(openPR) Keine Chance für versteckte Blasentumore: Seit Anfang 2010 bietet die Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urologische Onkologie am Klinikum Niederberg ein neues Verfahren zur Diagnostik von Blasenkrebs an. Hatte man vorher bei der Untersuchung der Harnblase und bei der endoskopischen Blasentumorentfernung mit „Weißlicht“ gearbeitet, setzt man nun bei der PDD-Fluoreszenz-Diagnostik (PDD = Photodynamische Diagnostik) auf „Blaulicht“.
Bei diesem modernen Operationsverfahren wird den Patienten im Vorfeld eine fotoaktive Substanz verabreicht, die sich im Tumor anreichert und diesen in Verbindung mit der blauen Bestrahlung farblich hervorhebt: Der Tumor leuchtet auf der gesunden Blasenschleimhaut dann in einem deutlichen Rot.
„Das blaue Licht ermöglicht uns, bei der Operation versteckte Blasentumore sicher zu entdecken und auch zu entfernen. Denn Tumor ist nicht gleich Tumor. Gerade die unterschiedlichen Wachstumseigenschaften erschweren eine ausreichende Darstellung der betroffenen Tumor-Regionen, die für eine vollständige Entfernung notwendig ist“, so Professor Dr. Mark Goepel, Chefarzt der Klinik.
Bleiben Ausläufer des Tumors zurück, ist eine Neuerkrankung sicher. „Man geht davon aus, dass unter Weißlicht rund 20 Prozent der Tumore unentdeckt bleiben“, weiß Professor Goepel. Mit der Blaulicht-Zystoskopie (Zystoskopie = Harnblasenuntersuchung mit einem speziellen Endoskop) kann der Krebs schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden und nicht erst dann, wenn die Tumore bereits in die Blasenschleimhaut gedrungen sind. „Es gibt Tumore, die unter Weißlicht ausreichend erkennbar und somit leicht zu entfernen sind. Schwieriger wird es bei den Karzinomen, die oberflächlich wachsen, den so genannten Carcinoma in Situ, und deshalb unter dem einfachen Weißlicht nur schwer zu erfassen sind. In ihrer vollen Größe erkennt man diese nur unter Blaulicht“, erklärt Dr. Peter Bach, Oberarzt der Klinik und Leiter der Urologischen Onkologie. Der Einsatz der photodynamischen Technik erübrigt so in vielen Verdachtsfällen auch eine Biopsie. „Denn nur durch die Gewebeentnahme konnten wir, nachdem bei der Weißlicht-Zystoskopie nichts entdeckt wurde, überprüfen, ob die jeweilige Region tumorfrei ist.“
Von der neuen Methode versprechen sich die Urologen am Klinikum Niederberg nun maximale Erfolge. Erwartet wird eine Reduzierung der Rückfallrate bei Blasenkrebspatienten, denn die „Treffsicherheit“ der PDD-Fluoreszenz-Diagnostik liegt bei über 90 Prozent.
Blasenkrebs
Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes erkranken in Deutschland jährlich 26.000 Menschen an Blasenkrebs. Unter den Neuerkrankten sind fast doppelt so viele Männer wie Frauen. Ebenso wie bei Lungenkrebs sind besonders Raucherinnen und Raucher gefährdet: Tabakrauch beinhaltet unter anderem krebserregende aromatische Amine, die über die Lunge in die Blutbahn und mit dem Urin schließlich auch in die Blase gelangen.
(pw)









