(openPR) Paderborn, 8. April 2005 – Seit langem kursieren in der Öffentlichkeit unglaubliche Legenden über die Erneuerbaren Energien. An Stelle der zahlreichen positiven Effekte wie z. B. Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, Wirtschaftswachstum sowie Ressourcenschonung, die diese noch junge und extrem innovative Branche bewirken, verbinden viele Menschen vor allem negativ besetzte Schlagworte mit den Erneuerbaren Energien. Und obwohl im „Energieland Nr. 1“ unter Federführung der Energieagentur und der Landesinitiative Zukunftsenergien intensive Informations- und Aufklärungsarbeit geleistet wird, werden diese Legenden gerade jetzt im Vorfeld der Landtagswahl in NRW gern zu Wahlkampfzwecken aufgewärmt.
Im Interesse einer sachlichen und objektiven Information der Menschen, soll hier mit zwei aktuellen Legenden aufgeräumt werden:
Legende 1: Die Erneuerbaren Energien und speziell die Windenergie werden subventioniert.
Das ist falsch! Mit dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) hat der Staat lediglich einen Mindestpreis für den ‚grünen Strom’ festgelegt, damit die Branche auf dem kartellisierten und alles andere als freien Energiemarkt Fuß fassen kann. Solche Preisregeln sind nichts Ungewöhnliches. Man denke nur an die Gebührenordnungen für Rechtsanwälte, Notare und Ingenieure, die im allgemeinen auch nicht als Subventionen angesehen werden.
Laut EEG wird die festgeschriebene Vergütung für Windstrom jedes Jahr um nominal zwei Prozentpunkte gesenkt. Bei Berücksichtigung einer Inflation von derzeit zwei Prozent sinkt die Einspeisevergütung real um vier Prozent pro Jahr. Seit 1991 sind die Kosten für Windsrom bereits um 55 Prozent gefallen. Aufgrund der am 1. August 2004 in Kraft getretenen EEG-Novelle werden sie in den nächsten zehn Jahren nochmals um rund 35 Prozent fallen. Hingegen die Kohle- und Atomenergie profitiert von staatlichen Ausgaben, Beihilfen und Subventionen, die den so erzeugten Strom für den Verbraucher scheinbar preiswerter machen, als den regenerativen Strom. Bei genauerem Hinsehen werden aber die externen Kosten der konventionellen Energieerzeugung wie z. B. Landschaftsrekultivierung oder Umsiedlungsförderung komplett vom Steuerzahler übernommen – Kosten, die auf keiner Stromrechnung auftauchen.
Legende 2: An dem ständig steigenden Strompreis sind die Erneuerbaren Energien schuld.
Das ist ebenfalls falsch! Preistreiber sind allein die Energieversorgungsunternehmen (EVU). Die eigentliche Ursachen für die Preiserhöhungen ist der mangelnde Wettbewerb auf dem Strommarkt und die Gier der EVU. Nahezu alle, von den Versorgern fein säuberlich angeführten Gründe, die die Verbraucher regelmäßig mit ihren Stromrechnungen erhalten, sind nicht haltbar. Weder die Kosten für Erneuerbare Energien, noch für Kraftwärmekopplung, noch die Ökosteuer sind gestiegen. Im Gegenteil haben die Energieversorger den Stromkunden für 2003 und 2004 insgesamt 500 Millionen Euro zu viel Umlagekosten für Erneuerbare-Energien-Strom in Rechnung gestellt. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Haushaltsstrompreis beträgt aufgrund der EEG-Umlage lediglich drei Prozent.
Die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen (AG EE NRW) ist ein Zusammenschluss von jungen innovativen Unternehmen aus der Erneuerbaren-Energien-Branche und des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Bundesverbandes WindEnergie (BWE).
Die AG EE NRW möchte noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005 mit ausgewählten Aktivitäten die Öffentlichkeit im Interesse der Branche der Erneuerbaren Energien informieren.









