(openPR) „Nur wer CSU wählt, gibt Bayern eine Stimme in Europa“ tönte die schwarze Staatspartei landauf, landab während des Europawahlkampfs. Sie wollte uns, den bayerischen Wählern, damit sagen, dass jeder, der seine Stimme nicht der CSU gibt, sich auf die Seite der Zentralisten stellt.
Für ein Europa der Regionen war sie übrigens auch, die CSU. Dieser Begriff stand wortwörtlich so in ihrem Wahlprogramm. Wer das Wahlprogramm der (echten) Bayernpartei, das übrigens einige Wochen vor dem der CSU veröffentlicht wurde, gelesen hat, der weiß zumindest, wo die schwarzen Wahlkampfstrategen diesen Begriff aufgeschnappt haben.
Doch schon wartet die nächste Herausforderung auf die CSU. Bei der Bundestagswahl im Herbst will sie wieder zu neuen Höhenflügen ansetzen. Jetzt plakatiert sie: „Verantwortung für Deutschland übernehmen“.
Wie war das nochmal? Vor wenigen Wochen noch war die CSU der Garant für bayerische Interessen in Europa, man mochte schon meinen, sie fordert gar die bayerische Unabhängigkeit. Und jetzt will sie plötzlich Verantwortung für Deutschland übernehmen? Wie soll das denn zusammenpassen?
Doch, das passt zusammen. Die CSU ist nämlich ein Chamäleon und zwar eins, das normalerweise schwarz ist. Doch wenn die Umstände es dazu zwingen, dann kann sich dieses schwarze Chamäleon rot, weiß-blau oder auch schwarz-rot-gold einfärben. Und sogar grün kann es werden: Unlängst hatte Gesundheitsminister Söder die Agrogentechnik-Kritiker Vandana Shiva und Percy Schmeiser zu Gast.
Ob dabei noch ein politisches Profil zu erkennen ist, scheint nicht wichtig zu sein. Der Wechsel der Färbung dient nur einem Zweck: Das Chamäleon färbt sich immer gerade so, wie es ihm opportun erscheint. Aber nur, wenn es auf der Pirsch nach Wählerstimmen ist. Hat es die Wähler dann eingefangen, wird es wieder für ein paar Jahre so, wie es immer war: Tiefschwarz.







