(openPR) Wer dringend Urlaub braucht, macht etwas falsch. Und zwar grundlegend. Davon ist Wolfgang Weiner überzeugt. Er ist Trainer und Berater bei der Böblinger Horst Rückle Team GmbH (hr TEAM) und sagt: „Wer sich urlaubsreif fühlt, ist aus dem Tritt geraten. Hier stimmt das Verhältnis zwischen Leben und Beruf nicht.“ Wie das Gleichgewicht wiedererlangt werden kann und also die Work Life Balance ins Lot kommt, lernen die Teilnehmer in Weiners Seminaren.
Frank Zanderer* beantwortet 60 Stunden in der Woche Mails und Anrufe und sitzt in unzähligen Meetings. Knurrt sein Magen, holt er sich ein Sandwich aus dem Automaten und schlingt es herunter, während er die Tagespost durchgeht. Zu Hause versucht Zanderer, der perfekte Ehemann für seine Frau und gleichzeitig der fürsorgliche Vater für die drei Töchter zu sein. Dass in letzter Zeit häufiger sein Kopf drückt, der Magen schmerzt und er sich schlapp und erschöpft fühlt, rechnet er dem Stress zu. Und irrt, denn: „Stress gibt es nicht – dieses Empfinden ist subjektiv“, formuliert hr TEAM-Berater Weiner provokant. „Klar ist aber auch, dass eine gelungene Work Life Balance anders aussieht.“
Gerät das Leben aus dem Gleichgewicht, spüren das nicht nur die Betroffenen. „Ausgelaugte Mitarbeiter arbeiten nicht effizient. Dadurch kann das Unternehmen schmerzhafte finanzielle Verluste einfahren“, erklärt Weiner. Wie schlimm es um die deutsche Befindlichkeit zu stehen scheint, offenbarte nun eine Studie: 15 Prozent der Deutschen bezeichnen ihre Work Life Balance als schlecht oder gar sehr schlecht.
Wie man Beruf und Leben wieder in Einklang bringen kann, zeigt Weiner in seinen Seminaren. Einfach und schnell ist Balance aber nicht zu haben, wie der Personaltrainer betont: „Der erste Schritt zu einem ausgewogenen Lebensgefühl besteht immer darin, sich selbst und seine Persönlichkeit in Frage zu stellen und seinen Umgang mit schwierigen und stressigen Situationen zu reflektieren.“ Bei Weiner geschieht dies gemeinschaftlich in der Gruppe. „Es ist nicht für jeden einfach, vor fremden Leuten die Hosen runterzulassen“, bestätigt er. Vertrauen zu den anderen Kursteilnehmern sei zweifelsohne das A und O.
Am ersten Tag des Seminars analysieren die Teilnehmer gemeinsam mit dem Personalcoach ihre persönliche Situation. Denn: Viele Zwänge sind selbst auferlegt. „Viel liegt schon in der Erziehung begründet: Hat der kleine Tom schon von Kindesbeinen an das Gefühl bekommen, perfekt sein zu müssen, zieht sich das durch sein ganzes weiteres Leben – auf allen beruflichen und persönlichen Ebenen“, erklärt der Personalcoach. Um den Teufelskreis des erhobenen Anspruchs zu unterbrechen, genügen oft schon Kleinigkeiten. Wichtig ist, das eigene Tun zu hinterfragen: Muss ich meinen Urlaub tatsächlich zu 100 Prozent durchplanen – oder reichen auch 70? Warum kann ich, wenn ich arbeite, um 15 Uhr keinen kleinen Spaziergang machen, wenn mir danach ist? Genau hier setzt das Seminar an.
Am zweiten Seminartag wird das individuelle Ziel geformt. Weiner überlegt mit jedem Kursteilnehmer, welche Möglichkeiten er hat und wie sich so seine ganz persönliche Work Life Balance ergibt. "Am dritten Tag dann sind die Teilnehmer so weit und erkennen, was sie weiter bringt, was sie erreichen können und vor allem, was sie daran hindern könnte, ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen", erklärt Weiner. Also ist es doch möglich, in drei Tagen eine Work Life Balance zu finden? Der theoretische Weg dahin wenigstens ist recht schnell gefunden. Der Rest liegt an einem selbst. Eine ausgewogenen Work Life Balance ist jedenfalls nicht davon abhängig, wie belastbar einer ist – sondern eher, wie sehr er dazu in der Lage ist, Prioritäten abzustecken. „Manchmal hat es den Anschein, dass es Menschen gibt, die scheinbar alles problemlos schultern können. Das ist aber mitnichten so. Diese Leute haben einfach gelernt, ihre täglichen Aufgaben zu priorisieren und zu erkennen, wo sie nicht unbedingt Vollgas geben müssen.“ Und das, so versichert der Coach, könne jeder.
* Name von der Redaktion geändert













