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Krankenversicherte wollen keinen Preiskampf

20.04.201008:28 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Krankenversicherte wollen keinen Preiskampf

(openPR) Umfrage bestätigt: Nur für ein Drittel der Kunden ist Geld der wichtigste Grund für den Kassenwechsel / Zusatzleistungen und Service entscheiden

Obernkirchen. Internetumfragen dienen meist nur dazu, einen ohnehin bekannten Trend zu bestätigen. Manchmal bewirken sie aber auch das Gegenteil, wie die BKK24 jetzt mit der Abstimmung über die Gründe für einen möglichen Kassenwechsel festgestellt hat. Dass sie weiterhin zum kleiner werdenden Kreis der Anbieter ohne Zusatzbeitrag gehört, würde nämlich nur noch ein Drittel der Befragten von einer Mitgliedschaft überzeugen.



400.000 GKV-Kunden haben sich seit Jahresbeginn wegen der Einführung von Zusatzbeiträgen für eine andere Krankenversicherung entschieden. Doch viele Wechselwillige kommen vom Regen in die Traufe, wenn auch die neue Kasse kurze Zeit später ebenfalls mehr Geld verlangt. Deshalb haben offenbar zwei Drittel der Bundesbürger vom Preiskampf mit unhaltbaren Werbeversprechen die Nase voll und achten verstärkt auf Leistungen und Service: 55 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen auf Zusatzangebote nicht verzichten, für zehn Prozent stehen Kundendienst und Wohnortnähe an erster Stelle und nur für jeden Dritten sind noch die finanziellen Aspekte allein entscheidend. „Angesichts der gefühlten Stimmungslage haben wir mit diesem Votum nicht gerechnet“, gibt BKK24 Vorstand Friedrich Schütte zu.

Doch sieht man eher auf Zahlen als auf Schlagzeilen passen Umfrageergebnis und Realität durchaus zusammen. Tatsächlich ist bis zum April weniger als ein Prozent der insgesamt 50 Millionen gesetzlich Versicherten vor den Zusatzbeiträgen zu einer anderen Kasse geflüchtet. Und obwohl sie mit ihrem bisherigen Verzicht auf Mehreinnahmen kaum Werbung gemacht hat, gehört auch die BKK24 zu den Gewinnern der aktuellen „Mitgliederwanderung“.

Während Experten bereits Wetten darauf abschließen, wer als letzter einen Zusatzbeitrag verlangen muss, tauchen für die gesundheitsbewussten Versicherten jedoch ganz andere Fragezeichen am politischen Himmel über Berlin auf. Zuletzt waren die Gesundheitsausgaben auf die Rekordsumme von 3.210 Euro für jeden Bundesbürger gestiegen, von denen Arztpraxen und Apotheken allein 960 Euro bekamen. Dagegen erscheinen die durchschnittlich 4,83 Euro für Prävention mehr als bescheiden. Dennoch streicht das Bundesversicherungsamt als Aufsichtsbehörde der Kassen inzwischen Angebote schon beim geringsten Verdacht, dass sie eher dem Kundenfang als der Gesundheit dienen. „Natürlich ist es übertrieben, wenn man seine Versicherten zum Anti-Stress-Kurs auf ein Kreuzfahrtschiff schickt“, kritisiert auch Schütte. Das dürfe jedoch nicht so weit gehen, dass es sinnvolle und der Gesundheit dienende Zusatzangebote gar nicht mehr gibt.

Das Ergebnis der BKK24 Umfrage sieht er als klares Votum, sich für den Erhalt bestehender und die Einführung weiterer sinnvoller Vorsorgeangebote einzusetzen. Argumente gegen eine Diktatur des Rotstifts über die Leistungskataloge liefert das Bonusprogramm der BKK24. Die Teilnehmer sind gesünder und kosten pro Jahr 116,00 Euro weniger, obwohl sie über Prämien hohe Beitragsanteile erstattet bekommen. Statt einfach zu streichen will Schütte Angebote wie Homöopathie oder kostenlose professionelle Zahnreinigung beibehalten, wenn sie sowohl der Gesundheit als auch den Finanzen nutzen.

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