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Prävention gegen den besorgniserregenden Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft

19.07.2010 • 11:26 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Anlässlich des von der Stiftung Kindergesundheit und der Deutschen Kinderhilfe veranstalteten wissenschaftlichen Symposiums „Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen“ referierten und diskutierten namhafte Experten über den Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft, insbesondere über den besorgniserregenden Anstieg des Koma-Saufens bei den Jüngsten sowie den unverantwortlichen Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft. Ferner wurden epidemiologische, medizinische und psychologische Aspekte des Problems und Maßnahmen zur Prävention von Alkoholmissbrauch im Jugendalter dargestellt.



Es herrschte Einigkeit darüber, dass eine Präventionsarbeit – die die Zielgruppen tatsächlich erreicht – durchdacht und intensiviert werden muss. Viele ahnen nicht, dass Alkoholvergiftungen bei Kindern immer zu bleibenden Schäden führen.

Der immer stärker werdende exzessive Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen, insbesondere aber der von Kindern, ist die gesellschaftliche und politische Herausforderung. Ein Feld, in dem der Jugendschutz aber offenkundig versagt.

Die Deutsche Kinderhilfe forderte daher die Politik auf, nicht länger die Hände in den Schoß zu legen und dem Druck der Alkohol-Lobby zu erliegen. Allein im Jahr 2008 wurden bundesweit 25.700 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung in die Notaufnahme eingeliefert.

„Die Politik ist aufgefordert, den Jugendschutz endlich ernst zu nehmen und die bestehenden Bestimmungen konsequent anzuwenden. Es geht schließlich um den konkreten Schutz unserer Kinder vor schweren gesundheitlichen Schäden“, so Georg Ehrmann Vorsitzender der Deutschen Kinderhilfe am Freitag in München. „Eine systematische Verbesserung des Gesetzesvollzugs und eine konsequente Sanktionierung bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz mit einem abschreckenden Mindestbußgeld sind ebenfalls dringend erforderlich“, betonte Ehrmann. „Nächtliche Alkoholabgabeverbote für Tankstellen und Kioske wie in Baden-Württemberg, der regelmäßige Einsatz von Textkäufern, Steuererhöhungen für alkoholische Getränke und ein Werbeverbot sind Maßnahmen, die von der Politik ernsthaft in Betracht gezogen werden müssen. Darüber hinaus sind finanzielle Mittel für eine flächendeckende Präventionsstrategie bereitzustellen“, so Ehrmann weiterhin.

Österreich hat mit der Pflicht der Eltern, die Kosten für die Rettungseinsätze und für die medizinische Behandlung übernehmen zu müssen, erste Erfahrungen gemacht. Auch in Deutschland sollte eine Debatte darüber geführt werden, ob es länger Aufgabe der Solidargemeinschaft der Versicherten sein soll, die offenkundige Vernachlässigung der Aufsichtspflicht der Eltern zu subventionieren. Kliniken sollten verpflichtet werden, die Fälle an das zuständige Jugendamt weiterzuleiten.

„Im Schnitt landen in Deutschland jedes Wochenende 140 Kinder unter 14 Jahren mit Alkoholvergiftungen auf den Intensivstationen der Kliniken. Die Deutsche Kinderhilfe fordert die Politik auf, die Ergebnisse dieses Symposiums in einen nationalen Aktionsplan aufzunehmen. Die Landesministerkonferenz sollte sich dieses gravierende Thema umgehend auf die Tagesordnung schreiben“, so Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.

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