(openPR) Wende auf niedrigem Niveau / Werte 2008 noch nicht in Reichweite / Leasing: Realistische Restwert-Kalkulation schützt vor bösen Überraschungen /
Bad Homburg, im August 2010. Der dramatische Preisverfall bei Gebrauchtfahrzeugen scheint vorerst gestoppt. Das zeigt der VMF-Restwert-Indikator* im ersten Halbjahr 2010. Nachdem im Januar 2010 mit 33,8 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung (UPE) der Hersteller ein absoluter Tiefststand erreicht wurde, hat der Indikator bis Juni 2010 etwas mehr als einen Prozentpunkt gewonnen und die 35-Prozent-Marke wieder leicht überschritten. „Das ist erfreulich, doch unsere Langzeitstudie zeigt, dass der Wert der Gebrauchfahrzeuge immer noch rund sieben Prozentpunkte hinter dem aus dem Oktober 2008 zurückliegt“, sagt Michael Velte, der Vorstandsvorsitzende des VMF und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet.
Die Diskrepanz im Zeitablauf ist dann gefährlich, wenn nicht vorausschauend kalkuliert wurde und betrifft viele Fahrzeuge, die in den kommenden 12 Monaten turnusgemäß in den Fuhrparks ausgetauscht werden. Fuhrparkverantwortliche sollen sich Restwertkalkulationen und damit verbundene Risiken genau ansehen. Insbesondere bei Leasingverträgen spielt der Restwert nach der Vertragslaufzeit in der Kalkulation eine wichtige Rolle, denn Differenzen zum erzielten Marktpreis müssen je nach vertraglicher Vereinbarung unter Umständen vom Leasingnehmer übernommen werden. Problematisch wird es– für die Leasinggesellschaft, den Handel oder den Kunden, je nach Risikoträger –, wenn zu optimistisch kalkuliert wurde und der erwartete Restwert nicht erreicht werden kann. Velte: „Betriebswirtschaftlich saubere Kalkulationen gehören zum professionellen Fuhrparkmanagement. Wer anders handelt, ignoriert zukünftige Entwicklungen und lockt mit verführerischen niedrigen Leasingraten, die eine unerwartet hohe Unterdeckung am Vertragsende verursachen können.“ Zum Vergleich: Wenn der durchschnittliche Neuwagenpreis bei 26.000 Euro liegt und der Leasinggeber 40 Prozent Restwert nach drei Jahren kalkuliert, dann müsste der Verkaufserlös rund 10.400 Euro betragen. Tatsächlich wird nach der VMF-Analyse im Schnitt derzeit allerdings nur ein Preis von 9.152 Euro erzielt. „Das sind 1.248 Euro weniger pro Fahrzeug und nur ein Durchschnittswert, der bei Fahrzeugen der Oberklasse entsprechend höher ausfällt. Eine mögliche Kostenfalle insbesondere auch für Fuhrparks, die Restwertrisiken selbst übernehmen, betont Michael Velte.
Fazit
Nachdem 2010 das Jahr der Neuwagen war, zieht die Nachfrage nach gebrauchten Automobilen wieder etwas an. Dabei entspannen sich auch die Preise. Nach und nach haben sich die Hersteller auch dazu entschlossen, den Handel nicht im Stich zu lassen und beteiligen sich in unterschiedlicher Form an den Restwertrisiken. „Allerdings müssen die Hersteller sich jetzt mit der selbst erzeugten „Blase“ in diesem Segment auseinandersetzen“, sagt Michael Velte. Verkaufswerte im Schnitt von über 40 Prozent seien schon seit mehreren Jahren einfach nicht mehr zu erzielen. Es sei denn, der Hersteller hatte gezielt Verkaufsförderungen zur Verfügung gestellt, die eine spätere Vermarktungsphase stützen sollten. Und die müssen jetzt auch noch zur Verfügung stehen. Die Gebrauchtwagenvermarktung aus Leasing-Rückläufern soll nicht zuletzt wegen der fahrlässig zu hoch kalkulierten Restwerte schon im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust verursacht haben, der zum großen Teil beim Handel und den Leasinggesellschaften hängen geblieben ist. Das war für den Handel Existenz bedrohend und hat in der Konsequenz einzelnen Händlern die Insolvenz gebracht.
Der Langzeitvergleich des Verbands markenunabhängiger Fuhrparkmanagement¬gesellschaften e. V. (VMF), bei dem monatlich der Verkauf von 10.000 gebrauchten Fahrzeugen simuliert wird, die typisch in einer Flotte vertreten sind, ist ein gutes Werkzeug zur Einschätzung der Marktlage.
*Der VMF-Restwert-Indikator
Aus einem in Oktober 2008 "eingefrorenem" Bündel von circa 10.000 Fahrzeugen verschiedener Fabrikate, Modelle, Laufzeiten und Laufleistungen, also einem typischer Weise in einem gewerblichen Fuhrpark genutzten Mix, wird jeden Monat eine Bewertung nach Eurotax-Schwacke zu Händlereinkaufspreisen ermittelt. Durch diese monatliche Bewertung der theoretischen Vermarktung kann man den Werteverlauf des Gebrauchtwagenmarktes sehr gut verfolgen. Im Ergebnis erhält man den durchschnittlichen Wiederverkaufswert, also den zu erzielenden Restwert der circa drei Jahre alten Pkw.










