(openPR) Rote, nässende Haut und offene Schürfstellen an Po und Oberschenkeln des Babys sind häufige Anzeichen für eine Hautentzündung, die sogenannte Windeldermatitis. Gerade junge Mütter verwechseln diese häufig mit einer Pilzerkrankung – dem Windelsoor – und greifen vorschnell zu pilzhemmenden Salben. Die Folge: Wird eine einfache Hautentzündung mit Anti-Pilz-Cremes behandelt, kann dies auf Dauer die Gesundheit schädigen.
Eine Windeldermatitis entwickelt sich bereits durch das feuchte Klima in der Windel oder durch die Säure von Fruchtsäften. „Bei einem Windelsoor ist die bereits entzündete Haut zusätzlich mit dem Hefepilz „Candida albicans“ infiziert, den man durch kleine Blasen und Schuppen erkennt“, sagt Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen. Während eine Dermatitis mit einer Zinksalbe behandelt werde, müsse bei einem Windelsoor auf eine pilzhemmende Creme mit dem Wirkstoff Nystatin zurückgegriffen werden. Klämbt: „Wird Nystatin bei Windeldermatitis angewendet, fördert dies auf Dauer eine Resistenzbildung.“ Habe das Kind dann tatsächlich eine Pilzinfektion, reagiere seine Haut nicht mehr auf den pilzhemmenden Wirkstoff.
Zink- und Nystatin-haltige Salben seien rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Das verleite die Verbraucher in der Regel zur vorschnellen Anwendung der stärkeren, pilzhemmenden Variante. Dass dies langfristig das Gegenteil bewirke, sei den wenigsten bewusst. „Gerade in der Selbstmedikation ist Vorsicht geboten, denn ohne Indikation können Arzneien zu Gesundheitsschäden führen“, so Klämbt. Bei einer Eigenbehandlung sollte deshalb zunächst auf einfache Wirkstoffe – in diesem Falle Zinksalbe – zurückgegriffen werden. Helfe diese nicht, könnten sich Verbraucher in den Apotheken über mögliche Alternativen beraten lassen. Idealerweise sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kläre ab, ob es sich tatsächlich um eine Pilzinfektion handele.







