(openPR) Zwergensprache-GmbH ermittelt die ersten Gebärden und Worte und findet heraus: Kleine Hundebesitzer kommunizieren früher
Ein Königreich für seine Gedanken – wer ein Baby betreut, steht zuweilen vor so manchem Rätsel. Wofür sich die Kleinen wirklich interessieren, haben Zwergensprache-Gründerin Vivian König und die Ethologin Judith Böhnke herausgefunden. Die Zwergensprache-Kurse erleben derzeit einen Boom in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwergen- oder Babyzeichensprache ermöglicht Babys, sich mithilfe von Gesten sehr differenziert auszudrücken, lange bevor sie sprechen können.
„Eine häufige Frage in unseren Kursen ist, mit welchen Zeichen man am besten beginnen soll“, sagt Vivian König. Das sei gar nicht so leicht zu beantworten, weil es von den individuellen Interessen eines Babys abhänge. „Wir fragten uns deshalb, ob es ganz allgemein eine Art Top Ten der Babyzeichen gibt, in der sich all das zusammenfassen lässt, was Babys ab einem Alter von etwa einem halben Jahr interessiert.“ Vivian König und Judith Böhnke erarbeiteten einen Fragebogen, der an ehemalige und gegenwärtige Kursteilnehmer versendet wurde. 162 Bögen kamen vollständig ausgefüllt zurück und lesen sich so spannend wie ein Krimi.
Die meisten Eltern begannen mit Babyzeichen, als ihre Kinder sechs Monate alt waren, im Schnitt mit acht Monate alten Babys. Das erste Zeichen machten die Kinder mit rund zehn Monaten, wobei etliche Babys schon mit sieben, acht und neun Monaten mit dem ersten Zeichen aufwarteten. Zwischen Jungen und Mädchen gab es dabei keine nennenswerten Unterschiede. Jungen zeigten das erste Zeichen im Schnitt mit 10,9 Monaten, Mädchen mit 10,3 Monaten.
Am häufigsten begannen die befragten Eltern mit folgenden Babyzeichen:
1. essen
2. mehr / noch mal
3. Milch
4. trinken
5. Lampe / Licht
6. Ente
7. alle-alle / fertig
8. wo?
9. schlafen
10. winke-winke
11. Musik
12. Vogel
13. bitte-bitte
14. Blume
15. Hund
Die „Hitliste“ der Babys zeigt dabei doch einige Unterschiede. Während beispielsweise „essen“ den meisten Eltern offenbar ziemlich wichtig war, rangiert es bei den Babys eher unter „ferner liefen“, und obwohl „Baum“ von den Befragten mehr ergänzungshalber gezeigt wurde, fanden die Babys Bäume außerordentlich spannend. Die „Top Ten der Babyzeichen“ in der Reihenfolge der am häufigsten gezeigten ersten Zeichen:
1. Milch
2. mehr / noch mal
3. Lampe / Licht
4. winke-winke
5. Wo?
6. Musik
7. Baum
8. Vogel
9. essen
10. trinken
11. bitte-bitte
12. Ente
13. Schnuller
14. arbeiten
Als „Top Five“ der ersten Wörter haben Vivian König und Judith Böhnke ermittelt:
1. Mama
2. Papa
3. Tierlaute (wauwau, muh, mäh etc.)
4. nein
5. da
Das erste Wort sagten sowohl Jungen als auch Mädchen im Schnitt mit rund elf Monaten (Jungen: 11,2 Monate, Mädchen: 10,8 Monate).
„Da wir wissen wollten, ob Kinder, die mit Tieren aufwachsen, eventuell als erstes ein Zeichen für ihr Haustier machen, haben wir auch gefragt, ob in den Familien Haustiere gehalten werden“, sagt Vivian König. „Wie sich herausstellte, hatten die Kinder mit Haustier aber genau dieselben Vorlieben in Bezug auf die Zeichen wie die Kinder ohne Haustiere.“ Ein interessanter Aspekt ergab sich dennoch: Die 59 Kinder, die mit Tieren aufwachsen, kommunizierten insgesamt früher, d.h. sie zeigten im Schnitt mit neun Monaten das erste Zeichen. Bei den Kindern, die ohne Tier aufwachsen, mussten die Eltern einen Monat länger warten. Den größten Einfluss auf die Kommunikationsfreude hatten Hunde: Die kleinen Hundebesitzer zeigten im Schnitt schon im Alter von acht Monaten das erste Zeichen.
„Dieser Vorsprung überrascht mich nicht“, so Dr. Kurt Kotrschal, Professor für Ethologie an der Universität Wien. „Wissenschaftlich steht es mittlerweile außer Frage, dass Tiere einen überaus förderlichen Einfluss auf die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern haben können.“ Kinder, die mit Tieren aufwachsen, seien sozial kompetenter, hilfsbereiter, einfühlsamer und in ihrer Peer-Group beliebter als Gleichaltrige ohne Tier-Kumpels. Vor diesem Hintergrund ließ sich Kotrschal auf einer Tagung zum Thema „Die Mensch-Tier-Beziehung im interdisziplinären Dialog“ Ende 2009 in München sogar zu der durchaus provozierenden Aussage hinreißen, dass „das Nichtzulassen des Aufwachsens mit Tieren“ gar einer „sozialen Deprivation“ gleich komme.
Mit einem Tier aufzuwachsen bedeute allerdings nicht, es auch besitzen zu müssen, betont Judith Böhnke, die als Ethologin und Hundetrainerin unter anderem Mensch-Hund-Gespanne für Einsätze in tiergestützter Therapie und Pädagogik ausbildet und ihre Cockerspaniels im Rahmen von Zwergensprachekursen gezielt zur Vermittlung der Babyzeichen und zur Unterstützung des Spracherwerbs einsetzt. Der bloße Besitz etwa eines Hundes bewirke rein gar nichts, sagt die 36-Jährige. „Von Bedeutung ist die Qualität der Beziehung, die zwischen einem Kind und einem Tier gelingt.“ Ob eine Katze dem Nachbarn oder ein Hund den Großeltern, Bekannten oder zu einem Tierbegegnungshof gehöre, spiele deshalb keine Rolle. Wichtig sei allein, dass Kind und Tier einander als Freunde begegneten und diese Freundschaft auch entsprechend pflegen könnten. „Tiere üben auf Kinder eine geradezu magische Anziehungskraft aus, nicht ohne Grund liegen Tierlaute in unserer Umfrage nach ‚Mama’ und ‚Papa’ auf Platz 3 der häufigsten ersten Worte. Schon die Kleinsten lieben es, Tiere zu beobachten, sie zu füttern, zu streicheln, ein Bällchen zu werfen oder auch einfach nur neben einem Tier zu liegen und zu spüren wie es atmet.“ Aus all dem ließen sich mit Unterstützung von Eltern oder Erziehern Kind-Tier-Beziehungen entwickeln, von denen das Kind bis ins Erwachsenenalter hinein profitiere, ganz unabhängig davon, wo das Tier lebe.
Auf das verbale Sprechen hatten Tiere bei den befragten Familien übrigens keinen signifikanten Einfluss. Hier waren allerdings die Kinder ohne Haustier geringfügig früher: Sie sagten ihr erstes Wort im Schnitt mit 10,1 Monaten, die Kinder mit Haustier mit 10,7 Monaten.
Die Umfrage in Zahlen und Tabellen: www.babyzeichensprache.com/umfrage-top-ten










