(openPR) Berlin, 28.09.2009 - Fast jeder hat in seiner Geldbörse eine EC- oder Kredit-Karte, mit der Geld auf elektronischem Wege übertragen werden kann. Mit der EC- Karte zahlt der Karteninhaber per Bankeinzug. Doch was viele Verbraucher nicht wissen: Beinahe jede EC-Karte kann auch als Geldkarte genutzt werden. Auf ihr befindet sich ein Chip, der mit einem Guthaben aufgeladen werden kann. Der Vorteil: Im hektischen Einzelhandel geht die Bezahlung mit Geldkarte schneller als mit Bargeld, da das Herausgeben von Wechselgeld an der Kasse entfällt. Auch im Vergleich zur EC-Karte spielt die Geldkarte ihren Trumpf aus: Die zeitraubende Benutzeridentifizierung (PIN-Prüfung) an der Kasse gehört der Vergangenheit an. Trotz dieser Vorzüge wird die Geldkarte erstaunlicherweise immer noch selten genutzt. Online-Verbraucherratgeber www.banktip.de gibt einen Überblick über verbreitete und neue Formen bargeldlosen Bezahlens.
Weit verbreitet, aber wenig genutzt – die Geldkarte
Beinahe ebenso weit verbreitet wie zehn Finger an beiden Händen ist die Geldkarte. Auf 79 Prozent aller EC-Karten in Deutschland befindet sich heutzutage in Deutschland ein goldener Chip, der mit Geldbeträgen bis zu 200 Euro aufgeladen werden kann. Bisher kann mit der Geldkarte im Parkhaus, am Parkscheinautomaten, Fahrkartenautomaten und am Zigarettenautomaten bezahlen. Dazu wird die Karte in ein Lesegerät gesteckt. Im Gegensatz zur herkömmlichen EC-Karte oder zur Kreditkarte läuft der Bezahlvorgang offline ab Eine Verbindung zum Bankserver wird nicht hergestellt und eine Benutzeridentifizierung (PIN-Prüfung) entfällt. Die Geldkarte ermöglicht schnelles und unkompliziertes Bezahlen und eignet sich daher besonders bei kleinen Beträgen (so genanntes Micropayment).
Bei ihrer Einführung im Jahr 1996 traute man der Geldkarte noch zu, dass sie das Bargeld als meist genutztes Zahlungsmittel in Deutschland verdrängen könnte. Diese hohen Erwartungen hat sie bisher nicht erfüllt. Gemäß einer repräsentativen Studie der deutschen Bundesbank zwischen April und Juni 2008 wurden gerade mal 0,5 Prozent aller Transaktionen mit der Geldkarte durchgeführt. Doch trotz schnellerer Zahlungsabwicklung und sicherer Transaktionen konnte die Geldkarte die Deutschen also nicht überzeugen. Der mangelnde Überblick über die Ausgaben und das verbliebene Guthaben auf dem Chip wird von den Nutzern kritisiert.
Würstchen nur gegen Geldkarte: die kontaktlose Variante der Geldkarte im Fußballstadion
In der BayArena des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen gibt es Bier und Würstchen ausschließlich gegen Geldkarte. Bargeld wird dort nicht mehr akzeptiert. Nach Angaben der „Initiative Geldkarte“ befindet sich die sogenannte „Geldkarte kontaktlos“ noch in der Erprobungsphase. Der Vorteil: Die Karte verringert als Eintritts- und Bezahlkarte die Wartezeiten für Fußballfans beim Einlass und am Imbissstand. Auf Basis der kontaktlosen Geldkarte wird das Bezahlen von Speisen und Getränken im Stadion um bis zu 25 Prozent gegenüber Bargeld beschleunigt. Zum ersten Spieltag von Bayer 04 Leverkusen in der laufenden Bundesligasaison wurden die BayArena-Cards rund 11.000 mal aufgeladen und 14.000 mal damit bezahlt. Insgesamt wurden Speisen und Getränke im Wert von 86.000 Euro mit der Kontaktlos-Geldkarte bezahlt.
Der Bezahlvorgang wird bei der kontaktlosen Karte über ein schwaches Magnet- oder Elektrofeld, das vom Bezahlterminal aufgebaut wird, abgewickelt. Dazu muss die Chipkarte in Abstand von einem bis zu zehn Zentimeter über das Lesegerät gehalten werden. Die Geldkarte kontaktlos erkennt man am rot-blauen GeldKarte-Symbol mit dem Zusatz "kontaktlos" und den schwarzen Wellen oben rechts. Die BayArena-Card kann als gewöhnliche Geldkarte auch außerhalb des Stadions beispielsweise zum Fahrscheinkauf im öffentlichen Personennahverkehr oder zum Kauf von Parkscheinen eingesetzt werden. Nach Angaben des Sparkassen- und Giroverbandes bestehen 600.000 Akzeptanzstellen für die herkömmliche Geldkarte in Deutschland.
Ohne Karte: mit dem Fingerabdruck bezahlen
Das Zahlen mit dem Fingerabdruck zählt zu den biometrischen Bezahlverfahren. Schon im Jahr 2004 konnte man im westfälischen Rülzheim im EDEKA-Markt mit dem Finger zahlen. Damit war das Lebensmittelgeschäft weltweit das erste, das Bezahlen mit dem Finger ermöglichte. Mittlerweile kann man bundesweit in fast 900 deutschen Supermärkten und in zahlreichen Videotheken mit dem Fingerabdruck bezahlen.
Dazu muss man sich zunächst bei seinem Supermarkt für das Verfahren mit Personalausweis und Bankverbindung registrieren. Danach wird die Fingerkuppe gescannt und ab sofort kann man mit Fingerauflegen bezahlen. Bei jedem Bezahlvorgang wird das hinterlegte Muster mit dem Fingerabdruck abgeglichen. Stimmt es überein, wird der Bezahlvorgang ausgelöst und eine Lastschriftanweisung an die Bank übermittelt.
Allerdings weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass die Verwendung von nicht-aktiven, biometrischen Daten wie dem Fingerabdruck bedenklich ist. Da man den Fingerabdruck auf jedem Gegenstand, den man berührt hinterlässt, besteht zumindest die Möglichkeit, dass sich jeder dieser Abdrücke bemächtigen kann.
Trotz des technischen Fortschritts bei Bezahlsystemen, scheint der Verbraucher in Deutschland noch nicht so weit zu sein. Die Zahlungsgewohnheiten der Menschen ändern sich trotz alternativer Möglichkeiten nur langsam. Die Geldkarte konnte trotz einfacher Handhabung und hoher Sicherheitsstandards noch nicht als Zahlungsalternative überzeugen. Vielleicht kommt aber alles doch noch ganz anders und in Zukunft setzen sich Zahlungsmethoden durch, an die heute nur die kühnsten Visionäre denken.
Weitere Informationen über innovative Zahlungsmittel erfahren Interessierte auf www.banktip.de in der Rubrik „Konten & Karten“.
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