(openPR) Die anhaltende Krise hat dafür gesorgt, dass immer mehr Schiffsfonds neues Kapital benötigen, um eine mögliche Insolvenz abzuwenden. Die verzweifelte Lage der Fonds ruft Anbieter auf den Markt, die ein gutes Geschäft wittern: Mit Renditen von 10 – 12 % p.a. werden Initiatoren für sogenannte Vorzugsgesellschaften gelockt. Die Nachfrage ist riesig. Große Vorsicht ist jedoch geboten.
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat allein das Emissionshaus MPC CAPITAL bisher 40 Mio. Euro für zwölf angeschlagene Fonds gesammelt. Auch NORDCAPITAL, einer der größten Initiatoren von Schiffsfondsbeteiligungen, hat einen Sanierungsfonds gegründet, mit dem dieser meist hauseigene Schiffsfonds in Schieflage stützen möchte. Die Konditionen für die Vorzugsgesellschafter der Sanierungsfonds klingen traumhaft: Eine garantierte Verzinsung von 10 – 12 % ist keine Seltenheit. Hinzu kommt eine Beteiligung an laufenden Ausschüttungen und dem späteren Verkaufserlös. Banken und Sparkassen müssten bei solch üppigen Gewinnchancen eigentlich als Erste als potentielle Investoren an die Türen der Fondsgesellschaft klopfen. Wozu also privates Geld locken? Die Rückführung des Neukapitals erfolgt vorrangig vor Ausschüttungen an die Altgesellschafter. Der besondere Status der Vorzugsgesellschafter führt dazu, dass diese ihr Geld gleich nach den Banken und nach Begleichung der laufenden Kosten erhalten.
Doch geht auch für die Vorzugsgesellschafter die Rechnung nur dann auf, wenn sich die Schifffahrtsbranche in den nächsten Jahren erholt. Denn die versprochenen und angesichts des allgemeinen Zinsniveaus auffällig hohen Zinsausschüttungen müssen natürlich erst einmal erwirtschaftet werden. Nach einem Bericht des Finanzmagazins Capital hat sich die Lage auf dem Schifffahrtsmarkt im ersten Quartal 2010 ein wenig entspannt. Doch wer genau hinsieht bemerkt, dass der erhoffte Aufschwung noch in weiter Ferne liegt. Denn die nur geringfügig gestiegene Auslastung der Schiffe ist vor allem auf ein verordnetes „Langsamfahren“ der Schiffe zurückzuführen. Durch das langsame Fahren sparen die Reeder Treibstoff. Außerdem sind Schiffe länger unterwegs. Bei einer konstanten Frachtmenge führt dies dazu, dass mehr Schiffe eingesetzt werden müssen.
STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE meinen: Das Nachsehen bei diesem Konzept haben die Altanleger. Der so sehnlichst erhoffte Rettungsring in Form eines Sanierungsfonds könnte sich schon bald als weiterer Ballast für die Schiffe erweisen. Denn neben den laufenden Kosten und Darlehensverbindlichkeiten haben sich die Reeder nun weitere Zins- und Kapitalrückführungsverbindlichkeiten ins Boot geholt. Im Vordergrund des angeblichen Rettungskonzepts mit Vorzugsgesellschaften steht neben der beabsichtigten Sanierung der meist hauseigenen Fonds vor allem auch die Aussicht auf ein gutes Geschäft: Denn das von den Sanierungsfonds gezimmerte Rettungsboot hat für den absoluten Notfall nur wenige Plätze. Und die Vorzugsgesellschafter haben ihre Plätze bereits reserviert.










