(openPR) FRIEDRICHSHAFEN/RAVENSBURG – So richtig durchgestartet ist das gemeinsame Team der Dualen Hochschule Ravensburg und der Oregon State University bei der diesjährigen Formula Student. Sechs Starts und davon drei Siege lautet die beeindruckende Erfolgsbilanz.
Die Studenten vom Boden- und aus Übersee hatten es bereits im Frühjahr geahnt, dass ihnen in dieser Saison der Formula Student ein ganz großer Coup gelingen könnte. Kühn hatten sie bereits bei der Vorstellung des Boliden mit Plätzen auf dem Treppchen geliebäugelt – bei bis zu 120 Startern ein durchaus ehrgeiziges Ziel. Dass sie nun aber bei sechs Starts gleich drei Siege einfahren konnten, übertraf die Erwartungen des deutsch-amerikanischen Teams bei weitem.
Beim ersten Rennen in Detroit legte das Global Formula Racing-Team mit Platz eins einen Traumstart hin. Aber auch das ist Rennsport: Es folgten in Los Angeles, Silverstone und Hockenheim drei Ausfälle in aussichtsreicher Position im abschließenden Ausdauerrennen. Der Endspurt stimmte dann aber mit zwei furiosen Siegen bei den Formula Student Österreich und Italien wieder mehr als versöhnlich. Einen Wettbewerb hat das Team Friedrichshafen/Oregon dabei besonders dominiert: das Design. Dabei müssen die Studenten ihren Boliden quasi in und auswendig kennen, denn eine Jury löchert die Jungkonstrukteure rund ums Fahrzeug. Fünf erste und ein zweiter Platz für die DHBW-ler sprechen hier für sich.
Viel beachtet wurde bei dieser Formula Student-Saison auch der erstmalige Zusammenschluss der DHBW Ravensburg mit der Oregon State University. Am Bodensee und in Übersee arbeiteten jeweils rund 30 Studenten an dem Projekt. Auf beiden Kontinenten war ein baugleicher Bolide entstanden, bei Telefon- und Videokonferenzen wurde das deutsch-amerikanische Know-how ausgetauscht und koordiniert. Eine Zusammenarbeit, die dem Projekt offenbar Flügel verliehen hat. Am Ende dieser Saison hatte sich dann bewahrheitet, was Professor Thomas Nickel, „Vater“ des Rennwagenprojekts, zum Saisonauftakt gesagt hatte: „Wir sind ein kleines Team, aber der kleine Fisch vom Bodensee hat doch schon so manche große Nummer hinter sich gelassen.“ Keine Frage: Hochschulen etwa wie Stuttgart und München sind einfach eine andere Größenordnung – Siege garantiert ihnen dies aber noch lange nicht. Insgesamt hatten zuvor bereits vier Friedrichshafener DHBW-Studentengenerationen einen Rennwagen für die Formula Student gebaut.
Nach dieser erfolgreichen Saison nehmen die Studenten jede Menge Erfahrungen mit ins weitere Studium und in den Beruf. Sie mussten nicht nur ein Auto konstruieren und bauen, das alle anderen hinter sich lässt. Sie mussten sich in dem Wettbewerb zudem als Finanzplaner beweisen und mit Verkaufsargumenten überzeugen. Wertvolle Tipps gab es dazu noch am Rande der Wettbewerbe etwa von DTM-Star Bernd Schneider und Formel 1-Größe David Coulthard.
Info: Bei der Formula Student bauen Studenten in Teamarbeit einen einsitzigen Rennwagen, um damit bei einem Wettbewerb gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Es gewinnt aber nicht einfach das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Weltweit gibt es inzwischen neun Wettbewerbe, zwei in den USA und je einen in England, Deutschland, Italien, Österreich, Australien, Japan und Brasilien. Es ist jedem Team überlassen, zu wie vielen und zu welchen Wettbewerben es sich anmeldet, an den einzelnen Rennen nehmen bis zu 120 studentische Teams teil. Das Team der DHBW Friedrichshafen nahm an sechs Bewerben teil: Platz 1 in Detroit, Platz 9 in Los Angeles, Platz 16 in Silverstone, Platz 19 in Hockenheim, Platz 1 in Melk, Platz 1 in Varano die Melegari.











