(openPR) Positive Stimmung bei den deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im dritten Quartal 2010
JOB AG legt dritten Arbeitsklima-Index für 2010 vor
Auswertung 3-2010:
•Im 3. Quartal sind deutsche Arbeitnehmer wieder zufriedener
•Bereits 11. Quartalsbefragung der JOB AG seit 2008
•Zufriedenheitsindex steigt wieder auf 7,5 an und liegt auf dem Jahresanfangsniveau (Skala von 1=sehr schlecht bis 10=sehr gut)
•Auffallend: Männer erstmals gesunken und Frauen stark angestiegen: beide nun im Gleichklang bei 7,5
•Einflussfaktor Arbeitsklima konstant; Aufgaben, Gehalt und Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben steigen in ihrer Bedeutung
•Weiterhin rückläufig: Sicherheit des Arbeitsplatzes
Fulda, 05. Oktober 2010 – Nach Sommerferien und Urlaubszeit sind die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im dritten Quartal wieder positiver gestimmt. Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigt auf einer Skala von 1,0 (sehr schlecht) bis 10,0 (sehr gut) mit 7,5 wieder auf das Jahresanfangsniveau 2010. Im 2. Quartal lag die Stimmung mit 7,4 etwas niedriger. Wichtige Motivatoren wie Aufgaben, Gehalt sowie Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben verzeichnen einen deutlicheren Anstieg. Erstmals in 2010 stagniert der Einflussfaktor Arbeitsklima. Die Bedeutung der Sicherheit des Arbeitsplatzes nimmt weiterhin ab.
Die JOB AG (Fulda), Spezialist für Personal Management und Job Management in Deutschland, untersucht seit 2008 kontinuierlich einmal pro Quartal die Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Der Wert sank während der nun insgesamt elf Befragungen nie unter die 7,0-Marke. Im dritten Quartal 2010 spüren die Befragten hinsichtlich ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz die etwas positivere wirtschaftliche Gesamtlage.
„Überwiegend positiv gestimmt gehen die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in das vierte Quartal 2010. Beachtlich ist, dass das Arbeitsklima trotz Stagnation in seiner Gewichtung immer noch zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählt. Gefolgt von den Aufgaben scheinen für die Beschäftigten die „weichen“ Motivationsfaktoren, wie Arbeitsklima, Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, Vereinbarkeit von Beruf und Familien-/Privatleben, mehr Einfluss auf das Wohlbefinden zu haben. Wir sind gespannt welches Ergebnis wir im vierten Quartal 2010 zu sehen bekommen, “ kommentiert Stefan Polak, Vorstand der JOB AG, die Ergebnisse.
Männer skeptisch – Frauen wieder motivierter
Im Westen (7,5) und Osten (7,7) Deutschlands steigt die Zufriedenheit wieder an. Beachtlich ist jedoch, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Osten seit einem Jahr konstant zufriedener sind als die westdeutschen Kollegen. Die Geschlechter liegen in diesem Quartal gleichauf bei 7,5 mit einem Unterschied: In diesem Jahr sinkt zum ersten Mal der Zufriedenheitswert der Männer. Frauen hingegen erzielen einen deutlicheren Zuwachs von 7,2 im 2. Quartal.
Wie wohl fühlen sich alle?
Die jüngeren Generationen – bekannt für deutlichere Stimmungsschwankungen – legen in diesem Quartal wieder zu. Die 14- bis 29-Jährigen sowie die Beschäftigten im Alter von 30 bis 39 Jahren erreichen auf der Skala überdurchschnittliche 7,6. Nach zwei konstant niedrigen Quartalen steigt auch die Zufriedenheit der 50- bis 59- Jährigen auf 7,5. Das Wohlbefinden der 40- bis 49- Jährigen entwickelt sich seit dem 1. Quartal antizyklisch zu den anderen Altersklassen und sinkt von 7,5 (Q2, 2010) auf 7,4. Erstmals seit 2009 sinkt der Wert der Beschäftigten kurz vor dem Rentenalter (60+) unter die 8,0 Marke. Nichtsdestotrotz ist diese Altersklasse mit 7,9 dennoch am zufriedensten.
