(openPR) Friedensdorf International beendete am Freitag 45. Hilfseinsatz in Angola, einem Land in dem die Gegensätze größer kaum sein könnten
Am Flughafen Düsseldorf kämpfen sich die Lichter am frühen Freitagmorgen nur mühsam durch den Nebel, als die Maschine der schweizerischen Fluggesellschaft Hello zum Landeanflug ansetzt. An Bord sind 81 Kinder aus Angola und eine Handvoll Helfer des Friedensdorfes, die die kleinen Patienten auf ihrer langen Reise in eine neue Welt begleitet haben. Das Friedensdorf hat am heutigen Freitag seinen 45. Hilfseinsatz in dem südwestafrikanischen Staat abgeschlossen.
Die Kinder haben ihre Welt – und ihre Familien - für einige Wochen oder Monate verlassen, um in Deutschland medizinisch versorgt zu werden, In ihrer Heimat war dies unmöglich. Auf sie warten nun eine fremde Sprache, fremde Menschen, ein fremdes Land. Und doch: „Die Kinder waren wie immer kein Problem“, sagt Friedensdorf-Mitarbeiterin Maria Tinnefeld, die den Einsatz in Luanda gemeinsam mit Kevin Dahlbruch und den örtlichen Friedensdorf-Partnern koordinierte. Sie ist beeindruckt von der Tapferkeit der Mädchen und Jungen, ist immer wieder erstaunt, wie die Kleinen die Schmerzen, die ihre zumeist erheblichen Verletzungen verursachen, aushalten.
Auch für die Helfer des Friedensdorfes ist der Flug nach Angola immer auch ein Eintauchen in fremde Welten. Angesichts eines Wirtschaftswachstums von rund 12 Prozent - Öl- und Diamantenfunde machen es möglich – überraschte es die Helfer aufs Neue, wie wenige Menschen in Angola an diesem Reichtum teilhaben und wie groß das Elend breiter Bevölkerungsteile ist. Maria Tinnefeld: „Es gibt immer mehr Baustellen in Luanda, auf denen man unzählige chinesische Gastarbeiter sieht. Die arbeiten auch 24 Stunden am Tag, schlafen auf der Baustelle und sind billiger.“ Wo Luxusbauten aus der Erde schießen, stand einst ein Slum. Der wurde abgerissen, seine Bewohner leben jetzt in einer Zeltstadt außerhalb der Hauptstadt – ohne Strom, ohne Wasser. Tinnefeld: „Mir kam es vor, dass es in Luanda einfach keine Armut mehr geben darf.“
Der Kontrast könnte größer nicht sein, sagt die 29-Jährige: „Luanda gilt als die teuerste Stadt der Welt und auf dem Land stirbt alle drei Minuten ein Kind.“ Dem entspreche, dass die Kinder, die ihnen während ihres Aufenthaltes in Luanda vorgestellt worden sind, durchweg medizinisch schlecht versorgt gewesen seien: „Besonders schlecht ist es bei den Kindern aus den Provinzen, die rund 60 Prozent unserer jetzigen Gruppe ausmachen.“
So kommt es, dass die Mehrzahl der kleinen Patienten im Alter zwischen einem und elf Jahren an Knochenentzündungen leidet, einige laborieren an schlimmen Verbrennungsfolgen, bei wieder anderen liegen unklare Hautdefekte vor, die dringend einer genauen Diagnostik bedürfen. Während viele der Kinder unmittelbar vom Düsseldorfer Flughafen in Kliniken gebracht wurden, die ihre Versorgung kostenlos übernehmen, warten andere zurzeit im Friedensdorf Oberhausen auf ihre Diagnose, bevor sie an Fachkrankenhäuser weitergeleitet werden können.
Die Kooperation mit der angolanischen Partnerorganisation in Luanda habe ausgesprochen gut geklappt, ebenso die Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft, betont Kevin Dahlbruch: „Es wurde immer wieder betont, wie wichtig unsere Arbeit in Angola sei und dass wir unbedingt weitermachen sollen.“ Auf den Flügen sei alles reibungslos verlaufen, so die Friedensdorf-Mitarbeiter. Unterstützt wurden sie von haupt- und ehrenamtlichen Helfern der Einrichtung, ebenso von den Stadtwerken Oberhausen (stoag), die einen Linienbus zum Transport der Kinder samt Fahrer zur Verfügung stellte. In Düsseldorf nahmen zudem Aktive des DRK aus Solingen, Leverkusen, Remscheid, Miltenberg, Südfranken und Ansbach die kleinen Patienten in Empfang. Das Dankeschön des Friedensdorfes gilt allen, die an diesem 45. Einsatz in Angola beteiligt waren.




