openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur

04.08.202013:59 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur
Das Wachstumsprotein Neuritin 1 (NRN1) kann in der Haut die Entstehung eines Melanoms fördern
Das Wachstumsprotein Neuritin 1 (NRN1) kann in der Haut die Entstehung eines Melanoms fördern

(openPR) Forscher suchen nach zielgerichteten Therapien gegen Melanome

Erlangen-Nürnberg (ko) – Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 40.000 Menschen neu an schwarzem Hautkrebs, dem sogenannten malignen Melanom. Was diese Krebsart so gefährlich macht, ist die frühzeitige Bildung von Metastasen und Resistenz gegen die Chemotherapie. Besonders alarmierend: Keine andere Tumorart verzeichnet eine so hohe Zunahme an Krankheitsfällen. Wissenschaftler an der Universität Erlangen-Nürnberg wollen jetzt detailliert aufklären, wie ein Melanom entsteht, um so Ansatzpunkte für neue Therapien zu finden. Im Fokus der Forscher: ein Nervenprotein mit dem Namen Neuritin 1, das bei Melanompatienten gehäuft auftritt. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 387.000 Euro.



Intensive Sonnenbestrahlung, Solarienbesuche, häufige Sonnenbrände in der Kindheit und viele Pigmentmale – bei kaum einer anderen Krebsart sind die Risikofaktoren wissenschaftlich so gut belegt wie beim Hautkrebs. Ein verändertes Freizeitverhalten mit Sonnenurlauben zu jeder Jahreszeit, aber auch ein neues Schönheitsideal, das Bräune als chic definiert, hat das Hautkrebsrisiko in den letzten Jahrzehnten immer weiter ansteigen lassen. Besonders gefährlich ist der schwarze Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom. Es ist die fünfthäufigste Krebsart in Deutschland, und jedes Jahr sterben mehr als 2.800 Menschen an diesem Tumor.

Im Fokus: das Nervenprotein Neuritin 1

Problematisch ist vor allem, dass ein Melanom oft erst spät erkannt wird, aber bereits im Frühstadium Metastasen bilden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tochtergeschwülste häufig operativ nicht vollständig entfernt werden können und resistent gegenüber der dann notwendigen Chemotherapie sind. Wissenschaftler des Instituts für Biochemie an der Universität Erlangen-Nürnberg sind jetzt auf der Suche nach neuen, zielgerichteten Behandlungsmöglichkeiten, um die Heilungsaussichten von Patienten mit metastasiertem Melanom zu verbessern. Dafür müssen sie jedoch zunächst die grundlegenden Prozesse entschlüsseln, die zu einem oft aggressiven Verlauf der Tumorerkrankung führen.

„Wir wissen bereits, dass ein Protein mit dem Namen Neuritin 1 eine wichtige Rolle bei der Melanomentstehung spielt“, erläutert die Studienleiterin Professorin Dr. Silke Kuphal. Neuritin 1 gehört zu den sogenannten Neurotrophinen, einer Gruppe von Proteinen, die unter anderem als Wachstumsfaktoren im Nervensystem fungieren. Werden sie übermäßig stark produziert und in die Umgebung der Zellen abgegeben, können sie hier zum Entstehen von Krebs beitragen, beispielsweise von Gehirntumoren.

Diese Erkenntnis hat die Wissenschaftler auf eine neue Spur gebracht: „In der Embryonalentwicklung entstehen spezifische Zellen des Gehirns und der Haut aus demselben embryonalen Gewebe, sind also quasi miteinander verwandt. Daher vermuten wir, dass Neuritin 1 auch bei bösartigen Veränderungen von Hautzellen von besonderer Bedeutung sein könnte“, erläutert Kuphal. Die Annahme der Forscher: Wird das Wachstumsprotein Neuritin 1 in speziellen Hautzellen, den Melanozyten, verstärkt gebildet, kommt es zu regen Zellteilungen. Wenn sich die Zellen unkontrolliert weiter vermehren und in gesundes Gewebe eindringen, können bösartige Hauttumore – die Melanome – entstehen.

Lockstoff für aggressive Tumorzellen?

Im Blut von Melanompatienten konnten Professorin Kuphal und ihr Team Neuritin 1 bereits nachweisen. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler auf molekularer Ebene analysieren, wie genau dieses Protein das Tumorwachstum steuert, wie es mit seiner Umgebung kommuniziert und welchen Einfluss es auf die Metastasierung hat. Sie wollen zudem herausfinden, welche Zellen das Nervenprotein auch in das umliegende Gewebe abgeben. Ob es hier als Lockstoff für aggressive Melanomzellen dient, die sich dann auf Wanderschaft begeben und dort neue Absiedlungen bilden, soll das aktuelle Forschungsprojekt ebenfalls klären.

Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betont: „Aggressive Krankheitsverläufe wie beim metastasierten Melanom stellen die Krebsmedizin vor große Herausforderungen. Um hier neue Therapieansätze zu finden, ist es wichtig, die Prozesse in einem Tumor im Detail zu verstehen. Daher ist es der Deutschen Krebshilfe ein Anliegen, auch zukunftsweisende Projekte in der Grundlagenforschung zu unterstützen.“

Weitere Informationen zum Thema Hautkrebs finden Betroffene und Interessierte auf der Website der Deutschen Krebshilfe kostenlos unter www.krebshilfe.de/hautkrebs. Eine persönliche Beratung bieten darüber hinaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des INFONETZ KREBS unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 80708877.

Projektnummer: 70113421

Interviewpartner auf Anfrage!

Bonn, 4. August 2020

Bildquelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1096293
 543

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe

Bild: Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlichBild: Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlich
Darmkrebs: Frauen und Männer erkranken unterschiedlich
_Deutsche Krebshilfe stellt neues Projekt zu geschlechtersensibler Medizin vor_ Bonn/Dresden (ast) – Brauchen Frauen und Männer mit Darmkrebs unterschiedliche Therapien? Forschende des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT)/Universitäts KrebsCentrums (UCC) in Dresden gehen nun dieser bislang kaum beachteten Frage nach. Denn Darmkrebs ist nicht nur eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Er verläuft bei Frauen und Männern oft unterschiedlich, wird teils später erkannt und führt zu verschiedenen Nebenwirkungen bei der Be…
Bild: Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 PatientenkongresseBild: Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 Patientenkongresse
Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit 25 Patientenkongresse
_Veranstaltungen erweitern kostenfreies und unabhängiges Informationsangebot der Organisation_ Bonn (mas) – Die Diagnose Krebs wirft viele Fragen auf. Krebspatientinnen und -patienten sowie Angehörige sind häufig verunsichert, haben Ängste oder Sorgen. Die Deutsche Krebshilfe steht Betroffenen in dieser Zeit mit Rat und Hilfe zur Seite. Neben ihrem telefonischen Informations- und Beratungsdienst – dem INFONETZ KREBS – und den Blauen Ratgebern sowie weiteren Patienteninformationen fördert die Deutsche Krebshilfe regionale Patientenkongresse –…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Der Spiegel der Seele – die Haut im Fokus der Gesunden MedizinBild: Der Spiegel der Seele – die Haut im Fokus der Gesunden Medizin
Der Spiegel der Seele – die Haut im Fokus der Gesunden Medizin
… Funktionen durch gesunde Lebensführung und richtige Pflege unterstützen lässt, das berichtet Gesunde Medizin in der aktuellen Dezember-Ausgabe. Ekzeme und Neurodermitis, Schuppenflechte und Hautkrebs – Hautkrankheiten haben hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität ihres Auftretens in den vergangenen Jahren zugenommen. Ursachen können zum einen Aspekte …
Frühjahrssonne sorgt für Sonnenbrand
Frühjahrssonne sorgt für Sonnenbrand
… nicht ungeschützt aussetzen. Weil sie nach den Wintermonaten von der Sonne nahezu „entwöhnt“ ist, drohen gerade jetzt Sonnenbrände und Hautschädigungen. Sonnenbrand ist ein Hauptrisiko für Hautkrebs. Sich im Freien zu bewegen ist immer empfehlenswert. Das wissen zum Beispiel Jogger, die es im Frühjahr mit Macht auf die Strecken zieht. Doch sollte bei …
Bild: Aus der Spur - jenseits der Hoffnung - bewegende und informative Einblicke in den Alltag mit DepressionenBild: Aus der Spur - jenseits der Hoffnung - bewegende und informative Einblicke in den Alltag mit Depressionen
Aus der Spur - jenseits der Hoffnung - bewegende und informative Einblicke in den Alltag mit Depressionen
… bewegenden Beschreibungen von Dr. Rainer Ehritt mehr über die Realität eines depressiven Menschen. Der Autor fahndet mittels der Lebensgeschichte und individueller Umstände eines Betroffenen nach Ursachen, die in diese Krankheit führen können. Er erzählt eindringlich vom Absturz in die Finsternis des Lebens und vom langen Weg zurück ans Licht. Der Alltag …
