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Kriminalität und Sucht: Forensische Nachsorge reduziert Rückfallrisiken

07.11.201418:12 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Kriminalität und Sucht: Forensische Nachsorge reduziert Rückfallrisiken
Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, Nr. 2/2014. Themenschwerpunkt: Kriminalität und Sucht
Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, Nr. 2/2014. Themenschwerpunkt: Kriminalität und Sucht

(openPR) Zunehmend mehr suchtkranke Straftäter werden zunächst im geschlossenen Maßregelvollzug stationär behandelt und nach der Entlassung von forensischen Nachsorge-Ambulanzen betreut. Die Nachsorge ist "nicht eine sinnvolle Ergänzung zur stationären Therapie, sondern eine elementare Voraussetzung dafür, dass Therapie unter den Bedingungen des Maßregelvollzugs überhaupt zum Erfolg führen kann," berichten die Therapeuten Sacha Kalinski und Paul Suer (Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem/Westfalen) in "Rausch - Wiener Zeitschrift für Suchttherapie".

Die betroffenen Abhängigen "erleben sich in der sozialen Hierarchie der Gesellschaft als ganz weit unten. Aus diesem Grunde stellt sich bei ihnen oftmals nicht die Frage nach der Wiedereingliederung, sondern nach der Eingliederung in die Gesellschaft überhaupt - einer Gesellschaft, die nicht wenige von ihnen bisher eher nur von außen wahrgenommen haben."

Kalinski und Suer beschreiben gute Integrationserfolge mit forensischen Nachsorgeambulanzen - auch ablesbar an der Straffälligkeit: "Nach dem Urteil vieler Praktiker, belegt auch durch Studien, ist es zwar im Bewährungsverlauf weiterhin zu Straftaten gekommen, doch ist die Zahl gravierender einschlägiger Delikte deutlich zurückgegangen. Bei den angezeigten und verurteilten Delikten überwiegen die Eigentums- und Straßenverkehrsdelikte, während Gewalt- oder Sexualdelikte seltener auftraten ..." Das heißt: Neben der Klientel selbst gewinnt auch die Gesellschaft an Sicherheit.

Da auch die beste Nachsorge die Klientel nicht alle Rückfälle und Krisen verhindern kann, plädieren Kalinski und Suer im Notfall für eine freiwillige und befristete stationäre Unterbringung; bei Freiwilligkeit ist die Behandlungsmotivation erfahrungsgemäß hoch. "Zu Beginn einer stationären Wiederaufnahme wird mit den Klienten eine Behandlungsvereinbarung getroffen, in der die Ziele festgeschrieben werden. Ein weiterer großer Vorteil bei einer freiwilligen Wiederaufnahme ist die sofortige Umsetzung und die Möglichkeit, vereinbarte Ziele zeitnah anzugehen. Zudem gelingt es bei einer freiwilligen Aufnahme eher, mit dem Betreffenden einen therapeutischen Kontakt herzustellen ..."

Auch wenn Kalinski und Suer die Arbeit der forensischen Nachsorge positiv werten, sehen sie deutliche Möglichkeiten der Verbesserung: Eine großzügigere personelle Ausstattung würde mehr "aktiv nachgehende Betreuung durch professionelle Helfer" ermöglichen...

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