(openPR) NIEDERBERG. Das Klinikum Niederberg pflegt zurzeit den internationalen Austausch. Seit September sind mit Dr. Wu (38) und Dr. Wang (41) zwei chinesische Chirurgen am Velberter Krankenhaus zu Gast. Die beiden kommen aus unterschiedlichen Kliniken in China und sind dort jeweils Stellvertreter der Chefärzte, also vergleichbar mit Leitenden Oberärzten an deutschen Häusern.
Schon von der ersten Operation, in der sie Chefarzt Dr. Devid Tusek assistierten, zeigten sich die beiden stark beeindruckt. Es handelte sich dabei um einen großen Eingriff an der Bauchspeicheldrüse. Deutlich häufiger sind aber inzwischen die laparoskopischen Operationen, also sogenannte „minimal-invasive Eingriffe“ mit endoskopischen Instrumenten. Diese sind auch der Hauptgrund für den dreimonatigen Besuch der Ärzte aus Fernost. „Die Chirurgen hier verfügen über eine sehr gute Technik“, sagt Dr. Wang in gebrochenem Englisch. „Und Dr. Tusek und sein Team machen sehr gute Arbeit hier.“ Er selbst kommt aus einem 800-Betten-Haus in der Provinz Shandong an der chinesischen Ostküste. Sein Kollege Dr. Wu arbeitet in der Gegend um Shanghai in einer Klinik mit insgesamt 1.800 Betten. Zum Vergleich: Das Klinikum Niederberg verfügt über 519 Betten.
„Neben den laparoskopischen Operationen interessieren sich die Kollegen auch für das deutsche Gesundheitssystem“, sagt Dr. Devid Tusek. „Wir hingegen bekommen Einblick in ihre exzellente Expertise bei der Behandlung von Magen-Karzinomen.“ Hier sind die Ärzte am Klinikum Niederberg zwar bereits gut aufgestellt, wollen sich aber weiter verbessern. Eigenständig operieren dürfen die ausländischen Ärzte aus rechtlichen Gründen übrigens nicht. Aber sie assistieren dem Velberter Chefarzt und so lernen alle voneinander. Neben dem kollegialen Austausch spielen aber auch die Lösung alltäglicher Probleme und die Freizeitgestaltung eine Rolle. Tusek selbst organisierte den privaten Internetzugang der beiden und begleitete sie zum Chinafest nach Düsseldorf. „Die Stadt gefällt mir sehr gut, sie hat viele Sehenswürdigkeiten“, sagt Dr. Wang. Und natürlich ist ihm dort auch eines der bekanntesten deutschen „Kulturgüter“ aufgefallen: „Deutsches Bier ist das beste der Welt! Das Alt-Bier schmeckt sehr gut.“ Als Kontrast zur Landeshauptstadt ist ihm aufgefallen, dass Velbert „sehr ruhig und sauber“ sei und er auch das sehr genießt.
Organisiert wird der Fachkräfteaustausch über die Stiftung „Deutsch-Chinesischer Technologie Austausch“ (DCTA) in Düsseldorf. Noch aus seiner Zeit an anderen Häusern resultiert Dr. Devid Tuseks Kontakt zu der Organisation, die aktuell bundesweit rund 60 chinesische Ärzte in deutsche Kliniken vermittelt hat.
DCTA
Nach mehrjähriger Vorbereitungsarbeit erfolgte 2008 die Gründung der Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) Stiftung mit Stiftungssitz in Düsseldorf und einer Filiale in Beijing als rechtsfähige gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Gefördert werden insbesondere durch Austausch zwischen China und Deutschland die Wissenschaft und die Forschung, die Bildung und die Erziehung, das öffentliche Gesundheitswesen sowie die Völkerverständigung. Ein Schwerpunkt liegt im Gesundheitssektor. Die DCTA Stiftung kooperiert im medizinischen Bereich mit rund 1.200 Krankenhäusern aus 21 chinesischen Städten und Provinzen sowie mit rund 50 Krankenhäusern in der Bundesrepublik Deutschland.
www.dcta.de











