(openPR) Trier, 03. August 2010. Psychische Probleme haben sich zur Volkskrankheit Nummer eins und zu einem enormen Kostenfaktor für das Gesundheitssystem und die Arbeitswelt entwickelt. Dabei liegt bei vielen psychischen Problemen Stress als ein wesentlicher Faktor zugrunde. Aber was genau ist Stress eigentlich und wie kann man ihn messen? Die Klärung dieser Frage ist notwendig um geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Hinter dem geläufigen Begriff Stress verbirgt sich ein weitaus komplexeres Konzept, als der Durchschnittsgestresste vielleicht annehmen mag. Bei der Stressreaktion handelt es sich um eine Anpassungsleistung des Körpers an herausfordernde Anforderungen der Umwelt. Das Stresskonzept beinhaltet dabei drei wichtige Aspekte: (1) Den Stressor selbst – das kann z.B. ein Umweltfaktor wie hoher Lärm oder auch ein belastendes Lebensereignis sein. (2) Die psychische Reaktion auf den Stressor – also bestimmte Gefühle wie Angst oder auch Erschöpfung. (3) Die biologische Reaktion auf den Stressor – beispielsweise die Ausschüttung bestimmter Hormone sowie damit einhergehende körperliche Veränderungen wie eine Erhöhung der Herzfrequenz. Jeden dieser drei Aspekte kann man gesondert betrachten und messen; richtig interessant ist jedoch vor allem ihr Zusammenspiel. So weist nicht jeder Mensch dieselben Reaktionen auf. Vielmehr variieren diese zwischen Menschen aber auch zwischen Situationen. Auch führt nicht jeder Stressor bei jedem Menschen gleichermaßen zu denselben Auswirkungen, z.B. in Form von Erkrankungen.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Stress. Von akutem Stress spricht man, wenn das Vorhandensein des Stressors von kurzer Dauer ist und der Körper die Möglichkeit hat, sich nach Abklingen der Stressreaktion zu erholen und wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. Chronischer Stress liegt dann vor, wenn ein oder mehrere Stressoren über eine lange Dauer auf den Menschen einwirken. Dem Körper ist eine Erholung nicht mehr möglich; die biologischen Stresssysteme laufen aus dem Ruder und können nicht mehr reguliert werden. Dies birgt Risiken für die geistige und körperliche Gesundheit.
Die Messung des Stresserlebens und der Stressreaktion stellt einen wichtigen ersten Schritt zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen dar. Im Bereich der Messung von akutem Stress gilt der so genannte Trier Social Stress Test (TSST) als die Methode der Wahl. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Stresssituation, die zu einem zuverlässigen Anstieg diverser psychischer und biologischer Stressparameter führt. Die psychische Stressreaktion beschreibt dabei, wie eine Person die akute Stressreaktion wahrnimmt. Hier werden häufig Fragebögen eingesetzt. Die biologische Stressreaktion kann auf unterschiedlichen Ebenen erfasst werden, so sind beispielsweise das Stresshormon Cortisol, die Herzrate, Immunparameter, usw. wichtige Biomarker.
Wirken Stressoren nun länger auf einen Organismus ein, spricht man von chronischem Stress. Auch hier haben sich Verfahren etabliert, mit denen man psychische und biologische Veränderungen erfassen kann. Die Aufwachreaktion des Hormons Cortisol (engl. Cortisol Awakening Response; kurz: CAR) liefert hier Hinweise auf eine Dysregulation dieses Biomarkers. In Trier hat man nun darauf aufbauend ein Verfahren namens Neuropattern™ entwickelt und setzt es in ersten Studien ein. Bei Neuropattern™ werden gezielt diejenigen biologischen Systeme untersucht, die bei chronischem Stress aus dem Ruder laufen können. Verschiedene Muster der Disregulation dieser Systeme können erfasst werden. Hieraus wird eine persönlich zugeschnittene Interventionsempfehlung abgeleitet.
Sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung ist eine sorgfältige und durchdachte Messung von Stresserleben und Stressreaktionen unabdingbar. Nur so können zielgerichtete und geeignete Gegenmaßnahmen entwickelt werden. Einen ausführlichen Überblick über gängige Messverfahren in Bezug auf Stress gibt hier das Buchkapitel „Measuring Stress“, welches kürzlich in der Encyclopedia of Behavioral Neuroscience (2010, Elsevier) erschienen ist.
Als Auftragsforscher mit Sitz in Triers Wissenschaftspark bietet das Institut DAaCRO diese Expertise auf jeweils aktuellstem Stand seinen Sponsoren an. DAaCRO hat genau hier seinen Schwerpunkt gesetzt und führt seit nunmehr 7 Jahren Untersuchungen zu psychotropen Effekten von Pharmazeutika, Nutraceuticals, Functional Food, Nahrungsergänzungsmitteln und Health Care Produkten durch: „Wir bieten hier unsere Expertise flankiert von der Expertise unseres wissenschaftlichen Beirats Unternehmen an, um neues Wissen möglichst rasch für eine bessere Gesundheit von Menschen nutzbar zu machen“, so DAaCRO-Geschäftsführerin Juliane Hellhammer.