Bild: Alarmierende Erkenntnisse zum Hautkrebs - Gemeinsame Initiative mehrerer OrganisationenBild: Alarmierende Erkenntnisse zum Hautkrebs - Gemeinsame Initiative mehrerer Organisationen
Alarmierende Erkenntnisse zum Hautkrebs - Gemeinsame Initiative mehrerer Organisationen
Erste Ergebnisse des flächendeckenden Hautkrebs-Screenings: Zahl der Erkrankungen im Frühstadium stark gestiegen - Therapiechancen: Frühzeitige Intervention steigert Möglichkeiten zur Heilung erheblich - Neue Statistik: Mittleres Erkrankungsalter extrem niedrig Dresden, 30. April 2009 – Neue statistische Untersuchungen über den Hautkrebs in Deutschland …
Sonnenbad: Gefahr für die Haut
Sonnenbad: Gefahr für die Haut
Seit den 70er Jahren hat sich hierzulande die Zahl Melanom-Erkrankungen, also schwarzer Hautkrebs, von seinerzeit drei Erkrankungen pro 100.000 Menschen pro Jahr auf 20 erhöht. In Australien ist die Quote sogar noch höher und liegt bei 50 bis 60 pro 100.000 Einwohner. Die Ursachen dafür liegen sicherlich auch im veränderten Freizeitverhalten der Menschen …
Was Nagelveränderungen über die Gesundheit verraten
Was Nagelveränderungen über die Gesundheit verraten
… auf die körpereigenen Signale zu achten? In seltenen Fällen kann zum Beispiel eine plötzlich oder aber verstärkt auftretende Pigmentierung der Nägel, auf einen schwarzen Hautkrebs hinweisen. Im Zweifelsfall sollten daher dunkle Flecken auf den Nägeln immer frühzeitig vom Profi untersucht werden. Aber natürlich muss nicht jede Veränderung gleich das Schlimmste …
Bild: Neue DGUV-Jahresbilanz: Risiko der Arbeitsunfälle sinkt 2016 leicht, BU-Schutz bleibt dennoch relevantBild: Neue DGUV-Jahresbilanz: Risiko der Arbeitsunfälle sinkt 2016 leicht, BU-Schutz bleibt dennoch relevant
Neue DGUV-Jahresbilanz: Risiko der Arbeitsunfälle sinkt 2016 leicht, BU-Schutz bleibt dennoch relevant
… Berufskrankheiten der Grund für eine Minderung oder einen Wegfall der Arbeitskraft sein. Zu den häufigsten Ursachen zählen laut der DGUV-Statistik Hautkrankheiten (ohne Hautkrebs), durch Lärm hervorgerufene Schwerhörigkeit sowie durch UV-Strahlung verursachter Hautkrebs. Gerade der seit 2015 als Berufskrankheit anerkannte Weiße Hautkrebs führt mittlerweile zu …
Bild: Mit Geodatenanalysen dem Bienensterben auf der Spur Bild: Mit Geodatenanalysen dem Bienensterben auf der Spur
Mit Geodatenanalysen dem Bienensterben auf der Spur
BMEL-Forschungsprojekt OCELI will datenbasierte Ursachenforschung aufbauen Um den komplexen Ursachen des Bienensterbens auf die Spur zu kommen, werden in dem vom BMEL geförderten Forschungsprojekt OCELI Daten mit innovativen Methoden erhoben und analysiert. Durch die Integration relevanter Datenquellen in ein datenbankbasiertes Gesamtsystem soll am …
Dr. Reuter zu Biofrontera: Rechtzeitig handeln beim Basalzellkarzinom
Dr. Reuter zu Biofrontera: Rechtzeitig handeln beim Basalzellkarzinom
Weißer Hautkrebs wird häufig unterschätzt - dabei kann sich dieser, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird, auch zu einem ernsten Problem ausweiten. Wird weißer Hautkrebs rechtzeitig erkannt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate zwischen 96 und 100 Prozent. Doch zeigt eine aktuelle Studie ( pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34273459/) , dass sich weißer Hautkrebs …
Prävention und Früherkennung – die besten Waffen im Kampf gegen den Hautkrebs
Prävention und Früherkennung – die besten Waffen im Kampf gegen den Hautkrebs
Longuich, den 28.07.16. Der Hautkrebs befindet sich auf dem Vormarsch. Mehr als 200.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jedes Jahr an Hautkrebs. Diese Tendenz scheint vor allem der in der Bevölkerung immer noch verankerten Vorstellung geschuldet zu sein, dass Braunsein mit Gesundsein gleichzusetzen ist. Viele Menschen setzen sich deswegen in …
Sie lesen gerade: Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur