(openPR) Vor 50 Jahren wurde ein neues Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte aufschlagen: Im Oktober 1960 ging der Bremer Unternehmer Günter Bindan mit einer Dienstleistung an den Markt, die heute unter dem Begriff „Zeitarbeit“ allgemein bekannt ist. Heute sorgt die Zeitarbeit nicht nur für die nötige Flexibilität in der deutschen Wirtschaft, sondern sie leistet auch einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren unseres Arbeitsmarktes. Der Weg zur gesellschaftlichen Anerkennung ist allerdings auch nach 50 Jahren noch weit.
Obwohl es für die in der Zeitarbeit Beschäftigten im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte zahlreiche Verbesserungen gegeben hat, ist das Image der Branche heute schlecht. Laut einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts TNS Infratest halten 78 Prozent der Deutschen die Zeitarbeit für eine moderne Form der Ausbeutung. „Diese ablehnende Haltung wird sich vermutlich erst dann ändern, wenn es in Deutschland gesetzliche Mindestlöhne für die Zeitarbeit gibt, wie sie längst auch von den großen Branchenverbänden gefordert werden“, betont Rainer Bindan, der Sohn des deutschen Zeitarbeitspioniers und einer der beiden geschäftsführenden Inhaber des Bremer Unternehmens Partner Personaldienste, das nunmehr auf eine 50-jährige Tradition zurückblickt. Auf diese Weise könnten skandalöse Auswüchse wie der Fall Schlecker verhindert werden.
Damit würde auch deutlicher werden, wie wichtig die Zeitarbeit für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland heute ist. Und dass zu den Marktteilnehmern viele seriöse Personaldienstleister gehören, die ihren Mitarbeitern attraktive Langzeitjobs bieten. Tatsächlich können gut ausgebildete Mitarbeiter in der Zeitarbeit manchmal sogar mehr Geld verdienen als in einem stationären Arbeitsverhältnis (s. Statement von R. Gabrielczyk).
Für viele Unternehmen ist Zeitarbeit längst unverzichtbar. Eine herausragende Rolle auf dem deutschen Arbeitsmarkt spielt sie allerdings auch 50 Jahre nach der Pioniertat von Günter Bindan noch immer nicht. Der Anteil der Zeitarbeiter an der Gesamtheit aller Beschäftigten liegt heute bei rund zwei Prozent. Gerade einmal 710.000 Frauen und Männer waren am Stichtag 31. Januar 2010 in der Branche beschäftigt. Ihr Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes aber ist beachtlich. Denn ohne sie wären viele Unternehmen dazu gezwungen, zusätzliche Aufträge abzulehnen und bei verschlechterter Auftragslage eigene Mitarbeiter zu entlassen. Auch die Bundesregierung konstatierte in ihrem jüngsten Bericht über die Anwendungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (11. AÜG-Bericht vom Januar 2010), dass Zeitarbeit Brücken für den Einstieg oder die Rückkehr in den Arbeitsmarkt baue und im Aufschwung den Aufbau von Beschäftigung beschleunige. „Angesichts des gegenwärtigen Zeitarbeitsbooms gehen wir davon aus, dass die bisherige Rekordmarke von gut 820.000 deutschen Zeitarbeitern aus dem Juli 2008 im bevorstehenden Sommer überschritten werden kann“, so Rainer Bindan.












