(openPR) Eröffnung: Samstag, 22. Mai 2010, 19:30 – 21:30 Uhr
Die Künstlerin ist anwesend.
Dauer der Ausstellung: 23. 05. 2010 – 03. 07. 2010
Öffnungszeiten: Di - Fr 14-18, Sa 12-16 Uhr
In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie en passant zeigt Kadie Schmidt-Hackenberg Tusche-zeichnungen und digitale Collagen zum Thema „Stadtbild“. Dabei geht es der in Hannover lebenden Künstlerin nicht um Ansichten konkreter Metropolen wie etwa New York oder Berlin, sondern um einen Archetypus Stadt. Ein Thema, dem Kadie Schmidt-Hackenberg bereits seit über zehn Jahren nachspürt und immer wieder neue Impulse abgewinnt. "Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Großstädten, sie erfüllen mich gleichzeitig mit Hoffnung und Frustration. Vielleicht weil ich das Gefühl von Heimatlosigkeit und Unruhe noch nirgends abschütteln konnte.“ Dieses ambivalente Verhältnis zu urbanen Lebens-räumen kommt in den Arbeiten der Künstlerin zum Ausdruck und spiegelt sich auch technisch wider:
In den Collagen verschmelzen Zeichnung und fotografische Bildelemente miteinander, so dass verschiedene Wirklichkeitsebenen überlagert werden. Die Zeichnung steht dabei für das Emotionale und Erzählerische und die Fotografie für Rationalität und Beobachtung. Dies entspricht dem Archetypus Stadt, der ebenfalls aus verschiedenen Realitätsschichten besteht.
Die
Geschichte der Moderne ist eng mit der städtischen Kultur verbunden. Entscheidende künstlerische Innovationen fanden in Metropolen wie Paris, Berlin oder New York statt. Die Wahrnehmung von Großstadt war und ist bedeutend für die Entstehung von künstlerischen Strömungen, wobei auch Geschwindigkeit, Verkehr, Bebauung zu neuen künstlerischen Ausdrucksweisen inspirierten. Das Phänomen Großstadt fungierte als Motor für die Künste der Moderne (Expressionismus, Futurismus, Neue Sachlichkeit etc.) und ist bis heute Gegenstand vielfältiger künstlerischer Auseinandersetzungen vor allem im Zusammenhang mit der globalen Verstädterung.
Vor diesem Hintergrund wird das eigenwillige, frische und karikaturhafte von Kadie Schmidt-Hackenbergs Stadtbildern deutlich. Ihre Zeichnungen und Collagen atmen eine große Leichtigkeit und sind ganz dem Gefühl oder der Stimmung in einem flüchtigen Augenblick verschrieben. Die Figuren sind keine Porträts sonder eher Typen von Großstadtbewohnern. Da werden Gesichter auf übergroße Augen und Nase reduziert oder Körper zu einer reinen, wie schwerelos wirkenden Konturlinie transformiert. Die Menschen stehen zumeist als stille Beobachter einem dichten architektonischen Konglomerat von Stadt gegenüber, werden davon angesogen oder abgestoßen. Die Stadtfragmente wirken beengt, so als gebe es keine Straßen und Plätze zwischen den Häuseransammlungen, die sich dramatisch zu schichten und aufzutürmen scheinen, mitunter aber auch als reine Luftschlösser erweisen können.
Galerie en passant
Brunnenstraße 169
10119 Berlin
Tel.: 030 - 70221218
www.galerie-enpassant.de
Di - Fr 14-18, Sa 12-16 Uhr
Über das Unternehmen
2005 formierte sich die Galerie en passant als offene Künstlergemeinschaft, die zunächst in wechselnden Gewerberäumen temporäre Ausstellungen realisierte. 2007 wurden die Ladenräume mit sehr eigenem Gepräge in der Brunnenstraße 169 als dauerhafter Standort in Berlin-Mitte bezogen. Der französische Ausdruck „en passant“ lässt sich mit „im Vorbeigehen“ übersetzen und bezeichnet im Schachspiel einen besonderen, offensiv ausgeführter Zug eines Bauern. Hierin klingen das anfänglich nomadenhafte Dasein der Galerie, der offene Zugang für das Publikum aber auch die zielgerichtete Positionierung der Produzentengalerie im Berliner Kunstmarkt an. Im äußerst dynamischen Umfeld der Brunnenstraße hat sich die Galerie en passant für das Kunstpublikum zu einer festen Adresse entwickelt.
Heute zählen 16 international arbeitende Künstlerinnen und Künstler mit deutlichem Berlinbezug zum festen Künstlerstamm der Galerie en passant. Durch ihre individuellen Arbeitsweisen wird die mediale Vielfalt betont. Die Künstler organisieren zumeist in Eigenregie publikumsorientierte Ausstellungen, durch die Besucher in der Begegnung mit sehr unterschiedlicher Kunst zum Erkunden und Nachdenken angeregt werden. Das Publikum wird mal spielerisch, mal provokativ zu Gesprächen, zum Schauen und Wirken lassen animiert oder auch verführt. Die Galerie dient dabei der Projektrealisierung, als Netzwerk sowie Schau- und Aufführungsraum auch für Konzerte, Performances, Lesungen, Künstlergespräche, Workshops, Filme, Tanz- und Theaterstücke.
Abweichend vom herkömmlichen Produzentengaleriemodell, das zumeist Zusammenschlüssen junger Hochschulabsolventen als Sprungbrett in etablierte kommerzielle Galerien dienen soll, ist das Konzept der Galerie en passant auf eine konstruktive und dauerhafte Zusammenarbeit angelegt (die Künstler gehören zu den Jahrgängen 1943 bis 1981).
Mit jeweils ausgewählten Künstlerprogrammen nimmt die Galerie an Kunstmessen teil, die sich speziell an junge Galerien und Projekte richten, wie zum Beispiel Contemporary Art Ruhr und Berliner Liste.
Die Künstler:
EHMANN, Mechthild (* 1962, lebt und arbeitet in Dachsberg)
FLEISCHER, Karin (* 1943, lebt und arbeitet in Laaber/Bayern)
HAGEMANN, Matthias (* 1967, lebt und arbeitet in Barcelona)
KERUTH, Christine (*1962, lebt und arbeitet in Berlin)
KREMPEL, Uschi (* 1967, lebt und arbeitet in Berlin)
KUPFER, Barbara (* 1977, lebt und arbeitet in Berlin)
MOUTON, Rémy (* 1969, lebt und arbeitet in Berlin)
REICHELT, Martina (* 1967, lebt und arbeitet in Braunschweig)
SANDLER, Norman (* 1981, lebt und arbeitet in Bremen)
SCHMIDT-HACKENBERG, Kadie (* 1968, lebt und arbeitet in Hannover)
SCHMIEDEKIND, Jörg (* 1963, lebt und arbeitet in Berlin)
SCHNEIDER, Jochen (* 1976, lebt und arbeitet in Berlin)
SCHRAEPLER, Alexandra (* 1967, lebt und arbeitet in Berlin)
SCHUTSCH, Dorothea (* 1962, lebt und arbeitet in Berlin)
WEHR, Susanne (* 1960, lebt und arbeitet in Berlin)
WILD, Sabine (* 1962, lebt und arbeitet in Berlin)