(openPR) Die griechische Finanzmisere gefährdet die Stabilität des gesamten Euroraumes und der Gemeinschaftswährung. Abseits aufflammender Debatten über Rettungspakete, die Koordination im Euroraum oder Rating-Agenturen hat die Krise konkrete Auswirkungen auf den griechischen Konsumenten. Es ist mit deutlichen Kaufkraftverlusten und Rückgängen des Einzelhandelsumsatzes zu rechnen.
Trend: Kaufkraft der Griechen sinkt kurzfristig um mehr als 5 %!
Zwischen 1990 und 2008 ist die Kaufkraft der Griechen um kräftige 80% ange-stiegen – ein sehr hoher Wert im europäischen Vergleich. Mit der Finanzkrise kam 2009 aber der erste Rückgang. Die aktuellen Einsparungen verschärfen die Situation auf längere Sicht. Für 2010 wird ein Rückgang der Kaufkraft um 5% erwartet.
Trend: Mehr für Lebensmittel, weniger für Möbel & Elektrowaren!
Über 40% der griechischen Konsumausgaben fließen in den kurzfristigen Bedarf, vornehmlich in Lebensmittel. Während dieser Anteil von der Krise nicht betroffen ist und das allgemeine Sparen eventuell sogar den Diskontern zu mehr Umsatz verhilft, werden mittel- und langfristigere Ausgaben zurückgeschraubt.
Trend: Auch der Einzelhandelsumsatz wird um 5% zurückgehen!
Nach einigen Jahren guter Zuwachsraten im griechischen Einzelhandel hat es be-reits 2009 einen starken Einbruch gegeben: - 7 %. 2010 wird es einen weiteren empfindlichen Rückgang des Einzelhandelsumsatzes von etwa 5% geben. Betrof-fen sind vor allem Branchen des langfristigen Bedarfs, wie der Möbel- oder Elektrohandel. Mit einer Erholung ist erst ab 2012 zu rechnen.
Kaufkraft der Griechen wird kurzfristig deutlich sinken!
Das verfügbare Einkommen der Griechen ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich angestiegen. Zwischen 1990 und 2008 gab es einen realen Kaufkraftzuwachs von rund 80%. Erst die Finanzkrise konnte den Aufwärtstrend stoppen, 2009 gab es einen leichten Rückgang von etwa 2%. Die Griechen verfügen damit aktuell über eine Kaufkraft pro Kopf von etwa 11.300,- Euro, der Vergleichswert für Österreich beträgt etwa 17.800,- Euro. Die Griechen lie-gen damit im europäischen Kaufkraftvergleich auf dem 17. Rang, in der Euro-Zone auf dem 12. Rang.
Die dringend notwendigen Sparmaßnahmen der griechischen Regierung haben direkte Auswirkungen auf die Konsumenten. Durch die Kürzung der Urlaubs-, Oster- und Weihnachtsgelder ergeben sich offensichtliche Einbußen für die unselbständig Erwerbstätigen und Pensionisten. Da ein wesentlicher Teil des privaten Konsums der Griechen in den letzten Jahren "auf Pump" finanziert wurde, ist mit einem zusätzlichen Rückgang des privaten Konsums zu rechnen. Prognosen gehen von Rückgängen von circa 3,5 % aus. Daher rechnet auch RegioData für 2010 mit einem Rückgang der Kaufkraft pro Einwohner um 5,7%. Das entspricht einem Minus von über 600,- Euro pro Kopf.
"Wirtschaftskrisen hatten auf die Kaufkraft der Bevölkerung bisher eher geringe und kurzfristige Auswirkungen", analysiert Mark Ruhsam, Marketingleiter von RegioData. "Die aktuelle Wirt-schaftskrise hat aber 2009 erstmals deutlichere Rückgänge in vielen europäischen Ländern gebracht. In Kombination mit den aktuellen Sparmaßnahmen in Griechenland könnte es mit einer Erholung der Kaufkraft dauern. Wir rechnen mit realen Kaufkraftzuwächsen erst wieder ab 2012."
Sparen bei Möbel, Elektrowaren oder Baumarktprodukten!
Circa 38% des persönlichen verfügbaren Einkommens der Griechen fließt in den Einzelhandel. Rund 40% und damit der größte Teil der privaten Konsumausgaben wird für Lebensmittel aus-gegeben. Es folgen Ausgaben für Bekleidung mit etwa 13% und mit jeweils 9% Ausgaben für Körperpflege, Elektronik, Möbel und Do-it-yourself Produkten. In Krisenzeiten verschieben sich diese Ausgabenteile weg von langfristigen Gütern, wie Elektrogeräten, hin zum kurzfristigen Bedarf, wie Lebensmittel. Diese Entwicklung ist auch in Griechenland zu beobachten.
"In den letzten Jahren stiegen die Umsätze im Elektro- oder Möbelhandel teilweise zweistellig an", erklärt Mag. Ruhsam. "Ebenso deutlich fielen 2009 die Rückgänge aus, der Einzelhandels-umsatz mit Gütern des langfristigen Bedarfs ist um bis zu 14% eingebrochen", so Mag. Ruhsam.
Einzelhandel stellt sich auf schwere Zeiten ein!
Für den griechischen Einzelhandel wird 2010 daher ein schwieriges Jahr werden. Insgesamt ist für das laufende Jahr mit einem Rückgang des Einzelhandelsumsatzes von etwa 5% zu rechnen – nach einem Rückgang von 7 % im Jahr 2009. Nicht alle Branchen werden jedoch gleich betroffen sein. Während sich durch den steigenden Bedarf an kostengünstigen Produkten sogar Zuwächse für Diskonter ergeben könnten, werden die Konsumenten beispielsweise bei weißer Ware oder Möbel weiterhin den Sparstift ansetzen.
Eine Erholung des Einzelhandelsumsatzes hängt im Wesentlichen von steigender Kaufkraft und dem Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung des Landes ab. Nach derzeitigem Stand ist damit nicht vor 2012 zu rechnen.

















