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Cyber-Mobbing

18.11.200908:25 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Cyber-Mobbing
Dr. jur. Frank Sievert, Rechtsanwalt in Hambuerg
Dr. jur. Frank Sievert, Rechtsanwalt in Hambuerg

(openPR) Von Dr. jur. Frank Sievert: Rezension der Magisterarbeit Cyber-Mobbing von Nayla Fawzi, Internet Research, Band 37 2009, Nomos Verlagsgesellschaft / Edition Reinhard Fischer, ISBN: 978-3-8329-4888-7

Das vorliegende Werk ist die Magisterarbeit von Frau Nayla Fawzi am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Die Magisterarbeit ist die Untersuchung des Themenkomplexes 'Cyber-Mobbing', um auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und eigener Untersuchungen die Ursachen und Auswirkungen des 'Cyber-Mobbings' festzustellen. Zur Veranschaulichung seien zwei Beispiele vorangestellt:



So ist im wohl bekanntesten Fall der im Internet diffamierten Lehrerin, welcher nur Teile der Schmähungen vor deren Löschung zugetragen wurden, nicht zu erwarten, dass die fraglichen Internetpostings eine hohe Dauerhaftigkeit aufweisen. Ebenso ist hier die Schmähung nicht in Gänze bekannt, wodurch die Belastung für das Opfer durch ein geringeres Maß an gefühlter Betroffenheit geprägt ist.

Ganz gegensätzlich verlief der Fall des gemobbten Forenbetreibers, der die unfreundlichen Nachrichten in seinem Forum zwar zu ignorieren versuchte und diese nicht löschte: Das Mobbingopfer war hier in einem suchtartigen Verhalten gefangen, welches den Forenbetreiber mit einer unnatürlichen Häufigkeit in das Internet trieb, um dort nach neuen Angriffen auf seine Person zu suchen. Hier ist aufgrund der nicht erfolgten Löschung der Schmähungen und deren ständiger Zugänglichkeit die Belastung im Bereich 'Dauerhaftigkeit' und 'Aufmerksamkeit' überproportional hoch.

Frau Fawzi, mittlerweile Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München, strukturiert ihre Arbeit klar und sinnvoll und verliert niemals den 'Roten Faden' in ihrem Werk, was den Leser bei Laune hält und es ermöglicht, die Arbeit in kleinen Einheiten zu lesen, die alle ein in sich abgeschlossenes Informationspaket darstellen.

Um sich der aktuellen Erscheinung des Cyber-Mobbings zu nähern, legt die Autorin bei der Leserschaft erst einmal das nötige Wissensfundament in Form von umfangreichen und sorgfältig ausgearbeiteten Definitionen und Daten einer Vielzahl relevanter Studien. Nayla Fawzi findet die richtige Balance zwischen dem Anspruch zu informieren und zu unterhalten – der Leser sollte sich niemals einer nicht zu bewältigenden Datenflut ausgesetzt sehen.

Das Cyber-Mobbing als relativ neuartige Erscheinung in unserer Gesellschaft bedarf einer wesentlich umsichtigeren Erläuterung als das allgemeine Phänomen Mobbing. Hier nimmt Nayla Fawzi eine klare Abgrenzung des Cyber-Mobbings gegen andere mögliche Ausprägungen von Mobbingangriffen vor. Bei dieser Abgrenzung werden neben den spezifischen Charakteristika der einzelnen Mobbingformen ebenso die Gemeinsamkeiten sichtbar und von Nayla Fawzi aufgeführt.

Insgesamt holt Nayla Fawzi den Leser auf seinem Kenntnisstand ab und geleitet ihn geschickt durch die Arbeit, ohne dass dem Leser zuviel Hintergrundwissen abverlangt wird.

Inhaltlich stellt die Autorin zuerst die drei Themen 'Klatsch', 'Mobbing' und 'Cyberspace' vor, indem sie jedem dieser Bereiche einen zusammenfassenden Textabschnitt widmet, in welchem Definition und relevante Eigenschaften und Relationen dargestellt werden. Aus diesen vorerst isoliert betrachteten Bausteinen entwickelt Nayla Fawzi sukzessiv diverse Einzelcharakteristika des aus den Bausteinen zusammengesetzten Phänomens des Cyber-Mobbings, welche sich zu einem mehr als brauchbaren Gesamtbild zusammensetzen lassen.

