(openPR) AStA der Hochschule Bremen - Pressemitteilung vom 30. Juni 2009
Der AStA der Hochschule Bremen kritisiert das Grundsatzprogramm der CDU Bremen
Ausgrenzung und Selektion sind Eckpfeiler der Bremer-CDU Bildungspolitik
Bremen. Von Impulsen für eine zukünftige und vernünftige Bildungspolitik in Bremen findet sich nichts im neuen Grundsatzprogramm der Bremer CDU.
"Inkompetent, unfair und keine Spur von Innovation", so fasst Alexander Keckel, Hochschulpolitischer Referent des AStA, das Grundsatzprogramm zusammen. "Wer eine weitere Verkürzung der Regelstudienzeit fordert," so Keckel weiter, "offenbart seine absolute Unkenntnis über den gegenwärtigen Alltag an unseren Hochschulen. Schon jetzt bleibt keine Zeit sich ausführlich mit wichtigen Studieninhalten zu beschäftigen. Statt einer Verkürzung muss eine Verlängerung her. Es kann niemand ein ernsthaftes Interesse an einem oberflächlichen Studium haben."
Insbesondere die Forderung, dass nach der Regelstudienzeit Studiengebühren gezahlt werden sollen stößt auf Kritik. "Für Studierende aus finanziell schwächeren Familien wird das nur schwer finanzierbar", befürchtet Marc Renken, 2. AStA Vorsitzender, "Zum Einem bedeutet diese Forderung, dass sämtliche Master-Studiengänge kostenpflichtig werden, zum anderem müssen auch Bachelor-Studierende zahlen, wenn es zu Verzögerungen in ihrem Studium kommt. "
Hannah Lüdeker, AStA Referentin für Politik und Gesellschaft, ergänzt: "In neun Wochen eine Bachelorarbeit innerhalb des Abschlusssemesters anzufertigen, wenn zugleich Vorlesungen stattfinden, ist quasi unmöglich. Dass die CDU gleichzeitig eine Verkürzung der Regelstudienzeit fordert, offenbart sowohl eine fundamentale Unkenntnis der gegenwärtige Situation von Studierenden und den Änderungen durch den Bologna Prozess"
Auch das klare Bekenntnis zu Elitenförderung und Exzellenzinitative stößt auf Ablehnung. „Die CDU spricht nur über Elite und Exzellenz und verliert kein Wort darüber wie einem größeren Teil der Bevölkerung ein Hochschulstudium ermöglicht werden soll. Das zeigt die Engstirnigkeit dieser Partei.“, meint Keckel „ Das Ziel der CDU ist eine gute Ausbildung für alle die es sich leisten können, dem Rest soll Bildung nur begrenzt zugänglich gemacht werden. Hier wird eine Klassenbildung von Seiten der CDU propagiert.“
„Zudem fordert die CDU eine stärkere Drittmitteleinwerbung und sucht eine engere Kooperation mit der Wirtschaft.“, so Keckel weiter „Im Klartext bedeutet dies einen weiteren Rückzug der öffentlichen Hand aus der Finanzierung von Hochschulen und freie Hand für die Wirtschaft. Das ist insbesondere bedenklich, wenn man sich die Bremer Wirtschaftslandschaft anschaut. Ein großer Teil der Unternehmen in Bremen verdient an der Rüstungspolitik von kriegsführenden Nationen. So werden an unseren Hochschule schon jetzt die Waffen erforscht, die gezielt Menschen töten“
Die CDU Bremen spricht sich in ihrem neuen Grundsatzprogramm sowohl für eine Verkürzung der Regelstudienzeit als auch für Studiengebühren aus. Zudem begrüßt die CDU Stiftungsprofessuren und eine engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. In Bremen gehören große Rüstungskonzerne wie OHB oder Atlas Elektronik zur den umsatzstärksten Unternehmen.
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