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Sexueller Missbrauch: „Wie ein böser Traum, der nicht zu Ende geht“

08.04.201011:48 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Sexueller Missbrauch: „Wie ein böser Traum, der nicht zu Ende geht“
Peter Glöcks bietet bei
Peter Glöcks bietet bei "Spring" Seelsorge für Missbrauchsopfer an

(openPR) „Schweigen über sexuelle Gewalt macht die Menschen zu Opfern.“ Weil dies so ist, wollen Monika und Peter Glöckl (Solingen) Aufklärungsarbeit über sexuelle Gewalt leisten und eine Anleitung dafür geben, wie man dem gesellschaftlichen Tabu begegnen kann. Glöckl ist Seelsorger in der Beratungsstelle „standUp“, seine Frau wurde als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs und will Mut machen, dem „Leben danach“ eine andere Perspektive zu geben.

„Sexualisierte Gewalt geschieht oft durch eine Autoritätsperson, die einen Wissens- oder Machtvorsprung hat“, erklärte Göckl bei einem Seminar im Rahmen des GemeindeFerienFestivals SPRING. Gründe dafür, warum ein Opfer nicht über den Missbrauch spricht, seien Androhungen des Täters, das eigene Scham- und Schuldgefühl, die Angst vor sozialem Ausschluss oder der Verlust von Zuwendung. „In das Täterprofil passen Kinder, die wenig Widerstand leisten.“

„Wenn die Täter nicht mit Gewalt agieren, passiert dies auf dem Weg der Verführung. Hinterher fühlen sich die Opfer selbst schuldig, weil sie den Köder geschluckt haben“, betonte Glöckl. Hinzu komme, dass im eigenen sozialen Umfeld Sexualität und Gefühle nicht thematisiert würden. „Wenn Gefühle schon tabu sind, ist es die Sexualität gleich doppelt.“

Ein Manko sei auch, dass das Thema nicht in der Gemeindearbeit aufgegriffen werde. „Was in der Predigt nicht vorkommt, kommt in der Seelsorge selten vor“, weiß Glöckl aus eigener Erfahrung. Mit dem Publikmachen der Vorfälle sei immer auch die Belastung verbunden, was die andere Person mit dem anvertrauten Wissen mache. „Mich haben andere Menschen der Lüge bezichtigt. Ich habe hinterher nicht einmal meiner eigenen Wahrnehmung geglaubt“, ergänzt seine Frau. Dies könne dazu führen, dass die Opfer die Verantwortung für den Täter übernehmen.
Am anfälligsten seien Opfer zwischen sechs und 12 Jahren. „Für viele ist das anschließende Leben ein böser Traum, von dem sie nicht mehr aufwachen.“ Gerade wenn es sich bei den Tätern um Familienangehörige handle, sei die Hürde groß, nicht darüber zu sprechen. „Die Folgen für Körper und Seele reichen von der Ablehnung des Mann- bzw. Frauseins über Selbstzerstörung, Störungen des Sexualempfindens bis hin zum überzogenen Ehrgeiz“, berichtet Glöckl.

Die Folgen für die Seele können eine Todessehnsucht sein, oder die Tatsache, Wut nicht oder an falschen Stellen zu entwickeln. „Besonders tragisch ist es, wenn man bei der Suche nach Schutz zum Opfer wird und der eigene Hirte zum Wolf wird. Weil der menschliche Körper nicht austauschbar ist, müssen wir lernen, damit umzugehen und eine langsame Aufarbeitung zu betreiben.

--
Das „GemeindeFerienFestival SPRING“ findet zum zwölften Mal statt und ist in diesem Jahr erstmals in Willingen (Sauerland/Hessen) zu Gast. Der Kongress mit 3.300 Teilnehmern wird von 450 ehrenamtlichen Helfern ermöglicht.

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