(openPR) Wolfsmischlinge von Ohrdruf/ Thüringen
Seit einigen Tagen ist das Thema zum Umgang mit den Mischlingen in Thüringen wieder präsent.
Im Oktober 2017 entschied die Thüringer Umweltministerin nach Rücksprache mit der obersten Naturschutzbehörde, die Mischlingswelpen entnehmen zu lassen. In der Zwischenzeit wurden nach missglückten Fangversuchen zwei Wolfsmischlinge erschossen und das Umweltministerium Thüringen erhielt daraufhin etliche Anzeigen. Aufgrund des öffentlichen Drucks wurde die Entnahmegenehmigung bislang nicht verlängert.
Der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. hat bereits im Oktober 2017 zu diesem Thema Stellung bezogen und sich für die Entnahme durch Abschuss ausgesprochen. Unser Verein sieht keine Alternative als die letale Entnahme der Wolfsmischlinge, da ein Leben in Gefangenschaft für ehemals freilebende Wölfe, auch Mischlinge, in unseren Augen schlicht Tierquälerei ist.
Selbst handaufgezogene Wolf-Hund Mischlinge haben immer einen großen Freiheitsdrang und nutzen jede Gelegenheit aus Ihrer Umzäunung zu entkommen und diese artgerecht zu halten ist nicht möglich. Das zeigte auch der letzte Fall von Mischlingswelpen in Sachsen im Jahr 2003. Durch wiederholte Versuche, die Umzäunung zu überwinden, um in Kontakt mit Wölfen in den Nachbargehegen zu kommen, verletzten sich die vorher eingefangenen Tiere so schwer, dass sie schließlich eingeschläfert werden mussten.
Daher unterstützen wir auch die Aufforderung von Herrn Silvester Tamás vom NABU-Thüringen, die Entnahme des verbliebenen Mischlings möglichst schnell voranzutreiben. Momentan ist der Mischling noch im Revier Ohrdruf und hat demnach auch noch keine Nachkommen. Es besteht also jetzt Handlungsbedarf, bevor das Tier abwandert.
Es geht hierbei nicht um Bedenken der Gefährlichkeit dieser Mischlinge, sondern um artenschutzrechtliche Gründe. Mischlinge zwischen Wolf und Hund können eine Bedrohung für unsere kleine Wolfspopulation sein, wenn Hundegene sie verändern. Sie muss daher vor solchen Einflüssen geschützt werden.
Wölfe haben sich seit Hunderttausenden von Jahren durch die Evolution ihrer Umwelt angepasst.
Durch Einflussnahme des Menschen konnte der Hund entstehen, hat im Laufe der Zeit unterschiedliche Aufgaben erfüllt und sich teilweise morphologisch sehr verändert. Das ist Domestikation und durch eine Mischung mit dem Wolf entsteht ein genetischer Nachteil für die Nachkommen der Wölfe und keine Art von Evolution.
Das Mischlinge auf jeden Fall entnommen werden sollen, ist im Übrigen allgemeiner internationaler Konsens, das streiten auch die Jäger nicht ab (siehe https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/woelfe-in-deutschland/wolfshybriden-in-deutschland/).
Allerdings haben Mischlinge den gleichen Schutzstatus wie Wölfe selbst. Dies deshalb, damit die Behörden die Bestimmung „Wolf“ oder „Mischling“ durchführen können und müssen, um genaue Prüfungen im Vorfeld vornehmen zu können und so Fehlentscheidungen vorzubeugen. Aus Artenschutzgründen erfolgt dann eine Genehmigung zur Entnahme aus der Natur. Dem Umweltministerium sind aus diesen Gründen also keine Vorwürfe zu machen.
Dabei ist es in keinster Weise hilfreich, wenn andere Personen diese notwendigen Maßnahmen behindern oder sogar blockieren (https://www.mdr.de/thueringen/west-thueringen/gotha/kosten-fangaktion-woelfe-100.html).
Im Gegenteil, sollte es nicht gelingen, die Mischlinge rechtzeitig zu entnehmen so dass diese abwandern können, kann das langfristige Probleme für die gesamte Wolfspopulation bedeuten. Daher stehen wir als Verein diesen bestimmt gut gemeinten, aber leider absolut nicht hilfreichen Blockadeversuchen von Tierfreunden sehr skeptisch gegenüber. Ein funktionierendes Wolfsmanagement kann und darf die Möglichkeit der Entnahme nicht ausschließen.
Wir bitten daher das Thüringer Umweltministerium und die Thüringer Umweltministerin, Anja Siegesmund, das Vorhaben zur Entnahme der Mischlinge so schnell wie möglich wieder auf den Weg zu bringen!
Text
Mike Plaschke
Inhaltlich verantwortlich













