(openPR) Am 26.08.2009 ist im Stadtrat die Entscheidung bekannt gegeben worden, die bereits bewilligten Konjunkturpaketmittel in Höhe von 400.000 Euro für einen ersten Sanierungsschritt am Lokschuppen im Lene-Voigt-Park zur Nutzung als neues Tanzhaus für das Leipziger Tanztheater (LTT) zurückzuziehen.
Das Leipziger Tanztheater ist von dieser Entscheidung völlig überrascht und enttäuscht worden. Im Vorfeld gab es dem Verein gegenüber keine Anzeichen, die eine solche Entscheidung angekündigt oder signalisiert hätten. Nachdem sowohl Stadtrat, Landesdirektion und Freistaat Sachsen der Maßnahme zugestimmt hatten, ist die jetzige Rücknahme für den Verein ein herber Rückschlag und trifft ihn völlig unerwartet.
Zur Begründung der Entscheidung werden Gesamtsanierungskosten von 4,5 Millionen Euro und damit eine „Kostenexplosion“ angeführt. Diese Summe ist dem Leipziger Tanztheater bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt gewesen. Dass die Entscheidung einen Tag vor der letzten Änderungsmöglichkeit im Konjunkturpaket fällt, ist tragisch für den Verein und lässt nun leider keine Stellungnahme mehr zu.
Die Kostenschätzung des Vereines über 1,6 Millionen Euro beruht auf Berechnungen des Finanzierungsbedarfs im Falle einer nennenswerten Einbringung von Eigenleistungen durch den Verein und dessen direktem Umfeld. Bereits seit über einem Jahr arbeitet das LTT daran den Finanzbedarf durch Förderungen möglichst niedrig zu halten, um die strapazierten öffentlichen Kassen nicht zu stark in Anspruch nehmen zu müssen. Dies wird möglich durch die große Bereitschaft der 350 Aktiven, der über 300 Kinder und Jugendlichen sowie deren Angehörigen, sich direkt an der Gestaltung des Lokschuppens durch Spenden, Arbeitsleistung und größere Sachleistungen zu
beteiligen. Auch Maßnahmen des Arbeitsmarktes wurden bereits besprochen und vor einem Jahr durch Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer positiv geprüft. Darüber hinaus gibt es seit langem Gespräche mit Sponsoren und Spendern über nennenswerte Beiträge zur Entwicklung des Objektes. Ergänzt um den Plan, das Gebäude schrittweise und ohne Luxus zu entwickeln, wird die genannte Summe den Betrieb ermöglichen. Dabei achtet der Verein natürlich darauf, nur jeweils die Schritte anzugehen, die den Verein und das Gesamtvorhaben nicht gefährden. Ohne die Einbringung dieser Eigenleistungen würde die sofortige Komplettsanierung nach Schätzung des Vereins bei drei Millionen Euro liegen.
Im Vorfeld der Stadtratssitzung am 26.08.09 hat es Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung gegeben, in denen das Vorhaben noch einmal besprochen wurde. Dabei wurden auch die Betriebskosten des neuen Objektes zur Sprache gebracht. Durch den geplanten Einsatz erneuerbarer Energien sollen die Betriebskosten auf möglichst niedrigem Niveau gehalten werden. Die mit dem Umzug in den Lokschuppen erzielten Einsparungen der relativ hohen Betriebskosten des jetzigen Objektes in Lößnig sind ebenfalls in Betracht gezogen worden. Eventuelle Mehrbelastungen sind im Vorfeld mit dem Kulturamt als Partner des Leipziger Tanztheaters genauso besprochen worden. Die Bereitschaft, sie durch Mittel aus der institutionellen Förderung des Vereins aufzufangen, wurde signalisiert. Darüber hinaus ergeben sich für den Verein durch die Bewirtschaftung des Lokschuppens Kostensenkungen durch den Wegfall von Mietzahlungen für die Anmietung zusätzlich angemietetem Lager und Probensaal sowie den Mietzahlungen an Spielstätten in Leipzig. Neue Einnahmen, beispielsweise durch einen Gastronomiepächter, kämen ebenfalls hinzu.
Besonders bedauerlich für das Leipziger Tanztheater ist die Tatsache, dass die im ersten Bauabschnitt geplante räumliche Entlastung durch die Herrichtung von Studioraum im Lokschuppen nun vorerst verschoben werden muss. Die 400.000 Euro aus dem Konjunkturpaket sollten dafür eingesetzt werden, um zunächst teilweise die prekäre Proben- und terrichtsraumsituation des Vereins zu entschärfen. Es besteht nun der Zwang zusätzliche Räume außerhalb des Tanzhauses in Lößnig zu mieten.
Das durch die Streichung der LTT - Mittel nun das Werk II mit der Halle D wieder auf die Förderliste gesetzt werden soll, ist die einzig gute Nachricht. Das Werk II ist langjähriger, verlässlicher und guter Partner und eine der Spielstätten des LTT.
Nach langer Suche nach geeigneten Räumen für das Leipziger Tanztheater ist der Verein auf den Lokschuppen gestoßen. Die Räume haben sich als ideal für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erwiesen. Das LTT ist als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Auch für die künstlerische Arbeit und die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes in der Region ist der Lokschuppen sehr geeignet. Der Verein wird zunächst alternative Entwicklungsoptionen im
Lokschuppen prüfen und mit der Stadt Leipzig als Partner beraten. Grundsätzlich wurde das Vorhaben bis jetzt ausdrücklich von allen Seiten begrüßt. Ein Gesprächstermin zur weiteren Vorgehensweise wurde durch die Stadtverwaltung bereits anberaumt. Das LTT wird an den Plänen am Lokschuppen festhalten und hofft gemeinsam mit der Stadt Leipzig eine Lösung zu finden.
Für alle Fragen steht ihnen der Geschäftsführer des LTT, Ronald Schubert, zur Verfügung.
Kontakt:
Tel: 0341-338 55 30
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