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Krankenhaus- Küchen als Einfallstor für Infektionen?

26.08.201014:38 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Mit Fleischprodukten können Krankenhausküchen leicht zum Einfallstor für gefährliche Krankheitserreger werden, darunter Antibiotika-resistente Keime wie MRSA (Methicillin resistenter Staphylokokkus Aureus). Dieser Gesichtspunkt darf bei der neu entbrannten Diskussion um die Hygiene-Sicherheit in Krankenhäusern nicht außer Acht gelassen werden.


Karin Ulich, 1. Vorsitzende des Vereins Tier & Mensch e.V. kann nicht verstehen, dass in der Regel immer noch Geflügel- und Schweinefleisch zum festen Bestandteil der Krankenhaus-Speisepläne gehört, Puten- oder Hühnerfleischprodukte gar als gesund angesehen werden. Diesem Anspruch genügen sie leider - zumindest in heutigen Zeiten – nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Aus Massentierhaltungen, in denen weit über 90% der Schweine und fast alle Puten "produziert" werden, kann kein gesundes Fleisch stammen, denn die Tiere sind krank.
In der Nutztierhaltung von Schweinen, Geflügel, Rindern und Kaninchen werden während der Mast regelmäßig Antibiotika verabreicht, um die große Infektionsgefahr einzudämmen. Genauer gesagt: Mehr als die Hälfte der in Deutschland verbrauchten Antibiotika – 780 Tonnen jährlich(!!) werden bei den Nutztieren eingesetzt! Trotzdem ist ein hoher Prozentsatz der Schlachtkörper mit Keimen belastet, die Lebensmittelvergiftungen auslösen.

Denn die Tiere werden heutzutage entgegen ihren Bedürfnissen zu Tausenden eng zusammengepfercht in düsteren Hallen gehalten, die Schweine über ihren Exkrementen auf Spaltenböden, die Puten (sowie Masthühner und -enten) auf ihren wachsenden Kotbergen. Den unter Dauerstress lebenden Tieren fehlen die Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten, weshalb ein hoher Prozentsatz mit Salmonellen, Campylobakter, Schweine zu 92% auch mit unterschiedlichen Influenzaviren infiziert sind. Jährlich leiden daher Zehntausende von Verbrauchern in Deutschland an Lebensmittelvergiftungen. Fast alle Schweine haben Atemwegsinfektionen, da sie dem Ammoniakgeruch der Gülle ausgesetzt sind und Verletzungen und Arthrosen an Klauen und Gelenken wegen der harten Spaltenböden. Ausnahmslos alle Puten aus der Massentierhaltung haben Wunden und Geschwüre an den Füßen, weil sie in ihrem Kot stehen und viel zu schnell an Gewicht zulegen müssen. Als Tierarzt und Ernährungsbewusster Mensch rät Karin Ulich davon ab, Fleisch aus Massentierhaltungen in Krankenhäusern zu verwenden. Fleisch und Wurst sollte die Ausnahme sein und von heimischen Biobauern, Neulandbetrieben oder sorgfältig geführten Freilandhaltungen stammen. Aus eigener Erfahrung kann Ulich versichern: Es lebt sich deutlich gesünder ohne Fleisch – schmackhafte Alternativen gibt es genug.
Die Akzeptanz einer Ernährung ohne oder mit geringem tierischen Anteil ist durch Aufklärung stark gewachsen – auch das Buch „Tiere essen“ von Foer leistet dazu einen wichtigen Beitrag.


Karin Ulich, Tierärztin

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