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Verwaltung soll mehr Migranten einstellen

20.11.200915:23 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Bad Boll/Kreis Göppingen - Die interkulturelle Orientierung und Öffnung der Verwaltung ist kein Akt des guten Willens, sondern eine Notwendigkeit, die zur Selbstverständlichkeit werden sollte. Dies betonte Christian Storr, der die Stabstelle des Integrationsbeauftragten der baden-württembergischen Landesregierung leitet. Auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll bekräftigte er am Donnerstag (19.11.09), dass die Landesregierung die interkulturelle Öffnung sowohl als Zukunfts-, wie auch als Daueraufgabe verstehe.



Vordinglich ist für Storr die Vermittlung interkultureller Kompetenzen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesverwaltung. In einem Konzeptentwuf, der noch in diesem Jahr von Vertretern aller Ministerien beraten werden soll, schlägt er deshalb vor, interkulturelle Kompetenz zum Pflichtbestandteil von Ausbildungsplänen und Prüfungsordnungen zu machen. Auch in Stellenausschreibungen gelte es diesbezügliche Qualifikationen ausdrücklich abzufordern. Darüber hinaus solle das Thema regelmäßig bei Fortbildungen angeboten werden.

Nachholbedarf sieht Storr bei der Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund: »Die kulturelle Vielfalt unseres Landes spiegelt sich noch zu selten in der Landesverwaltung und allgemein im öffentlichen Dienst wider«, sagte er auf der Akademietagung. Vor allem in den sozial verantwortungsvollen und angesehen Vertrauensberufen (z. B. Ärzte, Polizisten, Lehrer) seien Einheimische zwei- bis dreimal stärker vertreten als Migrantinnen und Migranten.

Die Landesregierung sehe sich als Arbeitgeber in einer besonderen Verantwortung, dieses Problemfeld zu bearbeiten, sagte Storr. Das Ziel müsse sein, dass sich alle Einwohner in Baden-Württemberg mit der öffentlichen Verwaltung identifizieren können und sich vertreten und anerkannt fühlen.

Auch der Stuttgarter Integrationsbeauftragte Gari Pavkovic setzte sich auf der Tagung dafür ein, dass »Migranten als Beschäftigte in kommunalen Diensten entsprechend ihrem Bevölkerungsanteil repräsentiert sein« sollten. Dies gelte, wie er betonte, »auf allen hierarchischen Ebenen«. Den Einwand, dass nicht genügend geeignete Bewerber zur Verfügung stünden, wollte er nicht gelten lassen. Seiner Meinung nach gibt es zahlreiche qualifizierte Migrantinnen und Migranten, die als Taxifahrer oder an der Imbissbude jobben. Pavkovic regte deshalb auf der Tagung an, eine »Talentbörse« zu gründen, um vorhandene Fähigkeiten besser erkennbar zu machen.

Pavkovic machte keinen Hehl daraus, dass der Prozess interkultureller Öffnung in den Verwaltungen zumindest am Anfang einen Mehraufwand bedeutet. Doch gerade in Zeiten knapper werdender kommunaler Haushaltsmittel, argumentierte er, müssten alle Ressorts nachweisen, dass sie gesellschaftspolitisch wichtige Aufgaben erfüllen. Dazu gehöre zweifellos die Integration von Migrantinnen und Migranten. »Wenn öffentliche Dienste sich nicht nur als Verwalter, sondern als Gestalter des gesellschaftlichen Wandels verstehen,« sagte Pavkovic, »werden sie diese Aufgabe trotz finanzieller Engpässe meistern.«

Die Tagung war Teil des Projekts »Zukunft von Integration und Migration in Deutschland«, das in Zusammenarbeit Evangelischer Akademien und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge organisiert wird. Weitere Kooperationspartner der Veranstaltung waren das Diakonische Werk Württemberg, der Gemeindetag Baden-Württemberg, der Integrationsbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg sowie der Landkreistag und Städtetag Baden-Württemberg.


»Interkulturelle Öffnung«

Ein Viertel der Bevölkerung in Baden-Württemberg weist einen Migrationshintergrund auf, bei Kindern und Jugendlichen sind es sogar über 30 Prozent. Eine Voraussetzung, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftliche und öffentlichen Leben zu ermöglichen, ist die »interkulturelle Öffnung« von Behörden, Verwaltungen und Verbänden. »Interkulturelle Öffnung« akzeptiert und achtet Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Als Teil der Organisations- und Personalentwicklung ist sie damit eine wesentliche Rahmenbedingung für den Integrationsprozess im Einwanderungsland Deutschland. Die baden-württembergische Landesregierung zählt die interkulturelle Öffnung der Verwaltung zu einer ihrer wesentlichen integrationspolitischen Leitlinien. Ihre Förderung ist unter anderem in dem am 8. Sept. 2008 vom Ministerrat beschlossenen Integrationsplan verankert. Auch die neue Bundesregierung bekennt sich in ihren Koalitionsvereinbarung zur Integration als einer »Schlüsselaufgabe«. Sie will den Nationalen Integrationsplan zu einem »Aktionsplan mit klar definierten und zu überprüfenden Zielen weiterentwickeln«.

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