Fast alle Berufsgruppen – Leitende Angestellte und Beamte sowie Facharbeiter –verzeichnen im 3. Quartal 2010 einen Anstieg. Nur der Wert für Selbstständige, Freiberufler und Landwirte stagniert bei weit überdurchschnittlichen 8,7. Einen Riesensatz von 7,6 auf 8,0 machen vor allem die Leitenden Angestellten und Beamten. Der Wert erreicht seit einem Jahr erstmals diese Marke. Facharbeiter (7,3) sowie andere Angestellte und Beamte (7,5) erreichen auch wieder positivere Werte. Die Gruppe der sogenannten „Anderen Arbeiter“ steigt von 6,7 auf 6,8 an und schafft es auch in diesem Quartal nicht über die 7,0-Grenze.
Voll- und Teilzeitbeschäftigte sind sich einig. Beide Gruppen verzeichnen einen positiven Anstieg: Vollzeitbeschäftigte liegen mit 7,6 über dem Durchschnitt und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Teilzeit machen zwei Punkte gut auf 7,3.
Mitte Deutschland vollzieht größten Zufriedenheitsanstieg im dritten Quartal
Konstant und sehr zufrieden zeigen sich weiterhin die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt (7,9). Die „Ausreißer“ Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sanken im zweiten Quartal von guten 7,7 auf 7,0, im dritten Quartal starten diese Bundesländer aber wieder auf 7,7 auf der Zufriedenheitsskala durch. Die Beschäftigten in Berlin Ost und West (7,6) sowie in den Bundesländern Sachsen und Thüringen sowie Baden Württemberg (7,4) sind wieder zufriedener. Die Bundesländer Bayern sowie Nordrhein-Westfalen verlieren seit dem ersten Quartal 2010 kontinuierlich an Zufriedenheit. Bayern liegt nun mit 7,4 (Q1, 7,8;) unter dem Gesamtdurchschnitt und Nordrhein Westfalen sinkt auf 7,6 (Q2, 7,8). Ebenso rückläufig sind die Zahlen mit 7,4 in den Bundesländern Hansestadt Hamburg, Hansestadt Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (7,4).
Ist Bildung Zufriedenheitsgrundlage?
Erstmals in der dreijährigen Geschichte des JOB AG Arbeitsklima-Indizes steigt der Zufriedenheitswert der Arbeiternehmer ohne Lehre deutlich über die 7,0-Marke mit aktuell 7,3. Erwähnenswert ist auch die Vorquartalszahl 2010. Dort lag der Wert nämlich noch bei 6,0 und damit klar unter dem Trend. Zufrieden mit ihrer Situation zeigen sich auch die Beschäftigten mit mittlerem Bildungsabschluss (7,6) sowie Universität bzw. Abitur (7,8). Einzig die Kollegen mit Lehre fühlen sich seit dem 1. Quartal 2010 (7,4) nicht ganz so wohl. Der Wert dieser Gruppe sinkt weiterhin von 7,3 auf nun 7,2. Nach wie vor gilt aber in Summe: je besser die Bildung desto höher die Zufriedenheit.
Das Haushalts-Nettoeinkommen spielt im 3. Quartal 2010 für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz keine wesentliche Rolle. Sogar die Arbeitnehmer mit einem Verdienst unter 1.000 Euro verzeichnen einen leichten Zufriedenheitsanstieg um 0,2 auf den immer noch unterdurchschnittlichen Wert von 6,8. Arbeitnehmer mit 1.000 bis 1.500 Euro (7,1) sowie Beschäftigte mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 1.500 bis 2.000 Euro (7,2) sind zufriedener als zuvor. Leichte Veränderungen (7,3) gibt es im 3. Quartal 2010 bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 2.000 Euro bis 2.500 Euro (Q2: 7,2). Einzig bei der Gruppe über 2.500 Euro Haushalts-Nettoeinkommen geht der Wert nach unten mit 7,6 (Q2: 7,8).
