(openPR) „Bedarf es einer anderen Geld- und Kreditordnung für eine solidarische Wirtschaft?“
Berlin-Schöneberg, am 3. November 2010, um 19:00 h diskutieren Samirah Kenawi und Prof. Dr. Marlene Kück zum Thema: „Brauchen wir eine andere Geld- und Kreditordnung für eine solidarische Wirtschaft?“ im Frauenkulturzentrum BEGINE. Eine Veranstaltung in der Themenreihe: Anders Wirtschaften – Anders Leben.
“Spare in der Zeit, so hast Du in der Not“?!
Ausgehend vom „Weltspartag“ der in diesem Jahr in Deutschland auf den 29. Oktober 2010 datiert ist, gehen die Referentinnen der Frage nach der veränderten Kapitalbeschaffung von Geschäftsbanken nach. Warben diese in vergangenen Jahrzehnten an diesem Tag noch um die Sparneigung ihrer Kunden, so scheint es, dass die Versorgung der Banken mit freshmony derzeit an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten kostengünstiger ist.
Dennoch appellieren die regierenden wirtschaftspolitischen Lenker an die Sparsamkeit der Bevölkerung. Für Kenawi ist es die Quadratur des Kreises: „Es ist paradox, wenn Wirtschaftspolitiker bei sinkenden Einkommen der Bürgerinnen und Bürger die Konsumausweitung zur Stärkung der Binnennachfrage fordern und gleichzeitig zum Sparen für die Rente aufrufen.“
Gute Banken – Schlechte Banken
„Was ist schon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?“ stellte Brecht in der „Drei Groschenoper“ in den Raum. Die Geschäftsbanken umgibt nicht erst seit Josef Ackermanns Konzepten zur Gründung von „Bad-Banks“ ein Flair des anrüchigen und übermächtigen. Dennoch stellt sich die Frage gibt es das „Richtige im Falschen“? Können genossenschaftlich organisierte Banken und alternative Kreditinstitute krisenfester wirtschaften? Kurzum bieten diese Banken den Bürgerinnen und Bürgern mehr Sicherheit für ihre Einlagen?
Kenawi sieht das Dilemma in einer verfehlten Geldordnung. In der Diskussion steht ihre These, dass Geldschöpfung zwar weiterhin durch die Geschäftsbanken, jedoch ausschließlich bei Erzeugung und Zirkulation der Waren über revolvierende (sich erneuernde) Kontokorrentkredite erfolgen soll. Um dauerhafte wirtschaftliche Dynamik bei Geldwertstabilität zu gewährleisten, muss der Chancenvorsprung von Unternehmen mit Eigenkapitalpolster gegenüber kreditfinanzierten Newcomern beendet werden, weshalb Kapitalrendite ebenso wie Bodenrendite fortan entfallen. Schluss also mit der "wundersamen Selbstvermehrung" des Geldes! Nach diesem Mechanismus pendeln künftig Kreditzinsen wie Sparzinsen um Null und können, je nach Geldumlauf, sogar zeitweilig negativ werden. Der Staat wird entschuldet durch "Bilanzverkürzung" zu Lasten „unseriöser“ und „unsinniger“ Geldvermögen, der Umfang von Sichtguthaben wie auch von Sparguthaben wird mit Hilfe eines variablen Systems begrenzt, indem oberhalb dieser Grenze bei Sparguthaben eine progressive Geldhaltegebühr zugreift. Damit sowie durch Überführung des bisherigen Privateigentums an Grund und Boden in nur mehr Nutzungsbesitz kommt eine Gesellschaft in den Blick, in der die Ideale der Französischen Revolution erstmals praktikabel werden. Ideen für die notwendigen Steuerungsinstanzen liefert Kenawi gleich mit.
Die Referentinnen
Samirah Kenawi hat sich in langjähriger Arbeit fundiertes Wissen über die Funktionsweise der Geld- und Kreditordnung angeeignet. Ihre umfangreichen Arbeiten sind im 2009 veröffentlichten Buch „Falschgeld – Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit“ gut zu verstehen, dargestellt. Näheres: www.falschgeldsystem.de
Prof. Dr. Marlene Kück ist Volkswirtin und Professorin für Bankbetriebslehre und Kulturmanagement. Sie war für verschiedene Banken tätig und befasst sich mit finanzwirtschaftlichen Themen im KMU-Bereich und im Sektor der alternativen Wirtschaft. Zahlreiche Publikationen befassen sich mit Theorie und Praxis des Genossenschaftswesens, sowohl in der Sphäre der Güterwirtschaft als auch im Bankensektor. Weitere Informationen: www.marlene-kück.de
Hintergründe zum Weltspartag
In vergangenen Jahrzehnten warben die Geschäftsbanken am „Weltspartag“ – seit 1924 auf den 31. Oktober datiert, in Deutschland der letzte Bankarbeitstag im Oktober– um die Sparneigung ihrer Kunden. Heute werben allenfalls die Genossenschaftsbanken und Sparkassen mit Plüschtieren und Ähnlichem, um die „Spargroschen“ des Kundennachwuchs. Der 1. Internationale Weltspartag wurde 1924 von 29 Ländern am Ende des 1. internationalen Sparkassenkongress in Mailand ausgerufen. „Anlass zur Einführung dieses Tages waren…“ so heißt es auf www.finanz-lexikon.de vor allem die „…damalige Weltwirtschaftskrise. Tausende Menschen verloren nicht nur ihre Ersparnisse sondern auch ihren Arbeitsplatz sowie das Vertrauen in den Wert des Geldes“.
Veranstaltungsort:
BEGINE – Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V.
Potsdamer Str. 139
10783 Berlin
Fon: 030-215 14 14
www.begine.de
E-Mail:






