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Arzneimittel häufig falsch angewendet

02.11.201015:12 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Eine Tablette schlucken kann jeder. Ob sie aber richtig eingenommen wird, ist damit noch lange nicht gesagt. Denn Wirksamkeit und Schutz hängen nicht nur von der regelmäßigen Einnahme ab, sondern auch von der Darreichungsform. „Eine falsche Zubereitung oder Anwendung von Arzneimitteln kann nicht nur zur Unwirksamkeit des Medikamentes, sondern auch zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen führen“, sagt Christina Jäger, Apothekerin und Referentin der Apothekerkammer Bremen.



Laut Deutschem Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) gaben die Bremer Apotheken in 2009 rund 1,8 Millionen Packungen beratungsbedürftiger Medikamente an den Verbraucher ab. Dabei waren vor allem diejenigen Arzneimittel, deren Anwendung zunächst einfach erscheint, in ihrer Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. „Spitzenreiter waren Tabletten, dicht gefolgt von Arzneien für die Augen sowie inhalative Formen wie Asthmasprays“, sagt Jäger.

Tablettenteilen birgt Risiko

„Tabletten zu teilen erfordert nicht nur Geschick, sondern auch Knowhow. Nicht alle Tabletten dürfen bedenkenlos geteilt werden“, sagt Jäger. Die Teilbarkeit hänge von der Beschaffenheit und Zusammensetzung des Wirkstoffes ab. „Also von der Galenik, die wiederum die Darreichungsform bestimmt.“So sei die Teilung oder das Zerkauen der sogenannten Retardformulierungen wie Dragees und zahlreichen anderen Tabletten untersagt. Die Ummantelung bewirke, dass die Inhaltsstoffe erst zeitverzögert freigesetzt werden, erklärt Jäger. „Wird der Mantel zerstört, lösen sich die Wirkstoffe frühzeitig und in großen Mengen genau dort, wo sie nicht Heilung, sondern Schaden verursachen.“

Schmerztabletten in Retardform seien zum Beispiel darauf ausgelegt, den Wirkstoff zeitverzögert und kontinuierlich über einen längeren Zeitraum abzugeben. „Werden sie in zerkleinerter Form eingenommen, gelangt die gesamte Wirkstoffmenge unverzüglich in den Blutkreislauf und kann zu einem lebensgefährlichen Herz- und Kreislaufkollaps führen“, warnt Jäger. „Auch Zytostatika, die zur Behandlung von Krebs und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, dürfen nicht geteilt werden.“ Das könne zu schweren Vergiftungen führen. Tabletten sollten nur in Rücksprache mit Arzt oder Apotheker zerteilt werden.

Tricks in der Verabreichung bei Kindern

Insbesondere Eltern sollten sich genau über die Darreichung der Medikamente ihrer Kinder informieren. „Das betrifft vor allem die Zubereitung von Arzneimittelen wie Antibiotikasäfte zu“, so Jäger. Zu viel oder zu wenig Wasser führe zu falschen Dosierungen, die gesundheitliche Schäden verursachen könnten. Werde der Saft zu hoch dosiert, könne dies zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Sei die Dosis hingegen zu niedrig, könne die Wirkung nicht richtig entfalten und führe langfristig zu Resistenzen. Messlöffel seien ungenau in der Dosierung. Jäger: „Deshalb sollten graduierte Dosierhilfen verwendet werden, die in jeder Apotheke erhältlich sind.“ Dort könnten die Arzneisäfte ebenfalls von dem fachkundigen Personal angefertigt werden. Verdünnt werden sollten die Säfte stets mit Leitungswasser.

Bei der Verabreichung von Augentropfen komme es nicht nur auf Hygiene an, sondern auf die richtige Technik. „Kinder haben häufig Angst vor Augentropfen. Deshalb empfehlen wir die sogenannte kanthale Anwendung“, so Jäger. Dabei müsse ein Elternteil das Kind auf dem Arm nehmen und diesem bei geschlossenen Augen in den inneren Lidwinkel tropfen. Jäger: „Im Anschluss öffnet das Kind die Augen und die Flüssigkeit fließt ins Auge.“ Wie bei Erwachsenen spiele auch hier die Hygiene eine wesentliche Rolle: So dürfe die Tropfspritze nicht das Auge berühren.

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