(openPR) Trotz des langen und anstrengenden Fluges, der hinter den 93 angolanischen Kindern lag, waren die Mitarbeiter von Friedensdorf International voll des Lobes für ihre Ausdauer und ihr besonnenes Verhalten als sie am Freitagmorgen (13.5.) auf dem Düsseldorfer Flughafen eintrafen. Das Charterflugzeug der tschechischen Gesellschaft Air Travel war am Donnerstagabend in Luanda gestartet und nach einer Zwischenlandung in Tozeur (Tunesien) um 09:15 Uhr in Düsseldorf gelandet. Die Kinder sind im Rahmen des 48. Angola-Hilfseinsatzes von Friedensdorf International nach Deutschland geholt worden, um hier dringend notwendige medizinische Behandlungen zu erhalten.
Gleich nach der Ankunft am Flughafen, den manche Kinder trotz der Strapazen sogar lächelnd bestritten, ging es für die meisten von ihnen im Krankenwagen weiter in die ihnen zugewiesenen Krankenhäuser in ganz Deutschland. Ein kleinerer Teil der Kinder wurde nach Oberhausen ins Friedensdorf gebracht, um von dort aus zunächst einer ausführlichen Diagnostik in den umliegenden Krankenhäusern und Arztpraxen unterzogen zu werden, die im Heimatland nicht möglich gewesen wäre. Sobald eine eindeutige Diagnose vorliegt, werden die weiteren Behandlungsmöglichkeiten für diese Kinder geprüft und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
Der 48. Angola-Einsatz von Friedensdorf International ist damit erfolgreich abgeschlossen, doch wird es nicht der letzte gewesen sein. Wie die Friedensdorf-Mitarbeiter, die den Hilfseinsatz begleiteten, berichteten, hat sich die humanitäre Situation in der Hauptstadt Luanda und den Provinzen keineswegs verbessert.
Vielmehr scheint die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer zu werden, was besonders den drei Vierteln der Angolaner zu schaffen macht, die unterhalb der Armutsgrenze leben müssen. Viele müssen durch Betteln ihren Lebensunterhalt verdienen – umringt von Palmen, die aus Miami importiert werden, da offenbar die einheimischen Palmen einigen Funktionsträgern nicht genügen. Nur ein Beispiel, das sehr treffend die Mischung aus Wut, Betroffenheit und Entsetzen veranschaulicht, die auch die Einsatz-Mitarbeiter Maria Tinnefeld und Kevin Dahlbruch während ihres zehntägigen Aufenthaltes in Angola empfanden.
Die enormen medizinischen Defizite und die Unterversorgung mit Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygieneeinrichtungen in dem südwestafrikanischen Staat führen zu einem schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand der Bevölkerung. Besonders bei den Kindern führen Mangelernährung und fehlende Impfmöglichkeiten zu einem geschwächten Immunsystem, das sich immer häufiger auch gegen harmlose Infekte und ansonsten eher ungefährliche Keime nicht mehr wehren kann. So sind neben den bereits beschriebenen Problemen häufig Knochentzündungen die Folge, die weitere Komplikationen nach sich ziehen. Antibiotische oder operative Behandlungen sind sehr kostspielig und von den meisten Angolanern nicht zu finanzieren oder aber aufgrund fehlender medizinischer Ausstattung häufig überhaupt nicht durchzuführen.
Einige dieser Kinder werden nun in Deutschland behandelt und erhalten damit eine zweite Chance auf ein unbeschwerteres Leben in ihrer Heimat. Dass dies möglich ist, ist auch bei diesem 48. Einsatz den vielen treuen Spendern und den haupt- sowie ehrenamtlichen Einsätzen vieler engagierter Menschen sowohl in Deutschland als auch in Angola zu verdanken. Einen ganz wesentlichen Bestandteil der erfolgreichen Einzelfallhilfe hat nach wie vor die Kooperation mit der angolanischen Partnerorganisation Kimbo Liombembwa gebildet, die maßgeblich mit der Organisation vor Ort betraut war. Ebenso war die Unterstützung der deutschen Botschaft unabdingbar, mit deren Hilfe die vielen formalen Angelegenheiten, wie z.B. die Visabeschaffung, innerhalb kurzer Zeit gemeistert werden konnten.
Durch dieses Netzwerk blieb neben den vielen Schwierigkeiten, die mit einem solchen Hilfseinsatz einhergehen, auch ein wenig Zeit für schöne Begegnungen etwa mit „alten“ Patienten, die die Mitarbeiter des Friedensdorfes und Kimbo freudig begrüßten und herzergreifende Dankesbriefe überbrachten. Für die Arbeit von Friedensdorf International ist es immer wieder ermutigend, dass junge Menschen, die in den vergangenen Jahren selbst Patienten im Rahmen der Einzelfallhilfe waren, sich nun für den Fortbestand dieser Maßnahme engagieren und ihre Unterstützung anbieten. Nur durch die Initiative der Menschen vor Ort können die Chancen auf eine nachhaltige positive Entwicklung in den entsprechenden Ländern erhöht werden.
In diesem Sinne gilt der Dank des Friedensdorfes auch den kooperierenden Krankenhäusern, behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal, den Rettungsdiensten des BRK aus Ansbach, Miltenberg und Südfranken sowie des DRK aus Leverkusen, Remscheid, Solingen, Mettmann und Köln-Porz, der STOAG (Stadtwerke Oberhausen), dem Flughafen Düsseldorf, allen ehrenamtlichen Helfern und nicht zuletzt der großzügigen Spende der Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks, mit deren Hilfe die Kosten des Charterfluges zum wiederholten Mal gedeckt werden konnten.





