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Herdenschutz-Praxisseminar in Norddeutschland

10.08.2010 • 15:23 Uhr • Energie & Umwelt
Herdenschutzhund bei der Arbeit
Herdenschutzhund bei der Arbeit

(openPR) Seit Herbst 2007 gibt es in der Nähe der niedersächsisch-mecklenburgischen Landesgrenze im Landkreis Ludwigslust Hinweise auf Wölfe. Im Januar 2008 wurden bei Woosmer ein Mutterschaf und zehn Jungtiere von einem oder zwei Wölfen gerissen – der bislang größte Schaden auf mecklenburgischen Boden. Der betroffene Schäfer Wendelberger war einer von 18 Teilnehmern des ersten Herdenschutz-Praxisseminars, das am 07.08.10 in 19273 Preten stattfand.

Ausrichter der Veranstaltung war Schäfer Klaus Seebürger, der die mit Abstand größte Schäferei in der Region betreibt. Nachdem er vor ca. einem Jahr zwei Lämmer vermutlich durch Wölfe verloren hat, lässt er seine Schafe nicht mehr ungeschützt auf den Weiden und setzt mehrere Herdenschutzhunde ein. Damit betrat er Neuland. Denn was in der Schweiz oder den Balkanländern seit langem etabliert ist, muss in Deutschland erst erprobt werden. Es fehlen Erfahrungen, und Expertenwissen ist rar.

In Ermangelung eines bundeseinheitlichen Standards oder eines Herdenschutzhundezentrums als Anlauf- und Beratungsstelle sehen sich Schäfer und Nutztierhalter bei der Auswahl geeigneter Hunderassen, bei der Anschaffung, bei deren Ausbildung und Handhabung, bei der Zucht und in Förderungs- und Versicherungsfragen auf sich allein gestellt.

Deshalb war Schäfermeister Helmut Lenz aus Sachsen-Anhalt angereist, um den Kollegen im Nachbarland von seiner Erfahrung mit Herdenschutzhunden zu berichten. Als „Anschauungsmaterial“ dienten zwei Herden und Herdenschutzhunde Seebürgers. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kristin Zscheile (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern) und Norman Stier (TU Dresden – Forstzoologie, AG Wildtierforschung).

Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. agierte als Mittler zwischen Nutztierhaltern, Wolfssachverständigen und Behörden und hatte so für das Zustandekommen des Kurses gesorgt, der aus Mitteln der EU und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert wurde.

Die Resonanz war bei allen beteiligten Schäfern ausgesprochen positiv. Der Freundeskreis wird sich weiter für ein Miteinander in Sachen Herdenschutz engagieren und steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

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