openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Aserbaidschan verweigert Jehovas Zeugen die Neuregistrierung - Auftakt zu weiteren Menschenrechtsverletzungen?

11.10.201008:54 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) BAKU (Aserbaidschan) - Am 16. Juli 2010 wies das Bezirksgericht Sabail eine Beschwerde von Jehovas Zeugen zurück. Nach dem vor einiger Zeit novellierten Gesetz über Religionsfreiheit war eine erneute Registrierung nötig geworden; der für Religionsgemeinschaften zuständige staatliche Ausschuss hatte sie jedoch verweigert.



Die Neuregistrierung gemäß den neuen Rechtsvorschriften hatten Jehovas Zeugen im November 2009 beantragt. Ende Februar 2010 erfuhren sie dann, dass der staatliche Ausschuss den Antrag wegen einer Formsache abgelehnt hatte - wegen des angeblichen Versäumnisses, wichtige Unterlagen beizufügen. In Wirklichkeit hatte die Rechtskörperschaft der Zeugen Jehovas in Baku mehrfach Anstrengungen unternommen, die nach den neuen Rechtsvorschriften für eine erneute Registrierung erforderlichen Unterlagen bereitzustellen. Man hatte auch versucht, den staatlichen Ausschuss darüber zu informieren. Dennoch wurde ihnen mitgeteilt, dass die Rechtskörperschaft "freiwillig" aufgelöst und die Registrierung neu beantragt werden müsste. Eine Bewilligung könne man nicht garantieren.

Jehovas Zeugen in Aserbaidschan leben jetzt in einer Zeit voller Ungewissheit. Sie waren zwar seit 1999 ununterbrochen als Rechtskörperschaft eingetragen, doch befürchten sie nun als religiöse Minderheit zunehmende Gegnerschaft. Die jüngsten unerfreulichen Übergriffe der Polizei geben ihnen auch Grund dazu, denn sie werden anscheinend von gerichtlicher Seite in Aserbaidschan gebilligt. Da der staatliche Ausschuss die Neuregistrierung verzögert und schließlich ganz verweigert hat, könnte sich die Polizei ermutigt fühlen, verstärkt die friedlichen Zusammenkünfte von Jehovas Zeugen und ihre Missionstätigkeit zu behindern sowie die Einfuhr und Verbreitung biblischer Literatur zu unterbinden.

Die Weigerung des staatlichen Ausschusses, Jehovas Zeugen erneut einzutragen, bestätigt, was Thomas Hammarberg, Menschenrechtskommissar des Europarates, in einem Bericht über Aserbaidschan bemerkte: "Die Neuregistrierung aller Religionsgemeinschaften - wenn sie weiterhin legal existieren wollen - scheint eine ziemlich überflüssige Verpflichtung zu sein, auf jeden Fall aber sollte man sie weniger umständlich erreichen können."

Das Bezirksgericht Sabail hat bei seiner Entscheidung die jüngsten Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte im Fall Jehovas Zeugen in Moskau gegen Russland (10. Juni 2010, Nr. 302/02) und Tebieti Mühafize Cemiyyeti und Israfilov gegen Aserbaidschan (8. Oktober 2009, Nr. 37083/03) völlig ignoriert. In beiden Fällen verurteilte das Gericht die staatlichen Maßnahmen gegen Jehovas Zeugen als willkürliche, ungerechtfertigte Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

Am 13. August 2010 legten Jehovas Zeugen gegen den Gerichtsentscheid beim Berufungsgericht in Baku Rechtsmittel ein. Sie hoffen, dass dieses und andere innerstaatliche Gerichte das Recht der aserbaidschanischen Zeugen Jehovas, ihren Glauben friedlich auszuleben, uneingeschränkt wahren werden.

