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Partner des Suchtforums fordern verstärkte Suchtprävention und warnen vor Verharmlosung von Suchtmitteln

23.09.201013:20 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Nürnberg, 23. September 2010 – Angesichts des hohen Suchtmittelkonsums und der zunehmenden Bedeutung nicht stoffgebundener Abhängigkeitserkrankungen in Bayern setzen sich die Kooperationspartner des Suchtforums für einen weiteren Ausbau des flächendeckenden Systems der Suchtprävention in Bayern ein. „Die Behandlung der Folgen von Alkohol-, Nikotin- und Drogenabhängigkeit sowie von Verhaltenssüchten ist langwierig und kompliziert. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind erheblich“, betonte Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter, 2. Vorsitzender der Bayerischen Akademie für Suchtfragen in Forschung und Praxis BAS e. V., stellvertretend für die Partner des 9. Suchtforums, das gestern in Nürnberg stattfand. „Die Suchtprävention muss daher als gesamtgesellschaftliche und nicht nur als gesundheitspolitische Aufgabe verstanden werden.“

Gemeinsam mit der BAS veranstalteten die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK), die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) und die Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PTK Bayern) am 22. September 2010 in der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg das 9. Suchtforum mit dem Titel „Prävention zwischen Information und Animation – was hilft wirklich?“ Rund 300 Ärzte, Apotheker, Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Mitarbeiter von Suchthilfeeinrichtungen nahmen daran teil.

„Suchtprävention heißt, Risiken und Gefahren für die menschliche Gesundheit rechtzeitig zu begegnen, um psychische und physische Beeinträchtigungen und Schäden zu vermeiden“, so die gemeinsame Erklärung der Vertreter der drei Heilberufekammern, Ulrich Koczian (2. Vizepräsident der BLAK), Dr. Heidemarie Lux (BLÄK-Vorstandsmitglied) und Dr. Heiner Vogel (PTK Bayern-Vorstandsmitglied). „Erfolgreiche Suchtprävention fördert Wohlbefinden und Lebensqualität und kann einen Beitrag zur Kosten-senkung im Gesundheitswesen leisten.“

Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen stellen in Bayern – wie in ganz Deutschland – ein großes Problem dar. So hat der im Juni 2010 vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlichte Gesundheitsreport ergeben, dass sich die Zahl der Bayern, die aufgrund ihres exzessiven Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelt werden mussten, in den Jahren 2000 bis 2008 von 43.443 auf 56.571 drastisch erhöht hat. Bei Kindern und Jugendlichen haben die alkoholbedingten Krankenhausfälle dabei besonders stark zugenommen. Der Präventionsbedarf beim Alkoholmissbrauch bleibe hoch, konstatieren die Verfasser des Reports. „Akuter Rausch und so genanntes ’Komasaufen’ sind aber nicht allein ein jugendspezifisches Problem“, ergänzte Prof. Tretter.

Neben Alkoholmissbrauch spielen auch Nikotin-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit sowie nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten bei den Suchterkrankungen eine große Rolle: In Bayern leben rund 2,5 bis 3 Millionen Raucherinnen und Raucher, hiervon konsumieren ca. 1 Million mehr als 20 Zigaretten pro Tag. Die Zahl der Medikamentenabhängigen wird in Bayern auf rund 100.000 geschätzt. Etwa 30.000 Personen sind von „harten“ Drogen abhängig. Rund 16.000 bis 44.000 Bayern weisen epidemiologischen Studien zufolge ein pathologisches Spielverhalten an Unterhal-tungsautomaten mit Gewinnmöglichkeiten auf. Die Zahl der Personen in Bayern, deren Spielverhalten problematisch ist, wird auf 23.000 bis 50.000 geschätzt.

Wirksame präventive Maßnahmen beruhen im Wesentlichen auf Veränderungen von Verhalten und Einstellungen. Präventionsansätze lassen sich dabei nach verschiedenen Kriterien einteilen: Die Verhaltensprävention zielt auf die Vermeidung von gesundheitsgefährdendem Verhalten. Die Verhältnisprävention befasst sich indes mit technischen, organisatorischen oder sozialen Bedingungen des gesellschaftlichen Umfeldes und der Umwelt sowie deren Auswirkung auf die Entstehung von Krankheiten. Hierzu gehören beispielsweise ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen wie in Baden-Württemberg seit März 2010 gesetzlich vorgeschrieben, Steuererhöhungen für Alkohol oder eine Erhöhung der Vergnügungssteuer. Die Einführung der Letzteren ist auch in Bayern geplant.

Betroffene können sich in allen Fragen der Prävention von Suchterkran-kungen direkt an die Vertreter der vier Kooperationspartner des 9. Suchtforums als erste Anlaufstelle und Vermittler wenden.

Bei der Aufklärung vor den Gefahren und der Vorbeugung von Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen spielen die Massenmedien eine große Rolle: Fernseh- und Kino-Spots, Anzeigenkampagnen, Online-Marketing und soziale Netzwerke können wichtige Informationen und Botschaften vermitteln, die zu Verhaltensänderungen führen können. Die intensive, mediale Gesundheitskommunikation sollte daher als Teil einer umfassenden Suchtpräventionsstrategie verstanden werden. Bekannte Kampagnen wie „rauchfrei“ oder „Alkohol? Kenn Dein Limit“ ziehen messbare Erfolge nach sich.

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