Während sich beim persönlichen Nettoeinkommen die Arbeitnehmer mit geringfügigerem Verdienst hinsichtlich der Zufriedenheit am Arbeitsplatz positiv entwickeln, sinken hier die Werte der Beschäftigten, die über 2.000 Euro Nettoeinkommen haben. Trotz des sehr positiven Anstiegs sind die Berufstätigen mit unter 1.000 Euro weiterhin am unzufriedensten (7,3). Auf der Zufriedenheitsskala liegen die Kollegen mit einem persönlichen Nettoeinkommen von 1.000 bis 1.500 Euro und 1.500 bis 2.000 Euro bei 7,4 gleichauf. Immer noch führend, aber mit absteigender Tendenz bewegen sich die Zufriedenheitswerte der Berufstätigen mit einem Einkommen von 2.000 bis 2.500 Euro sowie über 2.500 Euro. Die Werte sanken von überdurchschnittlichen 8,0 im ersten Quartal (2.000 – 2.500 Euro) auf 7,5 und bei den Arbeitnehmern mit einem persönlichen Nettoeinkommen über 2.500 Euro von 8,7 auf 8,2.
Was beeinflusst das Wohlbefinden deutscher Arbeitnehmer am Arbeitsplatz?
Im 3. Quartal 2010 steigen fast alle Nennungen der Einflussfaktoren im Hinblick auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Nur das nach wie vor als Zufriedenheitsfaktor führende Arbeitsklima stagniert mit 55 Prozent, und die Sicherheit des Arbeitsplatzes (29% der Nennungen) und die Förderung/Weiterbildung (4 %) nehmen als Motivatoren ab. Die Aufgaben am Arbeitsplatz gewinnen wieder an Bedeutung und erreichen 45 Prozent, dicht gefolgt vom Motivationsfaktor Gehalt mit 44 Prozent. Der Trend, dass die Aufgaben am Arbeitsplatz im dritten Quartal wieder an Bedeutung gewinnen, wird von fast allen Interessengruppen West (45%), Ost (47%) bestätigt. Deutlich zugenommen als Zufriedenheitsfaktor hat in diesem Quartal auch die Vereinbarkeit von Berufs- und Familien-/Privatleben mit 16 Prozent. Vor allem im Osten hat dieser Motivator mit 21 Prozent deutlich zugenommen. Zum Vergleich: Im Westen erhält der Wert nur 14 Prozent der Nennungen. Auch das Gehalt gewinnt bei allen an Einfluss. Hohe Werte erzielt der Faktor Gehalt vor allem im Osten (47%) sowie bei den Männern (49%).
Fazit
Im dritten Quartal macht sich eine spürbar bessere Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bemerkbar. Mit 7,5 liegt der Arbeitsklima-Index der JOB AG wieder auf Jahresanfangsniveau. Eine Besonderheit ist die Differenzen zwischen den Beschäftigten in Ost und West: seit einem Jahr sind ostdeutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer konstant zufriedener als die Kollegen im Westen. Der Motivationsfaktor „Arbeitsklima am Arbeitsplatz“ ist für alle Befragten sehr wichtig und liegt konstant an erster Stelle. Die „Aufgaben am Arbeitsplatz“, „das Gehalt“ sowie die „Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben“ legen zu und gewinnen an Bedeutung. Es bleibt abzuwarten, ob sich der positive Aufwärtstrend des Arbeitsklimas im vierten Quartal fortsetzt.
Die Befragung
Die Ergebnisse sind Auszüge aus einer vierteljährlichen Befragung von TNS Emnid im Auftrag der JOB AG. Im nunmehr dritten Jahr erhebt TNS Emnid diesen Wert repräsentativ und unabhängig in der berufstätigen Bevölkerung. Das Unternehmen befragt dazu cirka 1.100 ausgewählte berufstätige Frauen und Männer aus allen Regionen, Altersgruppen und Bildungsschichten in Deutschland.
Presseservice
Die Ergebnisse des JOB AG Arbeitsklima-Indizes stehen allen Medien und Unternehmen gegen Quellenangabe kostenfrei zur Verfügung. Auf Wunsch können von Medien Sonderauswertungen – soweit aus dem Datenmaterial ableitbar – abgerufen werden.
Folgeuntersuchung im Dezember 2010
Der nächste Arbeitsklima-Index der JOB AG erscheint turnusmäßig im Dezember 2010. Darüber hinaus wird die JOB AG im Herbst dieses Jahres eine umfassende Gesamtauswertung der Arbeitsklima-Untersuchungen von Sommer 2008 bis Sommer 2010 vorlegen, um Unternehmen und Arbeitnehmern mit diesem Langzeitvergleich wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geben zu können. Die JOB AG wird rechtzeitig über diese Studie informieren. Die Langzeitbefragung kann ab Mitte Oktober kostenfrei abgerufen werden.