Medienkontakt:
Belgien, European Association of Jehovah's Christian Witnesses,Telefon +32 2 782 0015
Großbritannien, European Association of Jehovah's Christian Witnesses,
Telefon: +44 208 906 2211
J. R. Brown (USA, Office of Public Information), Telefon +1 718 560 5000
Gregory Allen (USA, Associate General Counsel), Telefon +1 (845) 306-0711
Wolfram Slupina (Deutschland), Telefon 06483 413110, Telefax 06483 413100, E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 474330
 148

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Aserbaidschan verweigert Jehovas Zeugen die Neuregistrierung - Auftakt zu weiteren Menschenrechtsverletzungen?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von focus informer

Weißrussland verweigert religiösen Minderheiten gerichtlichen Rechtsschutz
Weißrussland verweigert religiösen Minderheiten gerichtlichen Rechtsschutz
Gomel (Weißrussland) — Das Komitee für Fragen der Religionen und Nationalitäten hat die „Lokale Religionsorganisation“ (LRO) von Jehovas Zeugen in Gomel erneut schriftlich verwarnt, nachdem Behörden behauptet hatten, dass die Zeugen nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfügen, um Gottesdienste abzuhalten. Die erste Verwarnung dieser Art erging am 2. September 2009. Seitdem wurden alle Versuche der LRO, diese anzufechten, immer wieder abgewiesen. Am 25. November 2010 hat der Vorsitzende der LRO von Jehovas Zeugen in Gomel beim Vorsit…
EGMR verteidigt Religionsfreiheit
EGMR verteidigt Religionsfreiheit
Gerichtlich bestätigt: Das Moskauer Verbot von Jehovas Zeugen ist illegal Strasbourg (Frankreich) — Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte am 10. Juni 2010 im Fall Jehovas Zeugen in Moskau ./. Russland ein Urteil zum Schutz der Religionsfreiheit in Russland gefällt. Daraufhin beantragte Russland am 9. September 2010 die Verweisung des Falls an die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs. Am 13. Dezember 2010 gab ein Ausschuss der Großen Kammer bekannt, dass dieser Antrag abgewiesen wurde. Das ursprüngliche Urteil des …

Das könnte Sie auch interessieren:

