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Suchttherapie: Versöhnung mit der Sucht kann die Scham lindern

17.03.201408:03 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Suchttherapie: Versöhnung mit der Sucht kann die Scham lindern
Rausch, 4/2013
Rausch, 4/2013

(openPR) Beschämung und Scham können den Konsum psychoaktiver Substanzen auslösen und damit die Scham vertiefen, also eine sich selbst verstärkende Dynamik in Richtung Sucht vorantreiben. Schamgefühle sind in der Entwicklung der Sucht ein häufiger und häufig verkannter Treiber, berichtet Dr. Kathrin Grechenig in der aktuellen Ausgabe von "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie". "Im therapeutischen Prozess geht es vor allem darum, die Scham als solche zu identifizieren und die unterschiedlichen Auslöser und Schamqualitäten zu differenzieren, um dadurch schützende Funktionen der Scham zu würdigen und andererseits auch das Leiden an der Scham zu verringern."



Wenn Suchtkranke ihre Scham abwehren wollen, wird ihre Gesprächsweise oft gehemmt oder provokant und unsicher; unaushaltbare Gefühle werden häufig auf den Therapeuten oder andere Personen projiziert. Wichtige Abwehrmechanismen sind u.U. Bagatellisierung, Verleugnung, Rechtfertigung, Wut, Trotz. "Mit wechselseitiger Projektion eigener abgespaltener Selbstanteile fungieren Gruppenmitglieder oder Therapeuten als Container für nicht oder noch nicht akzeptierte Selbstanteile, da eigene beschämte Anteile zunächst oft nur am anderen wahrgenommen und auch nur dort bekämpft werden können."

Psychologen warnen "in diesem Zusammenhang vor einer vorzeitigen Rücknahme der Projektion, da man mit einer Wendung der außerordentlichen Aggression gegen das Selbst rechnen müsse. Eine vorläufige Zulassung solcher Externalisierungsprozesse scheint oftmals sinnvoll. Eine Haltung der Neugierde gegenüber entwerteten Selbstaspekten wäre aber auf jeden Fall zu fördern."

Doch letztlich ist "die Identifikation mit abgespaltenen und verleugneten (z.B. süchtigen) Anteilen sowie deren Integration ein wichtiger Bestandteil der integrativen Gestalttherapie." Der Therapeut sollte die "Versöhnung von miteinander im Widerstreit liegenden Teilen der Persönlichkeit erleichtern. Dafür bedarf es eines Dialogs, in dem zwei Seinsweisen des Klienten, die isoliert voneinander einen Kampf um die Kontrolle über die Persönlichkeit führen, miteinander in Kontakt gebracht werden.

Das In-Kontakt-Treten mit dem konsumierenden und süchtigen Anteil gestaltet sich daher häufig schwierig. "Gleichzeitig scheint erst durch ein besseres Verständnis, durch eine Akzeptanz dieses Anteils eine Versöhnung und in Folge eine Linderung der eigenen empfundenen Scham möglich."

>> Kathrin Grechenig: Aspekte der Scham in der therapeutischen Arbeit mit suchtkranken Menschen. Rausch, 4/2013
http://www.psychologie-aktuell.com/rausch

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