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Büffeln für die Karriere

19.04.2005 • 13:41 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Büffeln für die Karriere

(openPR) In der betrieblichen Weiterbildung macht E-Learning im Vergleich zu klassischen Seminar-Konzepten seit einigen Jahren Boden gut. Eine flexible Zeiteinteilung auf der einen und geringere Kosten auf der anderen Seite machen den Personalverantwortlichen in den Unternehmen die Entscheidung zugunsten multimedialer Wissensvermittlung leicht. Und für die Beschäftigten gilt: Wer Interesse am Lernen zeigt, verleiht seiner Karriereplanung einen ordentlichen Schub.



Von Axel Endriss,
Geschäftsführer der Steuer-Fachschule Dr. Endriss

Köln, 19. April 2005 --- Die Zeiten sind rau in Deutschland. Das trifft zumindest für den Arbeitsmarkt zu. Bei über 5 Millionen Arbeitslosen und wenig Aussicht auf eine rasche und nachhaltige Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage erhält die Diskussion um den Wissens- und Bildungsstandort Deutschland eine neue Brisanz. Die zum Teil kontrovers geführten Debatten um eine zukunftsfähige Hochschulpolitik oder der föderale Dauerstreit um Bildungskompetenzen machen deutlich, welchen gesellschaftlichen Stellenwert die Aus- und Weiterbildung hat. Dass dabei nicht zwingend die Frage nach der richtigen Strategie im Vordergrund steht, liegt auf der Hand: Zu unterschiedlich sind die Interessen von Politik und Wirtschaft, zu wenig belastbar die Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Jahren. Angst geht also um bei vielen Beschäftigen und die ernsthafte Sorge, dass eine gezielte Karriereplanung nur noch – wenn überhaupt – unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Selbst die über Jahrzehnte stabile Finanzbranche – allen voran die deutschen Großbanken – leidet. Entlassungswellen in namhaften Geldhäusern und Fondsgesellschaften sind bittere Realität geworden und mutieren zur greifbaren Ernüchterung für das einstige Vorzeigegewerbe. Selbst am EZB-Standort Frankfurt, weltweit die Nummer drei unter den Finanzplätzen hinter New York und London, gehören Nachrichten über Stellenstreichungen inzwischen zur Tagesordnung. Die Statistik des Bundesverbandes deutscher Banken spricht Bände: So ist die Zahl der Beschäftigten im Bankgewerbe von 757.150 im Jahr 2001 auf 712.000 im Jahr 2003 gesunken. Das entspricht einem Minus von über 6%. Und eine Trendwende scheint nicht in Sicht.

Weiterbildung wird zum Wettbewerbsfaktor

Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Weiterbildung für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Finanzbranche an Bedeutung. Wer beruflichen Erfolg will, muss sich qualifizieren und Interesse an Neuem zeigen. Die Arbeitgeber honorieren den Wissensdurst ihrer Belegschaft: Die deutsche Wirtschaft investiert nach eigenen Angaben jährlich etwa 17 Milliarden Euro in die betriebliche Weiterbildung. Ziel dieser Kraftanstrengung ist es, Innovationen zu begünstigen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zu erhöhen. Und dabei spielen die Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Dass deshalb zunehmend in wirtschaftliche Lernkonzepte wie E-Learning investiert wird, macht aus Sicht der Unternehmen Sinn, weil die Kosten bei gleicher Transferleistung in der Regel sinken. Einer Studie des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung aus dem Jahr 2004 zufolge setzen rund 46% der Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten E-Learning-Lösungen ein, die von rund 10% der Belegschaft genutzt werden. Beim Einsatz elektronischer Lernkonzepte gehören die Banken ganz klar zu den „Aufsteigern“, wie die Fallstudiensammlung „E-Learning in deutschen Unternehmen“ von Philipp Köllinger aufzeigt. Auch die Experten der Deutschen Medienakademie Köln weisen die steigende Bedeutung von E-Learning nach. Aus einer gemeinsam in 2004 mit der Pixelpark AG durchgeführten Studie geht hervor, „dass das Interesse am Thema E-Learning, abseits jeden Hypes, stärker wird (…)“. Bereits 2002 haben rund 90% der Befragten einer Cognos-Studie eine wachsende Bedeutung elektronischer Lernformen prognostiziert.

Dass Deutschland einen grundsätzlichen Nachholbedarf bei der elektronischen Wissensvermittlung hat, belegt ein Ranking von „The Economist“ aus dem Jahre 2003. Darin gehört das Land der Dichter und Denker mit Platz 17 nur ganz knapp dem ersten Drittel der 60 bewerteten Staaten an. Mit 8,42 von 10 möglichen Punkten schneidet Schweden am Besten ab, gefolgt von Canada mit 8,40 Zählern. Vor Deutschland (7,45 Punkte) rangiert Taiwan mit 7,47 Punkten, dahinter Neuseeland mit 7,37. Letzter des Rankings ist Nigeria mit 2,82 Zählern.

E-Learning ergänzt Präsenzseminare

Bei der Bedeutung der Inhalte von E-Learning sehen die Experten durchaus unterschiedliche Trends: Kommt nach Einschätzung der Forscher des Instituts für Medien- und Kompetenzforschung (MMB) den Themenfeldern aus dem kaufmännischen Bereich eher eine untergeordnete Bedeutung zu, weisen die Experten der Deutschen Medienakademie Köln ein starkes Interesse an ökonomischen E-Learning-Themen nach. In zwei Punkten sind sich die Marktforscher allerdings einig: IT-Themen sind prädestiniert für E-Learning und die besten Lernerfolge lassen sich durch den kombinierten Einsatz von klassischen Präsenzseminaren und elektronischem Know-how-Transfer via Internet oder Intranet erzielen. Für beide Seiten, also Beschäftigte und Unternehmen, sprechen eine ganze Reihe von Vorteilen für den Einsatz von E-Learning-Systemen: Die einfache Aktualisierbarkeit der Inhalte und ein schnelles Reagieren auf veränderte fachliche Anforderungen lassen sich auf elektronischem Wege vergleichsweise kostengünstig darstellen. Auch der interaktive Austausch mit anderen Lernenden oder Tutoren ist via Internet und E-Mail sicher, schnell und jederzeit möglich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können außerdem ihre Lernumgebung, die Lernschritte und das Lerntempo weitestgehend selbst bestimmen. Wer schneller durch den Stoff will, kann dies in der Regel ohne Aufwand bewerkstelligen. Andere Teilnehmer werden dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen oder unter Druck gesetzt.

Doch auch beim Thema E-Learning ist nicht alles Gold, was glänzt. Nach einem Forschungsbericht des Instituts für Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München vom April 2004 lässt die Akzeptanz von E-Learning bei vielen Beschäftigten noch zu wünschen übrig. Nach Aussagen der Autoren Oliver Bürg und Heinz Mandl würden die meisten E-Learning-Angebote nur unzureichend genutzt, weil sie lediglich additiv dem Ist-Zustand im Unternehmen hinzugefügt und nicht im Sinne eines systemischen Wandels eingeführt würden. Ergänzung lautet demnach das Zauberwort.

Wissensvermittlung im Finanz- und Rechnungswesen

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