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Leiden aus Scham

15.06.201008:24 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Über viele Erkrankungen sprechen Betroffene heute ganz offen – doch eine gehört nicht dazu: Inkontinenz. Selbst das Gespräch mit ihrem Arzt suchen Patienten oft erst dann, wenn der Leidensdruck übermächtig wird. Anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche vom 21. bis 27 Juni, die von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft unterstützt wird, findet im Kplus Forum Solingen an der St. Lukas Klinik das Patientenforum „Tabuthema Inkontinenz“ statt. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Klaus Meinen, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe an der St. Lukas Klinik, über Ursachen, Folgen und die Möglichkeit der Heilung


Heute wird doch fast über alles gesprochen. Warum ist Inkontinenz immer noch ein solches Tabu?
Prof. Dr. Klaus Meinen: Urin oder Stuhl nicht halten zu können, die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren, ist einfach unangenehm. Und es ist leider immer noch nicht bekannt genug, dass Inkontinenz behandelbar – heilbar – ist. Damit ist dann auch wieder ein normales Leben möglich. Wir müssen einfach über Inkontinenz reden. Deshalb beteiligen wir uns an der Welt-Kontinenz-Woche. Wir wollen Wege aus der Tabuzone aufzeigen. Nicht nur Patienten müssen sich trauen, über ihr Leiden zu sprechen, auch Ärzte sollten aktiver auf Patienten zugehen. Schweigen hilft niemandem. Im Gegenteil: Vielfach führt die Scham zu einer sozialen Isolation, weil die Betroffenen oft in Panik verfallen, wenn sich keine Toilette in unmittelbarer Nähe befindet.
Ist Inkontinenz denn eine Art Volksleiden?
Prof. Dr. Klaus Meinen: Ja, das kann man sicher sagen. Etwa jeder zehnte Erwachsene leidet in Deutschland unter Harn- oder Stuhlinkontinenz. Betrachtet man nur die Frauen nach den Wechseljahren steigt die Zahl sogar auf über 40 Prozent. Ursachen dafür sind hormonelle Defizite in den Wechseljahren, eine durch Schwangerschaft und Geburten verursachte Schließmuskelschwäche oder eine allgemeine Muskel- und Gewebeschwäche im Alter. Bei der Stuhlinkontinenz kann beispielsweise ein Defekt in der mechanischen Schließfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur vorliegen oder die Nerven können geschädigt sein.
Kann man einer Kontinenz vorbeugen?
Prof. Dr. Klaus Meinen: Meist ist die Ursache ein schwacher Beckenboden, der die inneren Organe wie eine Hängematte stützt. Diesen Muskel kann man trainieren und so stärken. Reicht das nicht mehr aus können Operationen helfen, bei denen über kleine Einschnitte ein Kunststoffnetz eingebracht wird, dass die stützende Funktion der Beckenbodenmuskeln und –bänder übernimmt. Diese Operationen können wir bis ins hohe Alter durchführen, da sie für den Körper wenig belastend sind.

Tabuthema Inkontinenz
Patientenforum zum Welt-Kontinenz-Woche

Montag, 21. Juni 2010, 16 Uhr

Kplus Forum Solingen an der St. Lukas Klinik
Schwanenstraße 132 in Solingen-Ohligs

Referent. Prof. Dr. Klaus Meinen, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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