paradoxen Situation, dass Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser interessiert sein dürften, den Versicherten möglichst krank erscheinen zu lassen. „Kranke werden den Kassen schließlich das meiste Geld aus dem RSA bringen“, sagt Unterhuber. „Gefördert würden nicht Genesung und Gesundheit.“ Je umfangreicher die Behandlung, desto besser, denn hinter jeder Diagnose müsse eine Therapie "als Beleg" erfolgen. Dies dürfte zu einer Kostenexplosion führen, ohne den Menschen wirklich zu nutzen. Auch würden mit dem Morbi-RSA jegliche Präventionsbemühungen sowie versorgungspolitisch sinnvolle Ansätze wie „ambulant vor stationär“ konterkariert. Die stationäre Versorgung würde wieder vorrangig, da sie maßgeblich die Eingruppierung bestimmt. Innovative ambulante Behandlungsmethoden würden infolgedessen in Deutschland nicht praktiziert werden und der Medizinstandort Deutschland international an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
Eingeführt wurde der RSA 1994 unter anderem, um die damals bestehenden Beitragssatzspannen von bis zu 7,4 Prozentpunkten zu verringern. So konnten beispielsweise Arbeiter nicht einfach ihre Krankenkasse wechseln, um dem hohen Beitrag zu entgehen. Heute kann jeder jede Kasse wählen. Auch verringerte sich zwischenzeitlich die Beitragssatzspanne auf 2,5 Prozentpunkte. „Aus Sicht der Verbraucher gibt es deshalb keinen Grund, in 2007 einen ‚Morbi-RSA’ einzuführen“, sagt Unterhuber. Mittlerweile ist durch den RSA eine gigantische Umverteilungsmaschinerie entstanden. Allein im Jahr 2004 wurden 13,6 Mrd. Euro umverteilt – weit mehr als im Länderfinanzausgleich (9,1 Mrd. Euro bezahlten die Betriebskrankenkassen, 307 Millionen Euro die SBK). Diese Umverteilung führt heute schon zu Überkompensationen zugunsten einzelner Ortskrankenkassen und der Bundesknappschaft, die als Empfänger aus dem RSA mittlerweile Beitragssätze weit unter dem Durchschnitt der meisten Einzahler in den RSA haben. So erhalten beispielsweise die AOK Sachsen und die Bundesknappschaft, die Beitragssätze von 12,9% bzw. 12,4% haben, Gelder unter anderem von der SBK, die einen Beitragssatz von 14,2 % hat. Der RSA müsste eher beschränkt werden.
Über die SBK
Mehr Gesundheit fürs Geld – dieser Anspruch und fast 100 Jahre Erfahrung zeichnen die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) aus. Zum fairen Beitrag steht allen Interessierten ein umfassendes Leistungspaket mit vielen Vorteilen und Sonderleistungen offen. Bundesweit in 76 Geschäftsstellen bietet die SBK engagierten Gesundheitsservice, der nicht nur beim Gesundwerden, sondern auch beim Gesundbleiben unterstützt – kompetent, kundennah und individuell.
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