(openPR) Das Institut für Zeitgeschichte hat sein großes Projekt über die Wehrmacht in der NS-Diktatur abgeschlossen und seine Forschungsergebnisse im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst der Öffentlichkeit präsentiert - an jenem Ort, wo der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, am 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete. Die beiden neuen Bände beenden ein auf fünf Monographien und einem Sammelband angelegtes Forschungsprojekt, das in den vergangenen Jahren nicht nur entscheidend zur Versachlichung der Debatte über die Wehrmacht beigetragen hat, sondern auch Maßstäbe für die Militärgeschichtsschreibung in Deutschland setzt.
Christian Hartmann: Wehrmacht im Ostkrieg. Front und militärisches Hinterland 1941/42. (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Bd. 75, München 2009. 928 S., ISBN 978-3-486-58064-8)
Über 17 Millionen Soldaten. Kaum eine deutsche Familie, die nicht einen Angehörigen bei der Wehrmacht hatte. Was waren sie: Täter, Opfer, ganz "normale" Männer oder willige Vollstrecker? Um ihren Anteil an Krieg und Besatzung präzise und anschaulich zu bestimmen, konzentriert sich die Darstellung von Christian Hartmann auf fünf deutsche Divisionen. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können. Identisch sind dagegen ihr Einsatzraum, die Sowjetunion, und die Zeit, das erste Jahr des "Unternehmens Barbarossa". Gerade die Analyse dieses Mikrokosmos´ bietet die Chance, einer Forderung zu entsprechen, die in der Debatte über die Wehrmacht oft zu hören war - die einer realistischen wie differenzierten Darstellung dieser Armee, ihrer Angehörigen und nicht zuletzt ihrer Funktionen, die sie in Hitlers Kriegen hatte.
Christian Hartmann, Johannes Hürter, Peter Lieb, Dieter Pohl: Der deutsche Krieg im Osten 1941-1944. Facetten einer Grenzüberschreitung. (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Bd. 76, München 2009. 404 S., ISBN 978-3-486-59138-5, € 29,80)
Die Debatte um die Beteiligung der Wehrmacht an den deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg war eine der größten historischen Auseinandersetzungen in der Bundesrepublik. Das Projekt "Wehrmacht in der NS-Diktatur" hat wesentlich dazu beigetragen, diese Debatte zu versachlichen. Der vorliegende Band präsentiert die wichtigsten Aufsätze, die dieses Forschungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte erarbeitet hat. Sie veranschaulichen, wie viele Fragen die Geschichte des Zweiten Weltkriegs noch immer aufwirft.
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