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Ernährungsfachleute fordern »solar-solidarische Landwirtschaft« in Afrika

01.03.201008:06 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Ernährungsfachleute fordern »solar-solidarische Landwirtschaft« in Afrika
Es ist nur die Spitze des Eisbergs, meint Dr. Stefan Schmitz vom Bundes­entwicklungs­ministerium, die wir gegenwärtig von der Welt­ernährungs­krise sehen.
Es ist nur die Spitze des Eisbergs, meint Dr. Stefan Schmitz vom Bundes­entwicklungs­ministerium, die wir gegenwärtig von der Welt­ernährungs­krise sehen.

(openPR) Bad Boll / Kreis Göppingen - »Die Weltgemeinschaft wiegte sich in dem Traum, dass der Hunger auf dem Rückmarsch ist«, fasste Dr. Stefan Schmitz vom Bundesentwicklungsministerium die Stimmung zusammen, die vor der Welternährungskrise 2008 weltweit herrschte. Und das, obwohl seit den 60er Jahren die Zahl der Hungernden weltweit nahezu konstant bei 850 Millionen lag. Erst als ihre Zahl im letzten Jahr auf über eine Milliarde stieg, nahm die Welt das Hungerproblem wieder zu Kenntnis. Es sei nur die Spitze des Eisbergs, die wir derzeit sehen, so Schmitz am 25.2.2010 bei einer Tagung an der Evangelischen Akademie in Bad Boll, die sich mit Strategien zur Ernährungssicherung in der Entwicklungszusammenarbeit speziell in Afrika südlich der Sahara auseinandersetzte.



Dort leben die meisten Hungernden, der größte Teil von ihnen in ländlichen Gebieten. Hauptursache des Hungers in Afrika sind klima- und wetterbedingte Ernteausfälle, denn 70 bis 80 Prozent der afrikanischen Landwirtschaft sind vom Regen abhängig. »Weder die Bevölkerung noch die Staaten haben die Kapazität, sich an den Klimawandel anzupassen. Die Bevölkerung ist meistens so arm, dass eine zusätzliche Dürre oder Überschwemmung sofort zur Katastrophe führt«, betonte Dr. Bernhard Walter von »Brot für die Welt«. Außerdem sind die afrikanischen Kleinbauern zu arm, um sich Düngemittel für ihre Felder zu kaufen. In Deutschland beispielsweise streut ein Bauer im Durchschnitt 80 Kilo Mineraldünger auf einen Hektar, in Afrika sind es drei. Daher hat ein deutscher Bauer auch einen zehn Mal so hohen Getreideertrag wie sein Kollege in Burkina Faso.

Die Kleinbauern waren die Verlierer der Entwicklung der vergangenen dreißig Jahre. Die internationale Gebergemeinschaft fuhr die Mittel für die ländliche Entwicklung drastisch zurück, Billigimporte vom Weltmarkt zerstörten die nationalen Agrarmärkte, die nationalen Regierungen ließen ihre Kleinbauern links liegen. Und so forderte Jobst Kraus, Studienleiter an der Akademie, »die Landwirtschaft muss wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.« Er unterstrich diese Aussage mit den Ergebnissen des Weltagrarberichts, der eine radikale Wende in der Agrarpolitik und der Agrarforschung fordert. Diese müsse vor allem auch für die Industriestaaten gelten, »weil man sich weltweit immer noch an den Industriestaaten orientiert. Wir müssen hier in Deutschland eine solar-solidarische Landwirtschaft aufbauen.« Das Bundesentwicklungsministerium hat inzwischen reagiert. »Wir arbeiten derzeit an einem völlig neuen Konzept der ländlichen Entwicklung«, so Schmitz. »In Zukunft wird der Kleinbauer in Afrika im Mittelpunkt stehen.« Bis Mitte des Jahres soll das Konzept stehen.

Auch die internationale Staatengemeinschaft wurde aktiv. So wurde im Anschluss an den Welternährungsgipfel in Rom im vergangenen Jahr die Globale Partnerschaft für Ernährungssicherung ins Leben gerufen, der auch Deutschland angehört. »Aus unserer Sicht sind die Weichen gestellt, dass die Ernährungssicherung weiterhin ein globales Thema bleibt,« so Astrid Jakobs de Pádua vom Bundesernährungsministerium bei der Bad Boller Tagung.

Bei der Tagung handelte es sich um eine Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie Bad Boll mit der AGEG Consultants eG, der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden Württemberg (SEZ) und »Brot für die Welt«.

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