Insbesondere charakterisiert Nayla Fawzi das Cyber-Mobbing über die technischen Merkmale der Kommunikation und die sich daraus ergebenden Besonderheiten wie die Verbreitungskanäle, Mobbingmethoden, Eigenheiten des Täterkreises und des Opferkreises, die Rolle der Zuschauer und die Ursachen des Mobbings. Den Untersuchungsschwerpunkt legt Frau Fawzi auf den menschlichen Faktor, den Täterkreis und Opferkreis sowie die Zuschauer. Diese Teilbereiche werden von Nayla Fawzi nicht nur theoretisch beleuchtet, die Autorin bietet zusätzlich noch einen detaillierten Überblick über die tatsächliche Cyber-Mobbingsituation in Zahlen und Fakten, welche stets gründlich belegt sind.

Dem so erst einmal hinreichend informierten Leser wird im Anschluss an die Entwicklung der Definition des Cyber-Mobbings der Inhalt und die Methodik einer von Nayla Fawzi durchgeführten Befragung nahe gebracht: Da für die Magisterarbeit die Erforschung des Spektrums der möglichen Eigenschaften des Cyber-Mobbings interessanter erschien als eine rein quantitative Untersuchung, befragte die Autorin 16 Experten aus unterschiedlichsten Bereichen des Lebens, welche sich im Rahmen ihrer Arbeit mit Cyber-Mobbing auseinandersetzen müssen. Die Bevorzugung einer heterogenen Zusammensetzung der Expertengruppe aus unterschiedlichen Bereichen der Berufstätigkeit dient hierbei der Vervollständigung der möglichen Perspektiven auf das Phänomen Cyber-Mobbing. So wurden neben einem Kommunikationswissenschaftler unter anderem ebenfalls ein ehemaliger Lehrer, eine Sozialpsychologin und ein Kriminologe in die Befragung einbezogen, um die ansonsten eher fachlich stärker verbundenen Experten zu ergänzen.

Aus den Ergebnissen der Befragung entwickelt Nayla Fawzi eine Schnittmenge an Aussagen, welche eine der möglichen Antworten auf folgende Fragen darstellt:

-Durch welche Merkmale zeichnet sich das Cyber-Mobbing aus?
-Wie lässt sich das Verhalten der Täter beschreiben?
-Was sind die Ursachen für Cyber-Mobbing ?
-Welche Auswirkungen hat Cyber-Mobbing auf die Opfer?

Nachfolgend untersucht Nayla Fawzi mehrere konkrete Fallbeispiele hinsichtlich des genauen Ablaufes, der Motivation der Täter und Zuschauer und der spezifischen Wahrnehmung und Bewertung der Mobbinghandlungen durch die Mobbingopfer. Dabei werden die zuvor durch die Expertenbefragung gewonnenen Charakteristika anschaulich dargestellt, so dass ein genaues Bild der Besonderheit eines jeden konkreten Falles entsteht. Hierbei wird deutlich, dass jeder einzelne Fall einen individuellen Belastungsschwerpunkt für das Opfer aufweist und die Methoden und Motivation der Täter keinesfalls immer einfacher Natur sein müssen.

Die Unterschiede zum klassischen Mobbing sieht Frau Fawzi in der Belastungsqualität, welche es für die befragten Experten rechtfertigte, schon nach drei oder vier Mobbingübergriffen einen Fall von Cyber-Mobbing anzunehmen. Ursächlich sei das Cyber-Mobbing auch auf die Macht des Mediums 'Cyberspace' in Verbindung mit einer tendenziellen, altersbedingt immer niedrigeren sozialen Kompetenz der Täter, welche hauptsächlich unter den Jugendlichen zu suchen seien.

Sobald diese Aspekte gepaart mit einer nachteiligen Gruppendynamik in Erscheinung treten, ist es für die Opfer nahezu unmöglich, ohne fremde Hilfe eine akzeptable Lösung der Konfliktsituation herbeizuführen, so dass insbesondere in Fällen von Cyber-Mobbing ein rasches und fachlich gestütztes Handeln notwendig ist – letztendlich bleiben zumeist nur durch einen Anwalt eingeleitete rechtliche Schritte als Handlungsoption, viel zu schnell kann Cyber-Mobbing eskalieren.

Hamburg, November 2009,
Rechtsanwalt Dr. jur. Frank Sievert

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