Beschwerde beim EGMR wegen Extremismusvorwurf
Beschwerde beim EGMR wegen Extremismusvorwurf
Jehovas Zeugen bringen den Fall Gorno-Altaisk vor STRASSBURG — Nachdem Jehovas Zeugen alle innerstaatlichen Möglichkeiten in Russland ausgeschöpft haben und die bestehende Rechtslage nur zu mehr Intoleranz, Diskriminierung und Gewalt geführt hat, sehen sie sich gezwungen, ihr Recht woanders zu suchen. Am 23. Juli 2010 hat die Rechtskörperschaft von …
Dramatische Zunahme an Menschenrechtsverletzungen in Russland
Dramatische Zunahme an Menschenrechtsverletzungen in Russland
… Klima in Russland hat sich inzwischen dramatisch verschlechtert. Im ganzen Land kam es in Hunderten von Übergriffen auf Zeugen Jehovas zu Menschenrechtsverletzungen. Das schließt Hausdurchsuchungen ebenso ein wie Verhaftungen und die Auflösung ihrer Gottesdienste. Eine Reihe internationaler Menschenrechtsorganisationen sandte eine Erklärung an Dimitri …
Bild: Zeugen Jehovas publizieren falsche Angaben zu eigenem NS-OpferBild: Zeugen Jehovas publizieren falsche Angaben zu eigenem NS-Opfer
Zeugen Jehovas publizieren falsche Angaben zu eigenem NS-Opfer
… reportiert in seiner neuen Exklusivreportage "Respekt und Achtung für ein Opfer des Nationalsozialismus" einen mehr als fragwürdigen Umgang mit der eigenen Geschichtsschreibung der Zeugen Jehovas. Ausgerechnet zu einem eigenen Prediger der Zeugen Jehovas, der seit über 31 Jahren mit im Rampenlicht der Organisation steht, wenn es um die Berichterstattung …
Bild: Körperschaftsstatus für Zeugen Jehovas enthüllt den wahren Charakter des deutschen StaatskirchensystemsBild: Körperschaftsstatus für Zeugen Jehovas enthüllt den wahren Charakter des deutschen Staatskirchensystems
Körperschaftsstatus für Zeugen Jehovas enthüllt den wahren Charakter des deutschen Staatskirchensystems
Kein "kooperatives" Verhältnis von Staat und Kirche, sondern einseitige Privilegierung Zur Frage des Verleihung des Körperschaftsstatus an die Zeugen Jehovas erklärt der Erste Vorsitzende des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), René Hartmann: Die Versuche einzelner Bundesländer, den Zeugen Jehovas den Status der Körperschaft …
Bild: Zeugen Jehovas und ein unliebsamer Justizfall am Oberlandesgericht KoblenzBild: Zeugen Jehovas und ein unliebsamer Justizfall am Oberlandesgericht Koblenz
Zeugen Jehovas und ein unliebsamer Justizfall am Oberlandesgericht Koblenz
Bereits im Jahr 2004 brachten die Zeugen Jehovas Deutschland gegen das von dem Journalisten Walter Egon Glöckel betriebene kritische Informationsportal, das unter der Domain zeugen-jehovas.info betrieben wurde, Klage am Landgericht Koblenz ein. Mit dem Versuch Namensanmaßung geltend zu machen startete das Unterfangen der Organisation kritische Informationsverbreitung, …
Bild: Journalist GLÖCKEL richtet Offenen Brief an RA Armin PIKL - ZEUGEN JEHOVASBild: Journalist GLÖCKEL richtet Offenen Brief an RA Armin PIKL - ZEUGEN JEHOVAS
Journalist GLÖCKEL richtet Offenen Brief an RA Armin PIKL - ZEUGEN JEHOVAS
Die juristische Konfrontation zwischen den ZEUGEN JEHOVAS und dem Journalisten Walter Egon GLÖCKEL die nunmehr vor dem Oberlandesgericht KOBLENZ im 3. Jahr ihres Bestehens zum Stillstand gekommen ist, veranlaßte GLÖCKEL dem als klagefreudlich bekannten Anwalt der ZEUGEN JEHOVAS, Armin PIKL, einen "Offenen Brief" zu übermitteln. Seit die ZEUGEN JEHOVAS …
Bild: Zeugen Jehovas neutralisieren kritisches WebportalBild: Zeugen Jehovas neutralisieren kritisches Webportal
Zeugen Jehovas neutralisieren kritisches Webportal
Nachdem die Zeugen Jehovas in Deutschland im November 2005 vorerst versehentlich ihre eigene Domain (jehovas-zeugen.info) gepfändet hatten (Bericht: siehe www.muenchnernotizen.info/Religion/ ), dürfte es Ihnen im zweiten Anlauf gelungen sein die Domain des kritischen Informationsportals des Journalisten und Herausgebers der muenchnernotizen, Walter Egon …
Bild: Journalist Glöckel veröffentlicht e-Book über ZEUGEN JEHOVASBild: Journalist Glöckel veröffentlicht e-Book über ZEUGEN JEHOVAS
Journalist Glöckel veröffentlicht e-Book über ZEUGEN JEHOVAS
Der Journalist und Sachbuchautor Walter Egon Glöckel hat das Sachbuch "Die Methodik der Dämonen der Zeugen Jehovas" jetzt auch als e-Book veröffentlicht. Das Buch beinhaltet eine überarbeitete Version der gleichnamigen Printausgabe, die Ende 2003 publiziert wurde. Buchinhalt ist die Analyse der Zeugen Jehovas-eigenen Literatur an Hand von etwa 200 Abbildungen, …
Russland ficht Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs an
Russland ficht Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs an
Regierung will am rechtswidrigen Verbot von Jehovas Zeugen festhalten ST. PETERSBURG (Russland) — Am 9. September 2010 hat Russland offiziell die seinerzeit einstimmig getroffene Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) angefochten, mit der das Verbot von Jehovas Zeugen in Moskau für rechtswidrig erklärt wurde. Russland hat …
Bild: Zum Gerichtsverfahren Zeugen Jehovas gegen Journalist GlöckelBild: Zum Gerichtsverfahren Zeugen Jehovas gegen Journalist Glöckel
Zum Gerichtsverfahren Zeugen Jehovas gegen Journalist Glöckel
Nach umfangreichen Recherchen wurde fristgerecht die "Erinnerung" (für Österreich der "Einspruch") gegen den Pfändungsbeschluß die Domain zeugen-jehovas.info betreffend, beim Amtsgericht Karlsruhe eingebracht (AZ: 8 M 21915/05). In dem umfassenden Schriftsatz erfolgte auch der Hinweis auf den Zusammenhang mit dem Prozeß vor dem Oberlandesgericht Koblenz …
Sie lesen gerade: Aserbaidschan verweigert Jehovas Zeugen die Neuregistrierung - Auftakt zu weiteren Menschenrechtsverletzungen?