(openPR) Winnenden. Im Rahmen einer politischen Mittagsrunde diskutierte die Sektion Rems-Murr mit Hans Jochen Henke, dem scheidenden Generalsekretär des Wirtschaftsrats, über die Positionierung und strategische Ausrichtung des Wirtschaftsrates im Superwahljahr 2009. Henke freute sich über die Einladung und bedankte sich mit den sehr persönlichen Worten: "Heimat ist da und zuhause ist dort, wo man sich nicht erklären muss."
Die Veranstaltung stand unter dem Motto "WIR - eine Mitmachorganisation, die Flagge zeigt: Ihr Fels in der Brandung gegen Staatswirtschaft und Sozialismus!" Henke machte dabei den anwesenden Mitglieder großen Mut den eingeschlagenen Weg weiter und konsequent zu gehen. In Bezug auf die kommende Bundestagswahl sagte er "Der Wahlkampf ist noch kein gemähtes Wiesle."
Die aktuelle Finanzkrise und ihre Folgen war dann auch das bestimmende Thema der Mittagsrunde in Winnenden. So sei die Bundesrepublik einzigartig im Wohlstandsaufbau seit den 60er Jahren, aber leider ebenso einzigartig im Aufbau eines Schuldenberges. Henke forderte dazu auf, die spezifischen Vorzüge konsequenter zu nutzen: "Deutschland ist ein hochentwickeltes Industrieland, technologiestark und hat seine Vorteile wie etwa die Größe, die Lage, und diverse Kompetenzen. Somit bleiben Innovation und Veränderung sehr wichtig für dieses Land!"
In Bezug auf die Diskussion um die Kreditklemme erklärte Henke weiter: "Die Bundesbank ist kein Kreditgeber, aber wo öffentliche Gelder zur Verfügung gestellt werden, müssen diese auch fließen. Die Banken müssen hier ihrer Verantwortung gerecht werden." An dieser Stelle stimmte auch Sektionssprecher Ulrich Schatz dem Generalsekretär uneingeschränkt zu. Seiner Beobachtung zufolge dauerten Kleinkredite bis zu einer Mio. Euro bis zu drei Monaten - und das nicht nur bei Privatbanken sondern auch bei Sparkassen und Volksbanken. "Früher konnte solche Themen am Telefon geklärt werden. Heute sind dazu wochenlange Prüfungen seitens der Banken notwendig. Dies hemmt die Entwicklung der Wirtschaft. Gerade mittelständische Unternehmen haben kein unerschöpfliches Finanzpolster um auf die Bankentscheidungen zu warten. Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden, sonst schnürt des den Mittelstand den Hals zu."
Henke erklärte mit Blick auf das Motto der Veranstaltung: "Wir sind gegen Staatswirtschaft. Die eingesetzten Mittel müssen so bald wie möglich wieder eingeholt werden. Dabei müssen wir unsere Erfahrungshorizonte auch auf EU-Ebene einbringen. Die Soziale Marktwirtschaft benötigt eben Leitplanken und Stabilität." Im Übrigen verwies Henke auf die sehr gute Arbeit der Bundeskanzlerin: "Bundeskanzlerin Merkel hat in der Krise überragend regiert."
Hinsichtlich der Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft forderte Henke eine ständig Verteidigung der errungenen Werte an. "Die Bundesrepublik gibt im Jahr 2009 rund 754 Mrd. Euro für Sozialleistungen aus. Kein anderes Land gibt mehr aus. Und dennoch sehen zwei Drittel der Bevölkerung unser System als ungerecht an. Hier müssen wir noch mehr Überzeugungsarbeit leisten. Nur mit den Prinzipien funktionierender Märkte können wir die soziale Verantwortung sehen und wahrnehmen. Dazu ist nun einmal die Identifikation mit den Werten Sozialen Marktwirtschaft notwendig." Den Wirtschaftsrat sieht Henke dabei in einer Schlüsselrolle, denn er sei in der Bundesrepublik einzigartig: Er ist Garant, Gewährträger und Motor der Sozialen Marktwirtschaft und verbindet die Funkionen von Lobby, Think Tank, Berater, Netzwerk und Meinungsbildner.
Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Rosely Schweizer, die Ehrenvorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg, beim scheidenden Generalsekretär des Wirtschaftsrats für die informationsreiche und auch Mut machende Veranstaltung und forderte ebenso dazu auf die Marktkräfte wieder wirken zu lassen. "In einer freien und sozialen Marktwirtschaft kommt in der Krise der Markt immer kreativ und innovativ auf neue Lösungen."






