(openPR) VMF-Restwert-Indikator sinkt um 2,1 Prozentpunkte in zwölf Monaten / Verband warnt vor Kostenrisiken bei falscher Kalkulation / Vetragsende: Faire Fahrzeugbewertung des VMF nimmt an Bedeutung zu
Bad Homburg, im August 2008. Innerhalb von nur einem Jahr sind die Gebrauchtwagenpreise um 2 Prozentpunkte gefallen. Das geht aus einem Langzeitvergleich des Verbands markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF) hervor, der regelmäßig mit dem VMF-Restwert-Indikator* ermittelt wird. „Der starke Abschwung in so kurzer Zeit birgt Restwertrisiken für Kunden oder Anbieter, je nach Vertragsmodell.“, warnt Michel Velte, der Vorstandsvorsitzende des VMF.
Lag der durchschnittliche Wiederverkaufswert, also der zu erzielende Restwert eines Fahrzeuges mit beispielsweise 90.000 km und einem Alter von 36 Monaten im Mai 2007 noch bei 41,7 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung (UPE) der Hersteller, so lag er 12 Monate später nur noch 39,6 Prozent der UPE. Gemessen am Durchschnittspreis der Neuwagen von 26.500 Euro (Daten des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes für 2007), bedeutet das eine Reduktion des Restwertes von 557 Euro pro Fahrzeug. Bei großen Pkw-Flotten kann das einen siebenstelligen Betrag bedeuten. Das die Entwicklung der Gebrauchtwagenpreise und damit der Restwerte in den letzten Monaten von einem weiteren Verfall geprägt ist, ist nach Meinung der VMF-Experten wesentlich durch die Überproduktion von Fahrzeugen und die damit verbundenen hohen Nachlässe und Quersubventionen der Hersteller getrieben. Dabei leistet die makroökonomische Situation ihr Übriges.
Der VMF empfiehlt Restwerte dem Markt anzupassen
Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet GmbH erwartet mittelfristig keine Verbesserung der Gebrauchtwagenpreise. Das bedeutet vor allem, dass die Restwerte dem Markt angepasst werden müssen. Da dies zwangläufig zur Änderung der Kalkulationsgrundlage und damit zu Erhöhungen der Finanzleasingrate führt, werden die VMF-Mitglieder ihren Kunden Lösungen und Maßnahmen anbieten, die diesem Effekt entgegen wirken. Das können auf Basis der Fuhrparkanalysen ein modifizierter Modelmix, geänderte Laufzeiten und -leistungen oder weitere Prozessverbesserungen sein.
Konsequenzen für Branche und Kunden
Auch für die Branche wird die Entwicklung nicht ohne Folgen bleiben, vor allem bei den Leasinggesellschaften, die diesen Trend nicht rechtzeitig erkannt haben. Velte: „Diese Unternehmen werden künftig vor einer großen Herausforderung stehen, die Konsequenzen wirtschaftlich darzustellen. Insbesondere bei Herstellergesellschaften erwarten wir durch teilweise massiv gestützte Restwerte empfindliche Einbußen.“ Gleichwohl sind davon auch Fabrikatshändler betroffen, die vielen Fällen überzogene Restwerte für Herstellergesellschaften garantiert haben. Dabei sei zu beobachten, dass einzelne Hersteller gerade in den letzten Monaten ihre Restwerte spürbar abgesenkt haben.
Fuhrparkkunden aber auch private Leasingkunden müssen die Gebrauchtwagenmärkte im Blick haben. Für einen Privatkunden ist es schwieriger, hat aber direkte Auswirkungen auf die Kosten seines Leasingvertrages, da es sich bei Privatleasing meist um Finanzleasing handelt. Die Auswahl des Vertrags erfolgt oftmals so, dass das günstigste Angebot genommen wird. Damit die Vorteile von Leasing voll genutzt werden können und es bei Vertragsende kein böses Erwachen gibt, muss auch hier auf die Qualität und Seriosität des Anbieters geachtet werden.
Für die Kunden professioneller Fuhrparkmanagementunternehmen ist die Beobachtung und Abgleich der Restwertentwicklung in der Regel Teil des Gebrauchtwagenmanagements des jeweiligen Dienstleisters und damit inklusive. Aber auch die "Faire Fahrzeugbewertung" durch den VMF nimmt aus Kundensicht noch mehr an Bedeutung zu, denn auch die Berechnung von Schäden am Vertragsende sind ein sensibler Punkt in einem Vertrag. Und in Phasen von sinkenden Restwerten wissen Kunden allzu oft davon zu berichten, dass das vermeintlich günstigste Angebot sich am Vertragsende als teuer darstellt.
Fazit: Die Kalkulation muss angemessen sein
Der VMF tritt schon immer dafür ein, die Leasingrate von Beginn an wirtschaftlich vernünftig zu kalkulieren und auf Schwankungen des Marktes adäquat zu reagieren. Denn letztlich kommt das langfristig allen Marktteilnehmern zu Gute. Der VMF-Restwert-Indikator hilft dabei. Nur so kann vor allem im Fuhrpark-Management eine adäquate Leistung erbracht werden. „Denn Fuhrparkmanagement mit den umfassenden Serviceleistungen ist nun mal etwas mehr, als nur 36 Monate eine Leasingrate zu zahlen.“, unterstreicht Michael Velte.
*Der VMF-Restwert-Indikator
Aus einem in Oktober 2006 "eingefrorenem" Bündel von circa 10.000 Fahrzeugen verschiedener Fabrikate, Modelle, Laufzeiten und Laufleistungen, also einem typischer Weise in einem gewerblichen Fuhrpark genutzten Mix, wird jeden Monat eine Bewertung nach Eurotax-Schwacke zu Händlereinkaufspreisen ermittelt. Durch diese monatliche Bewertung der theoretischen Vermarktung kann man den Werteverlauf des Gebrauchtwagenmarktes sehr gut verfolgen.










