(openPR) Epicentro art in Berlin zeigt vom 19. März bis 10. April 2010 Arbeiten des nicht nur wegen seiner ausgesetzten Bilder, Ausstellungen und Aktionen bekannten Künstlers GVOON alias Arthur Schmidt. Die neue Ausstellung mit dem Titel „ GVOON alLesMOeGLICHE“ umfasst eine Großzahl von Arbeiten aus den Jahren 2009 und aktuell aus 2010. Es werden groß- und kleinformatige Arbeiten auf Leinwand, Papier oder als Rauminstallation gezeigt. Die Ausstellung möchte einen Einstieg und Überblick über den Arbeitsprozess von GVOON geben. Zeitgleich zu ihr erscheint der 400 seitige Dokumentationskatalog „GVOON 2009“ mit allen entstandenen Arbeiten und Aktivitäten aus 2009.
Zur Vernissage am 19. März wird erstmals die Aktion „BilderAUStausch“ zu dem langfristigt angelegtem Projekt „ausgesetzte Bilder“ stattfinden. Dazu werden 200 Originalzeichnungen direkt an Ort und Stelle gegen ein von GVOON selbstgemachtes Foto eines Interessierten im im Sofortkontakt ausgetauscht! Die Fotos werden dann an Stelle der vorhernoch einmal ausgestellten Zeichnungen für den Rest der Ausstellung zu sehen sein. Bisher wurden bei diesem Projekt weltweit, wie zuletzt in New York, 480 Bilder ausgesetzt und von 320 Finde(r)n eines Bildes Fotos an GVOON gesendet. Nun werden alle Ergebnisse der ausgesetzten Bilder als Teil dieser Ausstellung gezeigt.
Mit dieser neuen und anderen Aktionen geht es GVOON darum, seine Bilder einem interessierten Publikum auf anderen Wegen als gewohnt zugänglich zu machen.
Dabei ist es für ihn wichtig, über das Loslassen der Werke neue Impulse für seine weitere Arbeit zu erhalten. Sein Kunstverständnis beinhaltet eine intensive, performative Kommunikation zwischen Künstler und Publikum. Nicht nur seine Kunst, sondern sein forscher, unkonventioneller Umgang mit ihr schaffen immer wieder Kontroversen. GVOON provoziert die Kunstwelt auch, indem er erstarrte Vermarktungsstrukturen aufbricht.
Die Laudatio zur Vernissage von alLesMOeGLICHE und BilderAUStausch werden gemeinsam Marc Fiedler, Direktor des Epicentro art und Olaf Clasen, langjähriger kunsthistorischer Berater GVOONs, halten.
Als Tonkünstler wird Ralf Niemczyk an diesem Abend Live für eine Art Zeitreise des Unerwarteten durch die Unwegsamkeiten des Plattenauflegens sorgen. In fließendem Übergang wird es dann mit der um Ralf Plaschke und Uli Grossmaas ins Leben gerufene Kölner Kultband Silk Rabbits mit dem Titel „Allerletztes“ ein Konzert in der Galerie geben.
GVOON alias Arthur Schmidt
Mit GVOON alias Arthur Schmidt formuliert sich nunmehr ein eher atypisches Künstlerschicksal aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, angesiedelt zwischen Ost- und Westdeutschland: 1961 in Essen, Borbeck, geboren, aufgewachsen in Ostberlin, in der DDR politisch verfolgt, inhaftiert und 1980 ausgewiesen, studierte er 1982 bis 1988 an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Martin Engelmann freie Malerei.
Seit dem Studium beschäftigt er sich „mit den Kunstrichtungen des deutschen Informel sowie des Tachismus in seiner konsequenten Urform in Verbindung der Einflüsse unserer technophilen Gesellschaft“. Seine teils sehr farbintensiven, häufig randvoll geskribbelten Bilder zeigen seine innere Nähe zu Wols, Cy Twombly und Jean Dubuffet und lassen bisweilen Anklänge an das Dessin automatique einer Unica Zürn erkennen. Vor allem in seinen größeren Arbeiten verwendet er eine große Zahl von ihm eigen gewordenen Icons und Metaphern, die sich in wechselhaften und unvorhersehbaren Rhythmen und Anordnungen auf der Bildfläche wiederholen.
Die schiere Menge der Arbeiten, die Gvoon im Laufe eines Jahres produziert, erscheint überwältigend und lässt sich nur mit dem rastlosen Aufarbeiten seines vorangegangenen politisch-biographisch bedingten Traumas erklären.
Nebenbei stand Arthur Schmidt auch als Musiker auf der Bühne und veröffentlichte mehrere CDs im Bereich „Industrial“. GVOON steht übrigens für „Global Visons of other Nature“ und spielt auf den Grenzbereich an, in dem sich Arthur Schmidt von Anfang an bewegt hat. Parallel dazu beschäftigte sich GVOON mit rein digital erzeugten Bildern, die ihm 1991 den „Prix Ars Electronica“ einbrachten. Später folgte die Erarbeitung und Realisation von interaktiven Rauminstallationen. Die elektronischen Projekte gerieten immer komplexer, was sich auch in der Zusammenarbeit mit einer Großzahl anderer Künstler widerspiegelte. Es folgte die langjährige Zusammenarbeit mit dem Musiker Holger Czukay, die in mehreren gemeinsamen Aufführungen als czukay/gvoon:magazine Teil der „can solo live projects“ waren. Weitere Projekte von GVOON waren unter anderem in der Hamburger Musikhalle (Laeiszhalle) sowie die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland zu sehen.













