(openPR) „Eine Randgruppe zeigt einer Gesellschaft immer, wo ihre Grenzen zu eng gesteckt sind“, sagt Ulrike Tourneur. Zusammen mit Vertreterinnen des DSC Arminia Bielefeld diskutierte die Autorin von „ganz.schön.wichtig.“ am Donnerstag über eine neue Weiblichkeit, die Abschied genommen hat von der Vorstellung, einem bestimmten Bild entsprechen zu müssen. Das Fazit: Jede Frau ist richtig. Genau so, wie sie ist.
Zurückhaltend, schutzbedürftig, zart. Diese Eigenschaften prägten lange Zeit das Bild der Frau. „Gerade in den letzten Jahren hat sich der Frauenfußball enorm entwickelt“, sagte Christina Drewitz, die bei Arminia Bielefeld spielt. Schneller, sei es geworden, athletischer. „Durch das regelmäßige Training ist mein Körper sicher muskulöser und ich musste mir in der Schulzeit oft anhören, dass Fußball doch eigentlich kein Sport für Frauen sei“, berichtet die 24-Jährige. Wie ihre Mitspielerinnen möchte sie die Möglichkeit auf keinen Fall missen, sich im Team auszupowern und leidenschaftlich für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen.
„Wird Fußball von Frauen gespielt, hat er eine andere Qualität“, sagte der Trainer Thomas Lison: Hart, aber immer fair. Angesichts der sportlichen Erfolge im Frauen-fußball sei es erstaunlich, dass die Sportart sowohl medial als auch in den Vereinen nach wie vor ein Nischendasein friste: „Frauen müssen sich oft mit Ascheplätzen begnügen, obwohl es direkt nebenan einen Rasenplatz gibt.“ Ein Nischendasein fristete auch Ulrike Tourneur in den Jahren, in denen sie sich mit ihrem Gewicht unwohl fühlte. „Vor drei Jahren habe ich noch Stunden vor dem Spiegel verbracht mit dem Versuch, meine Figur zu kaschieren“, beschrieb sie ihren Diätfrust.
Irgendwann wurde ihr bewusst, wie sehr ihre inneren Überzeugungen sich im Außen widerspiegelten und entsprechende Resonanz fanden. Und dass andere sie – genau so, wie sie ist – durchaus attraktiv finden. Für Ulrike Tourneur der Wendepunkt: Sie verwandelte ihren Kampf in ein sportliches „Fairplay“ sich selbst gegenüber und begann, das Spiel um Weiblichkeit, Schönheit und Sinnlichkeit auf andere Weise zu spielen. Sie nahm sich ab sofort „ganz.schön.wichtig.“, wie es der Titel ihres soeben erschienenen Buches beschreibt. Darin zeigt sie ganz praktisch und mit viel Selbstironie Wege auf, wie frau endlich mit sich selbst Frieden schließt und sich auf andere Werte besinnt. Wie Doris Dörries Film „Die
Friseuse“ und der oscarprämierte Blockbuster „Precious“ zeigt Tourneur, wie viel Kraft und Lebensfreude in gewichtigen Frauen steckt.
Auch im Hinblick auf die Frauen-WM 2011 in Deutschland scheint es also an der Zeit, mit weiblichen Rollenklischees aufzuräumen: Frauen sind weiblich, zart und kraftvoll. Kein Widerspruch, sondern Ausdruck ihrer Einzigartigkeit.




















