(openPR) Historiker Hans-Ulrich Wehler: Debatte um Papst als HJ-Miglied ist "grotesk"
Der Bielefelder Zeithistoriker Hans-Ulrich Wehler hält die Debatte um die frühere Mitgliedschaft von Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., in der Hitlerjugend für "grotesk". Durch das seit 1938 verschärft geltende "Jugendpflichtgesetz" habe man sich einer solchen Mitgliedschaft gar nicht entziehen können, erklärte Wehler in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" für deren morgigen Ausgabe (Samstag, 23.04.05). Wehler, selbst Jahrgang 1931 und zuletzt noch Hitlerjunge, bewertet in dem Interview auch die Folgen der nationalsozialistischen Indoktrination von Jugendlichen für die Geschichte der Bundesrepublik. Dabei hebt er besonders die von den Nationalsozialisten angestrebte "Leistungsvolksgemeinschaft" hervor, die einerseits erkläre, warum Deutschland sechs Jahre lang Krieg gegen die halbe Welt führen konnte, andererseits "das Unterfutter für die Soziale Marktwirtschaft" in der Bundesrepublik gebildet habe. "Meine Generation brauchte nur eine Entnazifizierung, und dann konnte sie zeigen, was sie konnte", sagte Wehler.
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